Heilige Messe ist nicht Wiederholung des Abendmahles Jesu

Deutsche Bischöfe wegen "pastoraler Handreichung" in Rom, unter ihnen auch der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 2. Mai 2018 um 13:50 Uhr
Regensburger Dom

Am Donnerstag, dem 3. Mai 2018, kommen – laut VaticanNews – einige Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz zu klärenden Gesprächen in Rom zusammen. Dabei geht es um eine von der DBK nicht einstimmig verabschiedeten „pastoralen Handreichung“, die die Spendung der heiligen Kommunion für den evangelischen Partner einer konfessionsverschiedenen Ehe im Einzelfall ermöglichen soll. Sieben Diözesanbischöfe und sechs Weihbischöfe haben laut dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gegen den Entwurftext gestimmt und sich in der Frage an den  Apostolischen Stuhl gewandt.

Zu den deutschen Bischöfen, die an den Gesprächen in Rom teilnehmen, gehört auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der weltweit als anerkannter Theologe gilt. In einem Interview der Regensburger Kirchenzeitung legte der Bischof die theologischen wie kirchenrechtlichen Gründe kurz dar, warum aus seiner Sicht die pastorale Handreichung bei den sieben Diözesan- und sechs Weihbischöfen keine Unterstützung findet. Der Kirchenrechtler Dr. Gero P. Weishaupt hat die wichtigsten Gründe, die Bischof Voderholzer benannt hat, für die Leser von Kathnews zusammengetragen:

Gründe von Bischof Voderholzer gegen die „pastorale Handreichung“

  • Die „Handreichung“ berüchsichtige „nicht ausreichend das unterschiedliche Glaubensverständnis der einzelnen Konfessionen hinsichtlich der Eucharistie auf der einen und des Abendmahls auf der anderen Seite“.
  • In der Frage der Ökumene müsse „nicht zuletzt auch die Sicht der Ostkirchen berücksichtigen werden. Dort wird der Zusammenhang zwischen Kirchengemeinschaft und Eucharistiegemeinschaft noch tiefer gesehen als in der Westkirche“.
  • Bei den protestantischen Christen komme dem „Abendmahl nirgendwo eine so bedeutende Rolle zu wie der Eucharistiefeier auf katholischer Seite. Wer den Wortgottesdienst feiert, hat schon die höchste Form der Gottesbegegnung, über die hinaus das Abendmahl keinen Mehrwert darstellt“.
  • „Was die katholische Sicht betrifft, so ist besonders wichtig, dass die Heilige Messe nicht die Wiederholung des Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern ist, sondern die Feier seines Todes und seiner Auferstehung, die Vergegenwärtigung seines Kreuzesopfers.“
  • „Wer in der katholischen Kirche die Eucharistie empfängt, bejaht den Glauben bezüglich der Eucharistie. … Da ist zunächst die Glaubensüberzeugung von der realen und bleibenden Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gestalten. Doch darauf beschränkt sich der Eucharistieglauben nicht. … In der Eucharistiefeier wird der gesamte katholische Glauben in verdichteter Form ausgesagt und bekannt. Die Eucharistie ist Ursprung und Quelle der Kirche und ihrer Raum und Zeit übergreifenden Einheit.“
  • „Die Heilige Messe mitfeiern und mitbeten ist ein Bekenntnis! Wer nun von seinem Bekenntnis her das Papstamt ablehnt, die Heiligenverehrung nicht kennt und das Gebet für die Verstorbenen für unnötig oder unmöglich hält“, der „muss sagen, wenn er sich selber ernst nimmt: Dieser Kirche will und kann ich nicht angehören, zumindest nicht ganz und in höchster Form. Wenn es anders ist, steht der Weg der Aufnahme in die katholische Kirche offen. Von jemandem aber einerseits den vollen Eucharistieglauben zu verlangen und gleichzeitig zu sagen: Du kannst bei Deinem Bekenntnis bleiben, ist nicht ehrlich.
  • In can. 844 § 4 „ist ausdrücklich von ‚Todesgefahr‘ oder einer ‚anderen schweren Notlage‘ die Rede, und von dem Fall, dass ein geistlicher der eigenen Gemeinschaf nicht erreichbar ist. Die Kriterien müssen sich also auf der Ebene solch gravierender Umstände bewegen. Uns scheint, dass allein das Leben in konfessionsverschiedener Ehe diese Kriterien nicht erfüllen und auch nicht allein zu einer ‚gravis spiritualis necessitas‘ (‚schwere geistliche Notlage‘) führen kann.“
  • Zu einer guten Freundschaft gehört es auch gerade, das Gegenüber zu respektieren und in seinem Bekenntnis und in seinem Selbstverständnis ernst zu nehmen. Die geplante ‚Handreichung‘ hingegen könnte als unfreundlicher Akt der Abwerbung verstanden werden, zumal die Ermöglichung der Eucharistieteilnahme im Einzelfall durchaus nicht umgekehrt gilt.

Hier das Interview mit Bischof Voderholzer: „Die gemeinsame Sehnsucht nach Einheit wachhalten.“

Auf die kirchenrechtlichen Bedenken hat Dr. Gero P. Weishaupt in seinem früheren Beitrag „Was meint der Gesetzgeber mit ‚schwerer Notlage bei Kathnews aufmerksam gemacht.

Foto: Regensburger Dom – Bildquelle: Omnidoom 999 / Wikipedia