Weiheakt in Rom und Fatima

Für den 25. März hat Papst Franziskus die „Weihe Russlands und der Ukraine an das Unbefleckte Herz Mariens“ angekündigt.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 20. März 2022 um 09:04 Uhr
Hl. Gottesmutter Maria

Moskau/Kiew/Rom/Fatima (kathnews). Am kommenden 25. März, traditionell und umgangssprachlich das Fest Mariä Verkündigung, seit der Kalenderreform von 1969 offiziell stärker als Herrenfest akzentuiert und als Verkündigung des Herrn bezeichnet, wird Papst Franziskus Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Derselbe Akt wird zeitgleich im portugiesischen Marienheiligtum Fatima, mit dessen Botschaft eine solche Weihe Russlands originär verknüpft ist, von Kardinal Konrad Krajewski, dem päpstlichen Almosenier, vollzogen.

Zwei Erfordernisse fĂĽr die Weihe durch den Papst

Der Konzeption der Weihe in der Botschaft von Fatima nach ist es erforderlich, dass sie von der (moralischen) Gesamtheit aller Bischöfe gemeinsam mit dem Papst vorgenommen wird. Dazu ist es nicht nötig, dass sie sich alle am selben Ort einfinden, doch wäre es wünschenswert, wenn sich beispielsweise die Mitglieder einer Bischofskonferenz am 25. März 2022 an einen zentralen Marienwallfahrtsort von nationaler Tragweite begeben würden, um sich gemeinschaftlich des in Rom und Fatima gebrauchten Weihetextes zu bedienen. Wo dies nicht möglich ist, sollte der Diözesanbischof gegebenenfalls zusammen mit seinen Weihbischöfen zu diesem Zweck die Kathedrale oder eine diözesan bedeutsame Marienwallfahrtsstätte aufsuchen.

Wesentlich ist ferner die namentliche Nennung Russlands in der Formulierung der Weiheformel. Bezüglich der gesonderten Erwähnung der Ukraine ist anzumerken, dass diese bei den Erscheinungen von 1917 gegenüber Russland noch keine staatliche Souveränität, wie es sie jetzt zu verteidigen gilt, besaß.

Mögliche Bedenken und Einwände

Ursprünglich aus diplomatisch-politischen Rücksichten, später auch aus ökumenischen Erwägungen, wurde bisher bei allen an die Russlandweihe angelehnten Akten der vorangegangenen Päpste die Verwendung des Wortes Russland vermieden. Ebenso fehlte der Einbezug oder die Teilnahme, wenigstens der einmütige Konsens, der Gesamtheit des Bischofskollegiums.

Zu bedenken ist zweierlei: Eine Weihe durch den Papst ist eine Betätigung des Jurisdiktionsprimates und verletzt in den Augen der schismatischen Orthodoxie in Russland unzweifelhaft deren Anspruch, Russland sei ein sogenanntes kanonisches Territorium, wo man sich römisch-katholischen Proselytismus  verbittet.

AuĂźerdem stimmen die von Rom getrennten, orthodoxen Kirchen in ihrem Glauben nicht mit dem Dogma der Unbefleckten Empfängnis – erst 1854 verkĂĽndet –  überein, welches in einer Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens selbstverständlich vorausgesetzt ist. Die schismatischen Ostkirchen nehmen hingegen eine zwar möglichst frĂĽh angesetzte Reinigung Mariens von der ErbsĂĽnde und damit verbunden ihre umfassende Heiligung an, stimmen aber nicht zu, dass Maria von der Erbschuld und ihren Folgen von Anfang an unbelastet gewesen ist, da sie meinen, diese Lehre nehme die Gottesmutter von der allgemeinen ErlösungsbedĂĽrftigkeit durch Jesus Christus aus oder könne zumindest einem entsprechenden Irrtum Vorschub leisten.

Papst Franziskus kommt mit dem für den 25. März angekündigten Weiheakt einer Bitte der römisch-katholischen Bischöfe in der Ukraine nach. Die Botschaft von Fatima stellt als Frucht einer korrekt vollzogenen Weihe die Bekehrung Russlands und eine Zeit des Friedens in Aussicht.

Foto: Hl. Gottesmutter Maria – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews

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