50 Jahre II. Vat. Konzil – Wo steht die Kirche heute?

Ein Kommentar von kathnews-Chefredakteur Benjamin Greschner.
Erstellt von am 14. Februar 2012 um 13:57 Uhr
Petersdom

Fünfzig Jahre sind vergangen, seit Papst Johannes XXIII. die Bischöfe der Weltkirche im Ewigen Rom versammelte um das Zweite Vatikanische Konzil abzuhalten. Fünfzig Jahre, in denen sich sehr viel in Kirche und Welt verändert hat. Doch der vom Konzil erhoffte Aufschwung ist vielerorts ausgeblieben und die Tradition der Kirche in Lehre und Liturgie wird von vielen Katholiken nur noch als „das ewig Gestrige“ gesehen. Vertreter einer „modernen Theologie“ und einer „zeitgemäßen Liturgie“ haben es geschafft, einen kompletten Umbruch im kirchlichen Leben zu vollziehen, ja, ein Umbruch der im wahrsten Sinne ein „Bruch“ ist, ein Bruch mit der Kirche der vergangenen Jahrtausende. Was einmal für Generationen von Gläubigen das Heiligste war, galt plötzlich als völlig überholt und nicht mehr der Zeit entsprechend.

Ziel dieser „neuen Liturgie“ war es, die Kirche für „den Menschen der Moderne“ wieder attraktiver zu machen. Liturgen und Theologen glaubten, man könne die Kirchen am Sonntag wieder füllen, wenn man die Kirche verweltlicht. Welch ein Trugschluss. Welche Attraktivität und welche spirituelle Strahlkraft soll eine Kirche auf die Welt haben, die selbst so sehr „verweltlicht“ ist, dass zwischen der sonntäglichen Messe und einer beliebigen Versammlung kaum mehr  ein Unterschied zu spüren ist? Die Kirche musste diese Lektion in den vergangenen vierzig Jahren, die seit der Liturgiereform Pauls VI. vergangen sind, bitter lernen. Der Aufbruch, den man sich von den zahlreichen Neuerungen erhoffte, blieb aus, die Kirchenbänke blieben leer bzw. wurden über die Jahre und Jahrzehnte noch viel leerer.

Doch welchen Lohn erhielt die Kirche für Ihre Zuwendung zur modernen Welt? Sind Kirche und Welt sich in den vergangenen Jahrzehnten vielleicht sogar im positiven Sinne näher gekommen? Wohl kaum. Die Anfeindungen „der Welt“ gegenüber der Kirche, sie sind heute vielleicht sogar noch massiver als in den vergangenen Jahrzehnten. Vielerorts sind Christen mittlerweile eine Minderheit – und das im einst „christlichen Abendland“. Das größte Problem mag jedoch sein, dass die „Feinde der Kirche“ mittlerweile nicht nur außerhalb der Mauern der Kirche stehen und sie bedrängen, sondern in ihrem tiefsten Inneren. So erkannte bereits Papst Paul VI., dass der „Rauch Satans“ in die Kirche eingedrungen sei. Der Kampf gegen die Kirche, ihre Lehre und das Heilige wird seit geraumer Zeit nicht nur vor den Toren der Kirche ausgefochten, sondern in den Gemeinden, Fakultäten, Gremien und Einrichtungen der Kirche.

Die Situation, in der die Kirche sich seit geraumer Zeit befindet, ist alles andere als „optimal“. Doch trotzdem haben wir Grund zur Hoffnung, trotzdem können wir voll Gottvertrauen darauf hoffen, dass die Kirche Gottes wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Nach menschlichem Ermessen scheint diese Hoffnung schon fast naiv, doch im Vertrauen auf Gott, bei dem nichts unmöglich ist, erschlieĂźt sich dem Gläubigen Herzen eine Hoffnung und eine Gewissheit, die nicht von dieser Welt ist. Christus selbst sagte zum ApostelfĂĽrsten Petrus: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht ĂĽberwältigen“ (Mt 16,18). Petrus, der Felsen auf dem die heilige Kirche von Gott selbst gebaut wurde, ist ein so massives Fundament, dass auch die StĂĽrme der Moderne die Grundfesten der Kirche nicht erschĂĽttern können. Christus sagt dies mit aller Deutlichkleit: „…die Mächte der Unterwelt werden sie [die Kirche]nicht ĂĽberwältigen“. Egal wie groĂź der Kampf auch sein mag, am Ende wird die heilige Kirche in schönerem Glanz erstrahlen, als wir es uns heute vorstellen können – dies ist gewiss.

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. BĂĽrger, kathnews

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