Im Zentrum steht die geistliche Kommunion

Hinweise fĂĽr die rechte Vorbereitung und Mitfeier von heiligen Messen am Heiligen Abend und an den Weihnachtstagen in Fernsehen, Radio und im Internet. Von Gero P. Weishaupt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 24. Dezember 2020 um 09:50 Uhr
Alte Messe, Weihnachtszeit

Aachen (kathnews). Wie im Frühjahr so befinden wir uns auch nun am Ende des Jahres erneut in einem Lockdown. Er ist im Augenblick jedoch nicht so gravierend, wie zur Kar- und Osterzeit. Vieles ist möglich, weil man das Virus besser kennt und entsprechend mit ihm umgehen kann. Sicherheitsmaßnahmen (Mindestabstand, Hygiene, Maske) ermöglichen einen maßvolleren Lockdown. Anders als in der Fasten- und Osterzeit ist es Gläubigen darum möglich, die Weihnachtsgottesdienste zu besuchen, wenngleich in einer nur begrenzten Anzahl und unter strengen Sicherheitsauflagen. Der nordrheinwestfälische Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat zwar angesichts steigender Indizidenzahlen am Anfang dieser Woche eine generelle Gottesdienstsperre erwogen, am Ende jedoch nicht durchgesetzt.

Dem Ministerpräsidenten, selbst aufgewachsen in einem katholischen Milieu in Aachen und praktizierender Katholik, ist das in der Wesensnatur des Menschen verankerte Grundrecht auf Religionsfreiheit, wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, ein hoher Wert; Religionsfreiheit ist ein Imperativ des präpositiven Naturrechts. Darum ist in Krisenzeiten wie dieser eine Güterabwägung in Politik und Kirche immerfort notwendig, um verantwortsvolle Entscheidungen zu treffen. Arnim Laschet hat sich letztendlich doch entschieden, auch in der aktuellen Krisensituation dies unveränderliche Grundgerecht nicht einzuschränken und überläßt die Entscheidung den Kirchen. So hat Laschets Heimatbischof, Dr. Helmut Dieser, in einem Interview des WDR mitgeteilt, dass im Bistum Aachen Gottesdienste stattfinden dürfen. Die Pfarrer sollen vor Ort entscheiden, ob sie Gottesdienste feiern oder nicht. Im Übrigen gab der Aachener Oberhirte zu bedenken: „Ich vermute, dass ein Besuch des Gottesdienstes weniger Virusgefahr birgt als zum Beispiel ein Einkauf im Supermarkt.“

Doch bleibt die Zahl der Gottesdienstbesucher pandemiebedingt auch zur Weihnachtszeit beschränkt. Die sakramentale Begegnung mit Christus in der heiligen Eucharistie, in der heiligen Messe, ist für zahllose Katholiken nicht möglich. Gerade an den Weihnachtstagen empfinden es praktizierende Gläubige, die nicht nur am Heiligen Abend und an den Weihnachtstagen die Messe besuchen, als sehr schmerzhaft, dem Herrn nicht sakramental begegnen und ihn nicht in der heiligen Kommunion empfangen zu können.

Dank moderner Kommunikationsmitteln ist  eine Mitfeier auf Abstand dennoch nicht ausgeschlossen. In ihrem Zentrum steht natürlich die geistliche Kommunion. Damit die liturgischen Feiern für die Gläubigen zuhause vor dem Bildschirm, dem Radiogerät oder dem Computer so gut wie möglich geistlich fruchtbar  werden, seien nachfolgende Hinweise zur Vorbereitung auf die Messfeiern und zur andächtigen und geistlich fruchtbaren Mitfeier nachdrücklich empfohlen:

Vor der Messfeier

  • Jeder sollte sich fĂĽnf bis zehn Minuten vor Beginn der Ăśbertragung des Gottesdienstes Zeit zur Vorbereitung nehmen durch stilles oder – wenn mit mehreren Personen der Gottesdienst mitgefeiert wird – gemeinsames Gebet. Das vorbereitende Gebet zielt auf die Opfergesinnung, mit der sich Priester und Gläubige – freilich auf je eigene Weise – in und mit Christus dem Vater in der Messfeier darbringen sollen.
  • Sofern die Texte zur VerfĂĽgung stehen, sollten sowohl die biblischen Texte des jeweiligen Tages als auch die Gebete, die während der Messfeier gebetet werden, vorab meditierend gelesen werden. Wer keinen Schott besitzt, kann die liturgischen Texte finden auf: https://www.erzabtei-beuron.de/schott
  • Stellen Sie in die Nähe des Fernsehgerätes, des Radios oder des Computers ein Kreuz mit einer Kerze.  So schaffen Sie zuhause eine geziemende Gebetsatmosphäre. Dabei sollte der Adventskranz mit den brennenden Kerzen, sofern noch vorhanden, der Weihnachtbaum, vor allem aber die Krippe mit der heiligen Familie nach Möglichkeit räumlich zum jeweiligen Gerät miteinbezogen werden.
  • Schalten Sie vor Beginn des Gottesdienstes das Telefon und das Handy ab, damit Sie nicht in der Andacht und an der Messfeier gestört werden.
  • Hilfreich sind auch passende Kleidung. Gerade an den Feiertagen.

Während der Messfeier

  • Beachten Sie während der Feier die entsprechenden verschiedenen liturgischen Körperhaltung. Eine Messe ist kein TV-Spielfilm oder TheaterstĂĽck. Stehen Sie, wenn das liturgisch vorgesehen ist: beim Einzug des Priester bis zum Wortgottesdienst. Während des Wortgottesdiensten sitzen Sie bei den Lesungen, beim Evangelium stehen Sie. Knien Sie auch zuhause, wenn das eucharistische Gebet beginnt, auf jeden Fall aber bei der Wandlung. NatĂĽrlich nur, wenn das aus gesundheitlichen GrĂĽnden oder aus AltersgrĂĽnden fĂĽr Sie nicht unmöglich ist.
  • Singen und beten Sie laut mit, wo dies in der Messfeier vorgesehen ist.
  • Wenn der Priester kommuniziert, ist der Augenblick da fĂĽr die geistliche Kommunion. Wenn möglich, sollten  Sie dabei knien. Die geistliche Kommunion ist nach der Wandlung der wichtigste Augenblick fĂĽr alle, die den eucharistischen Herrn nun nicht in den sakramentalen Gestalten empfangen können. Durch die geistliche Kommunion, d. h. das sehnsĂĽchtige Verlangen nach dem Herrn, wenden Sie sich ihm im Herzen zu. Die geistliche Kommunion zielt auf die gnadenhafte Gemeinschaft (Kommunion) mit dem Herrn.

Nach der Messfeier

  • Nach der Messfeier sollten Sie den Fernseher, das Radio und den Computer ausschalten. Nutzen Sie die Zeit der Stille fĂĽr ein Dankgebet. In der Danksagung geht es darum, sich in Erinnerung zu rufen, was sie gefeiert haben, und Gott freudig zu preisen wegen der Gnade des eucharistischen Opfers und seiner „Geburt“ und Ankunft unter uns unter sakramentalen Gestalten.

Foto: Alte Messe, Weihnachtszeit – Bildquelle: Kathnews

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