Höhepunkt im Karlsjahr 2014: Ausstellungstrias in Aachen

Wertvolle Exponate aus der Zeit Karls des Großen sind für vier Monate wieder an den Ort ihrer Entstehung zurückgekehrt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 6. Juli 2014 um 19:32 Uhr
Kaiser Karl der Große

Von Gero P. Weishaupt.

„Wie im Louvre“. So titelte vor Kurzem eine Aachener Lokalzeitung sinnspielend auf die hohe Zahl der Besucher der dreiteiligen Sonderausstellung, die zurzeit in Aachen auf dem Gelände der ehemaligen Pfalz Karls des Großen, dem Ort mittelalterlicher Königskrönungen und der bedeutendsten Wallfahrt nördlich der Alpen, zu bestaunen ist. Wie ein Magnet zieht die Ausstellung Tausende an. Sogar die Deutsche Bundesbahn bietet mit einem ICE-Sparpreis von 29 Euro hin und zurück Bahnfahrten von allen deutschen Bahnhöfen zur Aachener Ausstellung. Dank auch des großen Medieninteresses erwartet die Stadt bis zum 21. September 2014, dem Ende der Ausstellung, zahllose Besucher. Kostbare in Aachen wieder vereinte Exponate u.a. aus den Vatikanischen Museen in Rom, dem Louvre in Paris oder dem Victoria and Albert Museum in London, um nur die bedeutendsten Museen zu nennen, locken Interessierte in diesen Wochen in die westlichste deutsche Großstadt.

Karoli Praesentia. Warum eine Sonderausstellung in Aachen?

Zunächst stellt sich aber die Frage, warum gerade Aachen der einzig richtige Ort ist für diese Sonderausstellung im Karlsjahr 2014 ist. Warum nicht Rom? Dort hat Karl am Weihnachtsfest 800 von Papst Leo III. die Kaiserkrone empfangen, was geradezu ein epochales Ereignis gewesen ist, wenn man bedenkt, dass nicht nur das knapp 500 Jahre vorher untergegange weströmische Kaisertum mit der Kaiserkrönung Karls des Großen auf die  Franken übertragen wurde – die Historiker nennen diesen Akt translatio imperii: Übertragung der römischen Kaisertums -, sondern mit dieser Krönung auch das abendländische Kaisertum erneuert wurde, das, wenn man vom Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1815 absieht, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 fortbestanden hat. Auch Frankfurt a. M., Ingelheim, Worms, Nijmegen in den heutigen Niederlanden, Regensburg, Pavia oder Ravenna etc., Orte, wo karolingische Pfalzen standen, die Karl regelmäßig aufgesucht hat, hätten als Ausstellungsorte in Betracht gezogen werden können. Oder auch Wien, etwa die Wiener Hofburg, die prachtvolle Residenz der Habsburger, jener Dynastie, die das Vermächtnis Karls des Großen, nämlich das eines geeinten Europas auf der Grundlage antiker und christlicher Werte, tatsächlich verwirklich hat, hätte man sich als Ausstellungsort für die Trias „Karl der Große. Kunst-Macht-Schätze“ durchaus vorstellen können.

Professor Rudolf Schieffer, Experte für die Karolingerzeit, gibt eine Erklärung für den „Standort“ Aachen: „Karl der Große ist vor 1200 Jahren in Aachen gestorben und noch am selben Tag begraben worden. Er ist in der Stadt niemals in Vergessenheit geraten. Jahrhundertelang war sein Thron der Platz, auf dem sich die neugekrönten deutschen Könige niederließen, um sich bewußt in die Tradition des großen Herrschers zu stellen.“ Außerdem birgt der kostbare Karlsschrein aus der Blütezeit staufischer Macht die Gebeine des 1165 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa in der Aachener Marienkirche, dem Dom, heiliggesprochenen Kaisers. In Aachen wirkte außerdem Karls einflussreiche Hofschule, an der die bedeutendsten Künstler und die namhaftesten Gelehrten der damaligen Zeit aus allen Teilen Europas arbeiten und forschten. Aachen war über Karls Zeit hinaus noch unter seinem Sohn Ludwig dem Frommen über viele Jahre hindurch das neue Athen und das Rom des Nordens. Nicht zuletzt wegen der alljährlich seit 1950 in Aachen stattfindenden Verleihung des Internationalen Karlspreises ist die Erinnerung an Karl den Großen in Aachen immer lebendig geblieben. Diese Gegenwart Karls in seiner Stadt Aachen hat sich in der mittelalterlichen Karlssequenz „Ubs Aquensis, Urbs Regalis“ kultischen Aussdruck verschafft:

Regi regum pange laudes, quae de magni regis gaudes Caroli praesentia.

Zu Deutsch (Übersetzung: GPW)

Singe Loblieder dem König der Könige, die du dich über die Gegenwart des großen Königs Karls freust.

(gemeint ist die Stadt Aachen, die Urbs Aquensis, daher das Femininum des Relativpronomens: quae) über des großen König Karls Gegenwart (in deiner Mitte).

(Es gibt zwei Schreibweisen im Lateinischen: Carolus und Karolus. Die eine  ist die klassische, die andere die mittelalterliche, die schon Einhard verwendet hat.)

Darum also gibt es keinen geeigneteren Ort für die große Jubiläumsausstellung zum Karlsjahr 2014 als eben nur diese Stadt: Aachen.

Die Ausstellungstrias „Karl der Große. Kunst-Macht-Schätze“ präsentiert sich an drei Orten im Zentrum der alten Karlsstadt: im Krönungssaal des Aachener Rathauses, im (neuen) Stadtmuseum Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer.

Erster Teil der Ausstellung im Krönungssaal: „Orte der Macht“

Karl der Große, der mächtigste Herrscher des Mittelalters, der das abendländische Kaisertum erneuert hat, steht im Krönungssaal des Aachener Rathauses, also auf dem Boden von Karls ehemaliger Pfalz, dort, wo jährlich der Internationale Karlspreis zu Aachen an verdiente Europäer verliehen wird, im Mittelpunkt. Direkt schon am Eingang steht der Besucher vor dem Karlsschrein, der die Gebeine Karls des Großen seit Angang des 13. Jahrhunderts birgt. Allerdings nicht vor dem originalen Schrein, denn der steht nach wie vor in der gotischen Chorhalle des Domes, sondern vor einer 3 D-Videoinstallation. Die Organisatoren der Ausstellung haben weder Mühe noch Kosten gespart, um auch hochmoderne, ja spektakuläre Museumspädagogik einzusetzen, die vor allem die junge Generation für die Ausstellung und ihre Thematik empfänglich machen soll.

Vom fränkischen Reisekönigtum zum repräsentativen Herrschaftssitz

Die Ausstellung „Orte der Macht“, die flächenmäßig größte der Trias, ist in zehn Stationen aufgeteilt. Ungefähr drei Wochen hatten die Aussteller Zeit, um nach der Verleihung des diesjährigen Karlspreises den Krönungssaal im Aachener Rathaus, das auf den  Fundamenten der Kaiserpfalz, genauer der karolingischen Königshalle (aula regia) errichtet ist, für die Ausstellung vorzubereiten. Darin wird dem Besucher die eindrucksvolle Entwicklung vom mobilen fränkischen Reisekönigtum zum repräsentativen Herrschaftssitz an einem festen Ort gezeigt. Die Ausstellung im Rathaus geht der Frage nach, wie sich Macht im frühen Mittelalter darstellte und gestaltete, und begleitet den großen Kaiser auf dem Weg durch sein Reich. Anschaulich wird gezeigt, wie Karl seine Herrschaft zunächst noch im Umherziehen ausübte und sich ihm dabei – auf den Straßen der Römerzeit, auf Flüssen und Pfaden – sein Reich erschloss, in dem er nach und nach seine Autorität durchsetzte und Recht sprach. Karl war – wie seine Vorgänger und Nachfolger – ständig unterwegs, regierte aus dem Sattel und herrschte mit dem Schwert. Krieg war für ihn ein ganz legitimes Mittel der Politik. Er konnte aber auch, wie Kurator Frank Pohle erläutert, auf ein dichtes Netzwerk von Königsbesitzungen, die Pfalzen und Königsgüter, zurückgreifen, die ihm bevorzugt Aufenthalt boten, allerdings auch weit von dem entfernt waren, was Herrschern der Spätantike an architektonischer Pracht zur Verfügung gestanden hatte.

Karls Macht gründete auf dem einen christlichen Glauben und einer straffen Organisation und Verwaltung. Er nutzte das Christentum zur Stärkung der inneren Einheit des Reiches. Er bemühte sich um die Reinheit des Glaubens. Drängende theologische Fragen ließ er auf Synoden behandeln, so etwa zum Bilderstreit, zum Adoptianismus und der damit verbundenen Gottessohnschaft Christi (in Aachen wurde das Filioque ins Credo aufgenommen). Der Reinheit des Glaubens als Bedingung der inneren Einheit des Reiches diente unter anderen das Bemühen des Kaiser um die Liturgie und die Gesetzgebung. Davon zeugen in der Ausstellung „Orte der Macht“ im Aachener Krönungssaal eine aus 812 stammende Handschrift des Sacramentarium Gregorianum-Hadrianum und eine ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert stammende Reimser Handschrift der Collectio Dionysio-Hadriana, ein im 6. Jahrhundert von Dionysius Exiguus zusammengestellter und von Papst Hadrian I. ins Frankenreich geschickter Rechtstext, den Karl der Große 802 bestätigte. Die Sammlung versammelt die Beschlüsse der wichtigsten Konzilien und Dekretalen der Päpste. Sie ist eine wichtige rechtsgeschichtliche Quelle, nicht zuletzt für das kanonische Recht, das Kirchenrecht.

Die Pfalz in Aachen

Erst in Aachen entstand eine Pfalz, die ihresgleichen suchte. Sie wurde nach den  Vorbildern antiker Palast- und Sakralbauten errichtet, deren wesentliche Bestandteile der Sakralbau (die oktogonale Marienkirche), der Repräsentationsbau (die Königshalle/aula regia) für Reichstage, Synoden und Empfänge, sowie die Wohn-, Verwaltungs- und Wirtschaftseinrichtungen bildeten. Die Pfalz in Aachen war neben den Pfalzen in Ingelheim, Worms und Nijmegen die größte Pfalz nördlich der Alpen. Schon Karls Vater suchte sie gerne auf. Karl hielt sich in den Jahren, als er sein Reich noch aus dem Sattel regierte, 26 mal in Aachen auf, gefolgt von Worms (18 mal) und Herstal im heutigen Belgien unweit von Lüttich (10 mal). In allen anderen im Reich erbauten Pfalzen (wie z.B. in Nijmegen, Düren, Ingelheim, Frankfurt, Paderborn, Pavia oder Ravenna) hat er sich weniger aufgehalten. Die Aachener Pfalz bevorzugte Karl der Große nach dem Zeugnis Einhards wegen der heißen Quellen – Karl der Große litt an Gicht – und der vielen Wälder in der Umgebung der Pfalz – Karl der Große war ein leidenschaftlicher Jäger. Aachen hat er darum zu seiner Hauptpfalz erkoren, sie ausgebaut und zu einem Paradebeispiel einer karolingischen Pfalz gemacht. Sie war in den beiden letzten Lebensjahrzehnten des Kaisers der unumstrittene Aufenthaltsort des Herrschers, den er nur noch selten verließ.

Der Mythos Karl der Große

Die Ausstellung demonstriert aber auch, wie die Gestalt des Herrschers nach seinem Tod schon bald mythisch überhöht worden ist, eine Entwicklung, die schon rasch nach seinem Tode einsetzte. In den verschiedenen Epochen bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde Karl ganz unterschiedlich interpretiert, für die Anschauung der jeweiligen Zeit sogar instrumentalisiert, von den Nationalsozialisten für ihre Propaganda sogar missbraucht. Die Fresken an den Wänden des Aachener Krönungssaales, gemalt von dem bekannten Aachener Alfred Rethel, der dem Historismus des 19. Jahrhunderts zuzuordnen ist, lassen auf sehr originelle Weise den Mythos Karl zum Sprechen kommen, indem sie Schlüsselereignisse aus dem Leben des Kaisers zeigen.

Blick in die Gegenwart

Am Ende der Ausstellung, in denen 320 bemerkenswerte Exponate „Orte der Macht“ und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben am kaiserlichen Hof zu Aachen und anderen Orten der Macht vor Augen führen, steht auch der Blick in die Gegenwart und die Frage, wo heute „Orte der Macht“ sind.

Zweiter Teil der Ausstellung im Centre Charlemagne: „Karls Kunst“

Karls Größe und Macht manifestierte sich vor allem in seinen kulturellen Leistungen, in seinem Engagement für den christlichen Glauben, der in der Symbiose mit antikem, sprich griechisch-römischem Gedankengut das eigentliche Fundament der abendländischen Kultur ist, und in seinen Bildungsreformen. Dieser wichtigste Aspekt der Person Karls des Großen kommt im neu eröffneten, großzügig angelegten Stadtmuseum Centre Charlemagne anschaulich zur Darstellung. Es befindet sich am Katschhof, dem prächtigen Freiplatz, einem der schönsten und geschichtsträchtigsten Europas, zwischen Dom und Rathaus, also im Herzen der Kaisersstadt. In jeweils 13 Vitrinen sind 31 erlesene Objekte der Goldschmiedekunst, der Buchmalerei und der Elfenbeinschnitzerei zu bewundern, die entweder direkt der Aachener Hofschule oder der karolingischen Zeit entstammen.

Exponate der Aachener Hofschule

Im Centre Charlemagne werden selten verliehene Kunstwerke wie das von Karl dem Großen und seiner Frau höchstpersönlich in Auftrag gegebene, zwischen 781 und 783 entstandene Godescalc-Evangeliar, der Dagulf-Psalter oder die Fibel von Dorestad präsentiert. Der Tassilokelch, der bedeutendste noch erhaltene Goldkelch des Mittelalters, wird zum ersten Mal außerhalb des österreichischen Stifts Kremsmünster, wo er ansonsten beheimatet ist, im Rahmen eine Ausstellung gezeigt. Der kupfervergoldete Stiftsbecher aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, der – für die damalige Zeit außergewöhnlich – mit Medaillons bebildert ist und dreieinhalb Kilo wiegt, wurde bisher nur ein einziges Mal ausgeliehen, und zwar an Papst Johannes Paul II. anlässlich einer Messe in Salzburg.

Teile des Lorscher Evangeliars in Aachen vereint

Darüber hinaus sind die Vorder- und Rückseite des Lorscher Evangeliars, die normalerweise weit voneinander getrennt sind – die eine im Victoria and Albert Museum in London, die andere in den Vatikanischen Museen – hier wieder zusammengeführt. Das „bebilderte Evangelium, mit Gold geschrieben, mit Elfenbeintafeln“, um 810 in der Aachener Hofschule entstanden und 860 erstmals erwähnt, befand sich bis 1556 im Kloster Lorsch, bevor es während des 30-jährigen Krieges in alle Himmelsrichtungen zerstreut wurde und erst Jahrhunderte später wieder auftauchte. Kurator Peter van den Brink sieht in Karl dem Großen „einen hoch anspruchsvollen Impulsgeber für Kunst und Kultur“ und will mit der Schau im Centre Charlemagne dazu anregen, danach zu fragen, was von „Karls Kunst“ übrig geblieben und auf welchen Wegen sie überliefert ist, was die Werke aber auch mit der Wirkung des großen Kaisers zu tun haben. Dabei stehen die Handschriften, darunter auch das prachtvolle Evangeliar von Soissons, das den Ehrentitel „style Charlemagne“ trägt, besonders für Karl als Reformer, der Bücher schätzte und als Instrumente seiner Erneuerungspolitik einsetzte.

Nach der Sonderausstellung „Karls Kunst“ wird das Centre Charlemagne ab November 2014 eine Dauerausstellung über die Geschichte Aachens, die mit der Geschichte Europas eng verbunden ist, präsentieren. Wer hierüber mehr erfahren möchte, den verweise ich auf meinen Beitrag „Aachens Geschichte unter einem Dach“.

Dritter Teil der Ausstellung in der Domschatzkammer: „Verlorene Schätze“

In die Aachener Domschatzkammer, die an sich schon mit ihren Dauerexponaten, zusammen mit den Kunstschätzen des Aachener Domes, den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen birgt, hat deren Leiter, Dr. Georg Minkenberg, im Rahmen des dritten Teils der Ausstellung unter dem Titel „Verlorene Schätze“ 60 Objekte zurückbringen lassen, die im Laufe der Jahrhunderte von Aachen verschwunden oder verkauft worden waren. Dabei hat Minkenberg erhebliche Detektivarbeit geleistet und sie auf die Dauerausstellung der Domschatzkammer verteilt. So ist zum Beispiel das Grabtuch Kaiser Karls, eine kostbare byzantinische Seidenarbeit, die 1850 in der Mitte zerschnitten und zur Hälfte an den Louvre verkauft wurde, zurückgekehrt und hängt über dem Proserpinasarkophag aus dem späten zweiten Jahrhundert, jenem Sarkophag, in dem die Gebeine Karls des Großen bis zur Fertigstellung des Karlschreins Anfang des 13. Jahrhunderts gelegen haben sollen. Auch ein Stück eines der vielen Königsmäntel, die bei den 30 Krönungen in Aachen benutzt wurden, ist wieder aufgetaucht, umgearbeitet zu einem Messgewand; viele andere der wertvollen Mäntel wurden offenbar zerschnitten und von einem gewissen Kanonikus Bock im 19. Jahrhundert in ganz Europa verkauft. Ein kostbares Reliquiar dagegen, ein im 11. Jahrhundert entstandenes Elfenbeinkästchen, wurde an Napoleons Gattin Josephine verschenkt, die es weitervererbte – bis es im 20. Jahrhundert von dem Aachener Sammler Peter Ludwig erworben wurde, der es dem Kölner Schnütgen-Museum (nicht der Aachener Domschatzkammer) zur Aufbewahrung übergab. Nicht entgehen lassen sollte der Besucher sich aber auch die beiden Emailplatten vom Armreliquiar Karls des Großen, das zu seiner Heiligsprechung 1165 von Kaiser Friedrich Barbarossa gestiftet wurde.

Die Aachener Trias ist eine Ausstellung der Superlative

Fünf Jahre haben die Vorbereitungen der dreiteiligen Sonderausstellung zum Karlsjubiläum in Aachen gedauert, wofür 3,7 Millionen Euro aufgebracht werden mußten. Zahlreiche renommierte Wissenschaftler haben an der Vorbereitung der Ausstellungstrias mitgearbeitet. Sie zeichnen auch verantwortlich für zwei großartig und reich bebilderte Kataloge und einen wissenschaftlich fundierten und äußerst lesenswerten Essay-Band über die Ausstellungstrias, die der Besucher für 59 Euro erwerben kann. Das Ergebnis der jahrelangen Vorbereitungen kann sich sehen lassen. Das Interesse ist auf jeden Fall groß. Schon vor der Eröffnung der Karlsausstellung lagen den Veranstaltern 2800 Führungen vor. Bereits wenige Tage nach der Eröffnung haben 15.000 Interessierte die Ausstellung besucht.

Aachen und Europa ehren Karl den Großen

Mit der Trias ehrt die Stadt „ihren“ Karl den Großen, der am 28. Januar 814 in Aachen gestorben und auch dort beigesetzt worden ist. Nur ihm verdankt die Stadt am Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande ihren geschichtlichen wie kulturellen Ruhm. Mit der Trias „Karl der Große. Kunst-Macht-Schätze“ ehrt aber zugleich Europa Karl den Großen, der als „Vater Europas“ gilt. Grund genug für die Staatsoberhäupter Deutschlands (Joachim Gauck, der die Ausstelluhng am Fronleichnamstag eröffnet hat), Frankreichs (François Hollande) und Italiens (Giorgio Napolitano) die Schirmherrschaft einer Ausstellung zu übernehmen. Auch der Europarat sowie das Europaparlament unterstützen diese Ausstellung. Auf der Eröffnungskonferenz erklärte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp die Zielsetzung der Karlsausstellung: „Weder sollen mit den Ausstellungen Mythen, die sich seit jeher um Karl ranken, weitergetragen, noch neue geschaffen werden, es soll keine Heiligenvita geschrieben und keine Legendenerzählung fortgesetzt weden. Die Ausstellung will vielmehr einen historisch verantwortbaren Blick auf ihn werden, der nichts vernebelt.“

Die Ausstellungstrias „Karl der Große – Macht Kunst Schätze“ an drei verschiedenen Orten in Aachen ist noch bis zum 21. September 2014 zu sehen. Sie ist sonntags bis mittwochs von 10 bis 18 und donnerstags bis samstags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Nähere Auskünfte erteilt das Ausstellungsbüro. Mozartstraße 2–10, 52058 Aachen, Tel. 02 41/ 4 32 49 02, E-Mail: info@karldergrosse2014.de Im Internet präsentiert sich die  Ausstellung mit einem eigenen Auftritt: www.karldergrosse2014.de.