Vollversammlung: Synodaler Weg ist zur Kirchen-Revolution entschlossen

"Die Möglichkeit, sich auf die lehramtstreuen Katholiken in Deutschland zu stĂŒtzen, kommt fĂŒr die meisten Bischöfe offenbar nicht in Betracht. Zu sehr sind sie Gefangene der finanzstarken VerbĂ€nde." Ein Kommentar von Mathias von Gersdorff.
Erstellt von Mathias von Gersdorff am 1. Oktober 2021 um 11:59 Uhr

Frankfurt (kathnews/MvG). AnlĂ€sslich der Pseudo-Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare Anfang Mai gab es etliche Appelle an die deutschen Radikalprogressisten, sich zu mĂ€ĂŸigen. Auch aus Rom kamen sehr deutliche Mahnungen. Mit ihrer polternden Haltung drohten die Deutschen den weltweiten synodalen Prozess zu beschĂ€digen. Daraufhin haben sich die meisten Basisgruppen und Theologen tatsĂ€chlich mit extremen Positionen zurĂŒckgehalten. Es schien, dass eine gewisse Disziplinierung des deutschen Radikalprogressismus gelungen war.

Extremistische  Forderungen

Davon ist aber bei der zweiten Synodalversammlung des Synodalen Weges nichts mehr ĂŒbrig. Erneut werden die extremistischen Forderungen gestellt, die sich gegen das Lehramt und die Weltkirche richten:

  •  Die FrauenverbĂ€nde kfd, Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) sowie Maria 2.0 fordern alle Weihen fĂŒr Frauen. Sie werden insbesondere von den Bischöfen Overbeck (Esse) und Bode (OsnabrĂŒck) unterstĂŒtzt.
  • Erneut wird die Abschaffung der katholischen Sexualmoral gefordert. Insbesondere sollen homosexuelle und außerehelicher Partnerschaften akzeptiert und evtl. sogar gesegnet werden.
  • Die Kirche soll demokratisiert werden, Bischöfe sollen bestenfalls als Moderatoren zwischen den unterschiedlichen Kirchenströmungen agieren. Noch wird die Sakramentale Natur der Weihe nicht abgelehnt, jedoch ihre Konsequenzen. Insbesondere die hierarchische Verfassung der Kirche.

Kurz: Es wird eine völlig neue Kirche angestrebt, mit eigener Moral und eigener Leitungsstruktur. De facto will der Synodale Weg eine Deutsche Nationalkirche errichten.

Widerstand

Gegen diese Entwicklung regt sich Widerstand, vor allem von Bischof Voderholzer (Regensburg) und Oster (Passau). Doch prompt wurde Bischof Rudolf Voderholzer harsch von Bischof Georg BĂ€tzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, angerempelt: „Seine Äußerungen seien unerlaubt und anmaßend“.

Revolution statt Reform

Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Synodale Weg nichts anderes als eine Kirchenrevolution zur Schaffung einer neuen Religion ist. Offen ist die kĂŒnftige Strategie, die angesichts der Weltsynode angewandt werden soll:

Es gibt drei Möglichkeiten

Erstens: Möglicherweise will man Fakten schaffen und eine Nationalkirche errichten ohne RĂŒcksicht auf die Reaktionen seitens Rom und der Weltkirche. Man ignoriert die vielen Warnrufe und riskiert eben die Abspaltung von Rom.

Zweitens: Vielleicht will man es nicht so weit kommen lassen und man positioniert sich zunĂ€chst angesichts der Weltsynode so revolutionĂ€r wie möglich ohne konkrete Maßnahmen zu beschließen und wartet erstmal ab, wie sich die Dinge auf der Weltebene entwickeln.

Drittens: Möglicherweise ist man der Auffassung, von Deutschland aus ließe sich eine Kirchen-Weltrevolution entfachen, wie das schon im 16ten Jahrhundert gewesen ist. Die BeschlĂŒsse des Synodalen Weges wĂ€ren sowas wie ein Manifest der Kirchenrevolution fĂŒr die ganze Welt.

Bischöfe als Getriebene

Eines ist aber sicher: Die Bischöfe, allen voran Georg BĂ€tzing, leiten nicht mehr das Geschehen, sondern sind Getriebene der radikalen Strömungen in der Versammlung des Synodalen Weges.Sie mĂŒssten den angestoßenen Prozess der Zerstörung mit einem Machtwort beenden, doch offenbar fĂŒrchten sie, dass die radikalen Basisgruppen dann erst recht auf die Barrikaden gehen. Die Möglichkeit, sich auf die lehramtstreuen Katholiken in Deutschland zu stĂŒtzen, kommt fĂŒr die meisten Bischöfe offenbar nicht in Betracht. Zu sehr sind sie Gefangene der finanzstarken VerbĂ€nde.

Foto: Mathias von Gersdorff – Bildquelle: privat

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