Zehn neue Heilige
Vatikan (kathnews). Am vergangenen Sonntag hat Papst Franziskus der gesamten Kirche zehn neue himmliche Fürsprecher und Vorbilder auf dem Lebensweg als Christ geschenkt. Unter den Heiliggesprochenen ragen durch Bekanntheit und allgemeine geistliche Strahlkraft besonders Charles de Foucauld (1858-1916) und Titus Brandsma OCarm (1881-1942) hervor.
De Foucauld zeichnen Lebensumstände und ein Lebensweg aus, die in manchem Ähnlichkeit mit jenen eines Franz von Assisi zeigen. Eine ausgelassene, verschwenderische Jugend beispielsweise, die durch wohlhabende Herkunft ermöglicht wurde. Auch die Radikalität und Solidarität erinnern an den umbrischen Poverello. Die Begegnungen mit dem Islam ließen sich ebenfalls nennen. Bei de Foucauld wurde eine Reise 1885, die ihn in den Süden von Algerien führt, zur Gelegenheit dieser Begegnung. Von der Frömmigkeit der Muslime beeindruckt, verspürt er den Anstoß, sich mit seiner eigenen Religion und Gottesbeziehung existentiell auseinanderzusetzen. Von 1890 bis 1897 lebt er als Trappist im Kloster, geht dann aber für drei Jahre ins Heilige Land, um in Nazareth zu leben.
So reift eine eigene Lebensform heran, die ihn schließlich nach einer eremitischen Phase zu den Tuareg führt, um so als kleiner Bruder Jesu ganz bei den Ärmsten und Ausgestoßenen zu sein. Bei einem Überfall am 1. Dezember 1916 wird er erschossen. Obwohl es zu Lebzeiten nie dazu kam, dass sich ihm Gefährten anschlossen, inspiriert die Spiritualität des Charles de Foucauld heute mehrere Gemeinschaften, die sich auf ihn beziehen.
Journalistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Titus Brandsma war Philosoph, Priester, Karmelit und auch als Journalist tätig. In seiner Heimat gilt er als eine der entschiedensten Persönlichkeiten im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Am 26. Juli 1942 wurde er im KZ Dachau von einer Krankenschwester ermordet, die ihm, dessen Leben als lebensunwert eingestuft wurde, mit einer Spritze getötet. Nach der Heiligsprechung setzen sich Verbände katholischer Journalisten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland beim Papst dafür ein, Titus Brandsma zum speziellen Schutzheiligen journalistischer Arbeit zu erklären.
In seiner Predigt zur Heiligsprechung sagte der Heilige Vater unter anderem: „Während die Welt uns oft davon überzeugen will, dass wir nur dann einen Wert besitzen, wenn wir Ergebnisse erzielen, erinnert uns das Evangelium an die Wahrheit des Lebens: Wir werden geliebt, und das ist unser Wert, wir werden geliebt.“
Foto: Figur mit Kreuz – Bildquelle: Kathnews









