„Von falschen Abhängigkeiten befreien“

Heiliger Vater wendet sich an Teilnehmer des 33. Katholikentreffens im italienischen Rimini.
Erstellt von Radio Vatikan am 20. August 2012 um 08:12 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). Die Suche nach Gott ist das Thema einer Grußbotschaft des Papstes an die Teilnehmer des 33. Katholikentreffens, das an diesem Sonntag im italienischen Rimini startet. Das diesjährige Motto des Treffens der katholischen Bewegung „Comunione und Liberazione“ lautet „Die Natur des Menschen ist das Verhältnis mit dem Unendlichen“. Das Papstschreiben wurde an diesem Sonntag in der Eröffnungsmesse verlesen. Das Katholikentreffen endet am 25. August.

Über den Menschen und seine Sehnsucht nach dem Unendlichen zu sprechen, verweise auf das Beziehung-Sein des Menschen, und zwar in erster Linie seine Abhängigkeit von Gott, schreibt der Papst einleitend. Diese Abhängigkeit, von der sich der moderne Mensch zu befreien versuche, sei kein Makel, sondern verweise im Gegenteil auf die „höchste Würde“ des Menschen. Und selbst wenn Menschen Gott ablehnten oder verleugneten – der „Durst nach dem Unendlichen“ verschwinde in ihnen nicht, so Benedikt XVI..

Allerdings flüchteten sich die Menschen allzu oft in eine fieberhafte und fruchtlose Suche nach „falschen Unendlichkeiten“, die den Durst nach dem Unendlichen „einen Moment lang“ stillen: „Drogen, eine ungeordnet gelebte Sexualität, totalitäre Technologien, der Erfolg um jeden Preis“ und „betrügerische Formen der Religiosität“, schreibt der Papst. Und er fügt an: „Auch die guten Dinge, die Gott als Wege geschaffen hat, die zu Ihm führen, laufen nicht selten Gefahr, verabsolutiert zu werden und so zu Götzen zu werden, die den Schöpfer ersetzen.“

Statt falschen Göttern und Abhängigkeiten, die Menschen zu „Sklaven“ machen, brauche es Reinigung und Umkehr im Herzen und im Geist, so Benedikt XVI. weiter, der das Thema des Rimini-Treffens in Bezug zum kommenden „Jahr des Glaubens“ setzt. Ein wirklich freies und reiches Leben sei ein Leben in Gott: „Um wirklich sich selbst und seine eigene Identität wieder zu finden, um auf der Höhe des eigenen Seins zu leben, muss sich der Mensch wieder als von Gott abhängiges Geschöpf begreifen.“

Das geistliche Leben umfasse vor diesem Hintergrund die „authentischste Dimension der menschlichen Existenz“, so Benedikt XVI. weiter. Mit Jesus, dem Fleisch gewordenen Gottessohn, sei Gott für den Menschen erfahrbar geworden. Das Leben der Ordensleute in der Nachfolge Jesu sei insofern ein Leben im alltäglichen Verhältnis zum Unendlichen, schreibt der Papst: „Jede Sache, jeder Umgang, jede Freude wie auch jede Schwierigkeit finden ihren letzten Grund darin, dass sie Gelegenheit im Verhältnis zum Unendlichen und Stimme Gottes sind, die uns immer ruft und einlädt, den Blick zu heben und in der Bindung an Ihn die volle Verwirklichung unserer Menschlichkeit zu entdecken.“

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Fabio Pozzebom/ABr