Die Braut Christi mit ihren vielfältigen Gesichtern – Sondierung von Querida Amazonia und Auswertung

Teil 1: Sondierung und Auswertung von Einleitung, von Kapitel I und Kapitel II. Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 21. Februar 2020 um 22:35 Uhr
Petersdom

Im Hinblick auf das erwartete Nachsynodale Apostolische Schreiben Querida Amazonia (QA) hatte ich bereits am vergangenen 2. Februar einen Beitrag Verfügbarkeit und Hingabe veröffentlicht. Nachdem es am 12. Februar der Öffentlichkeit vorgestellt worden war, folgte drei Tage darauf Synedrion und Ekklesia, worin Kriterien entwickelt wurden, über die Synodalität der Kirche oder doch präziser über die Synodalität in der Kirche zu sprechen. Dies geschah im Kontext von Amazonas-Synode und Synodalem Weg in Deutschland und kündigte ich an, demnächst eine nähere Sichtung von QA anzuschließen. Diese Vorgehensweise sollte es erlauben, die ersten Reaktionen auf QA mit einfließen lassen zu können; vor allem zu sehen, welche Passagen des Dokumentes Theologen und Medien besonders würdigen, welche sie vor allem kritisieren und schließlich, welche überwiegend ignoriert werden würden. Inzwischen kann man das jeweils gut erkennen und benennen und sich in der Beschäftigung mit QA daher gezielt denjenigen Abschnitten widmen, die in der bisherigen Resonanz nicht den erforderlichen Widerhall gefunden haben oder ganz untergegangen sind.

Die Erwartungen, die an den Papst gestellt wurden, haben sich in zwei Kernpunkten nicht erfüllt: erstens eine Modifikation der Zölibatspraxis in der Lateinischen Kirche wird nicht angesprochen, zweitens sakramentale Weiheämter für Frauen werden nicht angekündigt. Beides wird als Lücke im Text empfunden. Es ist bedauerlich, dass dadurch weithin nicht die tatsächlichen Aussagen von QA thematisiert werden, sondern man sich lieber damit beschäftigt, was man selbst gerne in dem Dokument gelesen hätte, was aber nicht in der päpstlichen Exhortation steht. Die darüber Enttäuschten versuchen nun, das Schweigen des Papstes dahingehend zu interpretieren, dass die Diskussion offen bleibe und beides, ein gelockerter Zölibat in der Lateinischen Kirche und Frauen, die ein Diakonenamt bekleiden, zwar nicht unmittelbar erreicht werden könne, sich jedoch gewiss in der Zukunft verwirklichen lassen werde. Die Konservativen, die vorläufig erleichtert sind, dass es in beiden Punkten momentan keine Änderungen gibt, konzentrieren sich ganz ähnlich, bloß mit entgegengesetztem Blickwinkel, auf das, was QA nicht sagt und freuen sich: Keine viri probati als geweihte Priester, kein Frauendiakonat!

Eigentlich soll die vorliegende Beschäftigung mit dem Text diesen Kommentaren nichts hinzufügen, trotzdem wird auf beide Themen einzugehen sein, wenn Textpassagen herausgestellt werden, die wegen dieser Themen jedenfalls bis jetzt vernachlässigt worden sind, obwohl sie bei genauerem Hinsehen damit in Zusammenhang stehen und sogar helfen können, das Schweigen des Papstes richtig zu verstehen und weshalb er nicht an der bestehenden Zölibatspraxis rüttelt sowie keine weiblichen Diakone (oder Diakonissen in der katholischen Kirche) in Aussicht stellt.

Was nun folgt, erhebt nicht den Anspruch einer Interlinearglossierung des ganzen Dokumentes; der Kommentar setzt eigene Akzente, wo sie in der Aufnahme, die QA bisher findet, noch fehlen.

Welcher Dialog bleibt offen, welche Reflexionen sollen weitergehen?

Dafür, dass der Papst die Diskussion über Punkte, die er in QA nicht erwähnt, offenhalten wolle, stützen sich diejenigen, die sich nicht so ohne weiteres damit abfinden wollen, ihre Desiderate als vorläufig erledigt abzuhaken, zunächst einmal auf QA 2, wo Franziskus sagt: „Mit diesem Apostolischen Schreiben möchte ich zum Ausdruck bringen, welche Resonanz dieser Weg des Dialogs und der Unterscheidung in mir hervorgerufen hat. So werde ich hier nicht alle Fragen entfalten, die im Schlussdokument ausführlich dargelegt wurden. Ich habe auch nicht vor, es hiermit zu ersetzen oder zu wiederholen. Ich möchte nur einen groben Rahmen für die Reflexion bieten, um in der Wirklichkeit Amazoniens einer Zusammenschau[1] einiger großer Anliegen konkret Gestalt zu geben, die ich schon in meinen früheren Dokumenten aufgezeigt habe und die eine Hilfe und Orientierung für eine harmonische, schöpferische und fruchtbare Rezeption des ganzen synodalen Weges sein kann.“ Diese offene Auslegung findet man unterstützt in QA 3, wo der Heilige Vater davon spricht, das Schlussdokument der Synode offiziell vorstellen zu wollen, das er gerade deshalb nicht zitiere, damit man es ganz liest. Wenn man aber diese beiden Nummern genau auswertet, stellt man fest: Es ist die Rede davon, einen Resonanzraum darzustellen, um die Reflexion über die Wirklichkeit Amazoniens fortzusetzen und zu vertiefen. Diese Wirklichkeit ist größer als innerkirchliche Strukturfragen und hat für Papst Franziskus auch deutlichen Vorrang vor ihnen.

Visionen statt fertiger Antworten

Überhaupt will der Papst nicht in erster Linie Antworten geben, sondern Visionen für Amazonien entwickeln. Dazu klärt er zu Beginn, dass er Amazonien als Region und Biom begreift und sagt in QA 5, dass neun Länder oder Staaten daran teilhaben: Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Suriname, Venezuela und Französisch-Guayana. Darüberhinaus richte er jedoch QA an die ganze Welt, denn die Themen, die behandelt werden, sind auch außerhalb des Amazonasgebietes von Bedeutung und können hilfreich sein. Man kann hinzufügen: Das Prinzip, aus dem heraus sie entwickelt werden, gilt für die Gesamtkirche oder für alle Teilkirchen, aus denen sie sich zusammensetzt, nicht nur für die Kirche vor Ort im Amazonasgebiet.

Fleisch und Blut annehmen – Ortskirche und Inkarnation

Als Schlüssel zum gesamten Text der Exhortation lässt sich nämlich QA 6  verwenden, wo es heißt: „Alles, was die Kirche anzubieten hat, muss an jedem Ort der Welt auf eigene Art Fleisch und Blut annehmen, in einer Weise, dass die Braut Christi vielfältige Gesichter erhält, die den unerschöpflichen Reichtum der Gnade besser ausdrücken. Die Verkündigung muss Fleisch und Blut annehmen, die Strukturen der Kirche müssen Fleisch und Blut annehmen.“ Fleisch und Blut ist hier sogleich ein Begriffspaar, das einen eucharistischen Kontext herstellt und das eine Verbindung zur Menschwerdung Jesu Christi schafft, die sich in der Kirche gleichsam fortsetzt und verlängert. Außerdem fügt der Heilige Vater die Kirche als Braut Christi in diesen Kontext ein, lässt also das anklingen, was man die Brautstruktur von Kirche und Eucharistie nennen könnte. Ebenfalls betont er allerdings, dass die Kirche auf diese Weise vielfältige Gesichter erhalte oder erhalten solle, womit sie in ihrer Gliederung in Ortskirchen und gleichzeitig das Verständnis des Papstes von Inkulturation angesprochen wird.  Einer gewissenmaßen kolonisatorischen Konzeption der Verkündigung und Sendung der Kirche wird damit eine erste Absage erteilt, die zu der Vorstellung tendiert, die Botschaft des Evangeliums und das sakramentale Leben der Kirche gingen sozusagen untrennbar mit dem einheitlichen Gesicht und Gewand einer mehr oder weniger eng europäisch verstandenen Zivilisation und Kultur einher.

Ein Papst, der träumt

Mit QA 7 folgen vier Träume des Papstes für Amazonien, die wörtlich angeführt seien:  „Ich träume von einem Amazonien, das für die Rechte der Ärmsten, der ursprünglichen (autochthonen) Völker, der Geringsten kämpft, wo ihre Stimme gehört und ihre Würde gefördert wird.

Ich träume von einem Amazonien, dass seinen charakteristischen kulturellen Reichtum bewahrt, wo auf so unterschiedliche Weise die Schönheit der Menschheit erstrahlt.

Ich träume von einem Amazonien, das die überwältigende Schönheit der Natur, die sein Schmuck ist, eifersüchtig hütet, das überbordende Leben, das seine Flüsse und Wälder erfüllt.

Ich träume von christlichen Gemeinschaften, die in Amazonien sich dermaßen einzusetzen und Fleisch und Blut anzunehmen vermögen, dass sie der Kirche neue Gesichter mit amazonischen Zügen schenken.“

Rhetorisch fühlt man sich an Martin Luther Kings (1929-1968) „I have a dream!“ erinnert. Für den Schwerpunkt unseres Interesses am Text sind der erste und der vierte Traum aufschlussreich: Im ersten ist vom charakteristischen kulturellen Reichtum die Rede, der vierte wendet den eucharistisch-inkarnatorischen Schlüssel aus QA 6 auf das Amazonasgebiet und seine Völker an. Der zwischen Traum I und Traum IV bestehende Konnex soll durch eine Inkulturationsleistung vermittelt werden, die eine eigenständige Ortskirche mit spezifisch amazonischen Zügen inkarniert. Hinzuzuziehen ist ein schöner Passus aus QA 22, der besagt: „Christus hat den ganzen Menschen erlöst und will in jedem die Fähigkeit, mit den anderen in Beziehung zu treten, wiederherstellen. Das Evangelium bietet uns die göttliche Liebe an, die aus dem Herzen Christi hervorströmt und ein Streben nach Gerechtigkeit bewirkt, die zugleich ein Loblied auf die Brüderlichkeit und Solidarität, eine Anregung zur Begegnungskultur ist. Die Weisheit des Lebensstils der ursprünglichen Völker – auch mit all den Grenzen, die er haben mag – regt uns an, dieses Bestreben zu vertiefen.“

Eine Bemerkung, in der eine jesuitisch geprägte Herz-Jesu-Spiritualität erkannt werden kann. So erreichen wir das zweite Kapitel mit seiner kulturellen Vision und lesen in QA 28: „Es geht darum, Amazonien zu fördern; dies bedeutet jedoch nicht, es kulturell zu kolonisieren, sondern ihm dabei zu helfen, das Beste aus sich zu machen. Darin liegt der Sinn der besten Bildungsarbeit: erziehen ohne zu entwurzeln; wachsen lassen, ohne die Identität zu schwächen; fördern ohne zu vereinnahmen. Wie es in der Natur Möglichkeiten gibt, die für immer verloren gehen könnten, so kann das Gleiche mit Kulturen geschehen, die eine bisher ungehörte Botschaft beinhalten und heute mehr denn je bedroht sind.“ Die Aussage ist deutlich. Sie betont wiederum, dass Mission nicht mit Kolonialisierung verwechselt oder gleichgesetzt werden darf, die eine fremde Kultur importiert und bestehende Zivilisationsformen überheblich als unzivilisiert verkennt und verdrängt.

Letzte Hüter eines Schatzes

Was der Papst sagt, sagt er zwar von den indigenen Völkern Amazoniens, aber es folgen Sätze und ganze Abschnitte, deren Richtung und Sinn auch Traditionalisten in der katholischen Kirche ansprechen können und die der Papst und die kirchliche Hierarchie insgesamt ebenfalls auf sie beziehen sollte.

Lesen wir in QA 29: „In Amazonien finden sich viele Völker und Nationalitäten, und mehr als einhundertzehn indigene Völker leben in freiwilliger Isolation (…) Ihre Situation ist sehr unsicher, und viele werden sich bewusst, zu den letzten Hütern eines Schatzes zu gehören, der zum Verschwinden bestimmt ist, so als ob man ihnen nur gestatten würde zu überleben, wenn sie nicht lästig werden, während die postmoderne Kolonialisierung voranschreitet. Man muss vermeiden, sie als ‚unzivilisierte Wilde‘ zu betrachten. Sie sind einfach Träger von anderen Kulturen und anderen Formen der Zivilisation, die in frühen Zeiten zu bemerkenswerten Entwicklungsstufen gelangt sind.“ Ersetzt man in diesem Zitat postmoderne Kolonialisierung etwa durch nachkonziliare Vereinnahmung und unzivilisierte Wilde durch ewig Gestrige oder ähnliches, springt die Parallelität ins Auge, denn sind es in der Kirche nicht gerade diejenigen, deren Selbstverständnis sie zu Hütern eines Schatzes macht, der zum Verschwinden bestimmt ist und von denen man oft den Eindruck gewinnen kann, als lasse man sie nur überleben, solange sie nicht lästig werden?

Konsum- und Globalisierungskritik, Stärkung individueller Werte und charakteristischer Identität: Die eigenen Wurzeln lieben und pflegen

In QA 33 ruft Papst Franziskus, aus eigenen, früheren Lehrschreiben und Ansprachen zitierend, in Erinnerung: „‚Die konsumistische Sicht des Menschen, die durch das Räderwerk der aktuellen globalisierten Wirtschaft angetrieben wird, neigt dazu, die Kulturen gleichförmig zu machen und die große kulturelle Vielfalt, die einen Schatz für die Menschheit darstellt, zu schwächen.‘ Dies betrifft zunächst die jungen Menschen, wenn man dazu neigt ‚die ihrem Herkunftsort eigenen Unterschiede aufzulösen und sie in manipulierbare serienmäßig hergestellte Individuen zu verwandeln‘. Um diese Dynamik menschlicher Verarmung zu vermeiden, muss man die Wurzeln lieben und pflegen, da sie ein ‚Bezugspunkt [sind], der uns erlaubt, zu wachsen und auf die neuen Herausforderungen zu antworten‘. Ich lade die jungen Menschen Amazoniens ein, insbesondere die Indigenen ‚sich um die Wurzeln zu kümmern, denn von den Wurzeln kommt die Kraft, die euch wachsen, blühen und Frucht bringen lässt‘. Für die Getauften unter ihnen umfassen diese Wurzeln die Geschichte des Volkes Israel und der Kirche bis heute. Sie zu kennen, ist eine Quelle der Freude und vor allem der Hoffnung, die zu mutigen und edlen Taten inspiriert.“ Dieser Passus betont eindrucksvoll den Wert des Eigenen vor der Gleichförmigkeit und ruft gerade junge Menschen zur Wurzelpflege auf. An den Papst entsteht so die Anfrage, ob das, was er hier in einem ethnisch-kulturellen Rahmen sagt, auf die Kirche angewandt nicht in einem bestimmten Sinne bedeutet, dass ein Katholik, der nicht traditionstreu ist, strenggenommen ein Ding der Unmöglichkeit ist.

In gewisser Weise bejaht Franziskus das, denn, was er in QA 35 ausführt, lässt sich wiederum auf Katholiken beziehen, die sich in akzentuierter Betonung an der Tradition der Kirche ausrichten. Dort heißt es: „Während die Gefahr, diesen kulturellen Reichtum zu verlieren, immer größer wird, haben in den letzten Jahren Gott sei Dank einige Völker begonnen, ihre Geschichten in Erzählungen aufzuschreiben und die Bedeutung ihrer Bräuche zu erklären. Auf diese Weise können sie selbst ausdrücklich anerkennen, dass es mehr als nur eine ethnische Identität gibt und dass sie Hüter wertvoller persönlicher, familiärer und kollektiver Erinnerungen sind. Es freut mich zu sehen, dass diejenigen, die den Kontakt zu ihren Wurzeln verloren haben, versuchen, ihre beeinträchtigte Erinnerung zurückzuerlangen.“ Hier würdigt also der Papst das Bestreben, kulturelle Erinnerungen und Bräuche zu bewahren, zu erklären, festzuhalten und weiterzugeben. Auch die liturgisch-spirituelle und theologische Tradition der Lateinischen Kirche ist eine solche bewahrenswerte, wertvolle Identität.

Dass Papst Franziskus diese Parallele sieht und auch darüber seine Freude und dafür seine Wertschätzung einmal deutlicher ausdrücken würde, wäre sehr wünschenswert, denn dies könnte auch unter Traditionalisten ein Klima schaffen, in dem sie den vom Heiligen Vater in QA 37 ausgesprochenen Hinweis konstruktiver aufgreifen könnten: „Von unseren Wurzeln her sitzen wir am gemeinsamen Tisch, einem Ort des gemeinsamen Gesprächs und der Hoffnung. Auf diese Weise wird der Unterschied, der eine Flagge oder eine Grenze sein kann, zur Brücke. Identität und Dialog sind keine Feinde. Die eigene kulturelle Identität wurzelt im Dialog mit denen, die anders sind, und wird durch ihn bereichert. Echte Bewahrung ist keine verarmende Isolation. Daher ist es nicht meine Absicht, einen völlig geschlossenen, ahistorischen, statischen Indigenismus voranzutreiben, der jede Form der Vermischung ablehnt. Eine Kultur kann unfruchtbar werden, wenn sie sich ‚in sich selber verschließt und veraltete Lebensformen zu verewigen sucht, indem sie jeden Austausch und jede Auseinandersetzung über die Wahrheit vom Menschen ablehnt‘. Dies mag wenig realistisch erscheinen, da es nicht leicht ist, sich vor einer kulturellen Invasion zu schützen. Deshalb sollte dieses Interesse an der Pflege der kulturellen Werte der indigenen Gruppen uns allen gemeinsam sein, denn ihr Reichtum ist auch der unsere. Wenn wir nicht in diesem Sinn der Mitverantwortung angesichts der Vielfalt, die unsere Menschheit schön macht, wachsen, können wir nicht verlangen, dass sich die im Regenwald wohnenden Gruppen arglos der ‚Zivilisation‘ öffnen.“

Voraussetzungen zur Fruchtbarkeit der Tradition

Dass hier Muster angesprochen werden, die sich in Gruppen traditionsorientierter Katholiken finden können, scheint mir ziemlich evident. Es gibt eine gutgemeinte, aber eben letztlich nur vermeintliche Traditionstreue, die zu einem völlig geschlossenen, ahistorischen, statischen Traditionalismus führen kann, eine verarmende Isolation, durch die die Tradition unfruchtbar wird. Doch der Papst fährt mit etwas fort, was sich ebenfalls übertragen lässt. Er ruft dazu auf, dass dieses Interesse an der Pflege der kulturellen Werte der indigenen Gruppen uns allen gemeinsam sein soll. Ersetzt man hier die kulturellen Werte beispielsweise durch spirituelle Werte und die indigenen Gruppen durch traditionstreue Katholiken, könnte auch unter diesen die Reaktion der Abkapselung überwunden werden, weil sie keine nachkonziliar-modernistische Invasion zu befürchten bräuchten. Solange die Befürchtung einer solchen Invasion realistisch erscheint, kann man auch von diesen traditionstreuen Katholiken keine arglose Offenheit verlangen oder erwarten.

[1] Kursivsetzungen und andere Arten von Hervorhebungen innerhalb von Zitaten gemäß dem Originaltext von QA.

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews