„Verwahrlosung der Liturgie ist Verwahrlosung des Glaubens“

Msgr. Stephan Hünseler, Mitarbeiter der Gottesdienstkongregation in Rom, ist gestorben.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 22. Oktober 2014 um 20:21 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews). Am 15. Oktober 2014, einen Tag vor seinem 50. Geburtstag, ist in Rom der langjährige Mitarbeiter der Gottesdienstkongregation, Msgr. Dr. Stephan Hünseler, gestorben. Der aus dem Erzbistum Köln stammende gebürtige Wuppertaler erlag einem Herzinfarkt.

Titularpfarrer und Kaplan seiner Heiligkeit

Hw. Hünseler wurde am 16. Oktober 1964 geboren und empfing am 7. Dezember 1991 die Priesterweihe. Nach der Priesterweihe Ende 1992 war er zwei Jahre lang als Kaplan in der Seelsorgearbeit in Neuß tätig. Von 1993 bis 1997 wurde er zum Weiterstudium freigestellt und promovierte an der römischen Universität Gregoriana im Fach Dogmatik über das Thema Kleine trinitätstheologische Relationstheorie : Trintätstheologie in heilsgeschichtlich-eschatologischer Perspektive.  Am 20. Februar 2002 verlieh Kardinal Meisner ihm den Titel „Pfarrer“ (Titularpfarrer). Am 28. Mai 2002 ernannte Papst Johannes Paul II. den Kölner Priester zum „Kaplan seiner Heiligkeit“ und würdigte damit seinen treuen Dienst für den Apostolischen Stuhl.

Mitarbeiter der Gottesdienstkongregation

Seit 1997 war Msgr. Stephan Hünseler in der deutschsprachigen Abteilung der Kongregation für den Gottesdienst und die Disziplin der Sakramente tätig. Zu seinen Aufgaben gehörten u.a. auch die Annahme von Klagen, deren Weiterleitung an den Präfekten und die Bearbeitung von Antworten der Oberen der Kongregation auf Klagen über liturgische Missbrauchsfälle im deutschsprachigen Raum. „Die Kongregation nimmt Klagen sehr ernst“, sagte er mir einmal in Rom. „Denn Verwahrlosung der Liturgie ist Verwahrlosung des Glaubens“, fügte er hinzu.

Requiem

Das Requiem für die Seelenruhe des verstorbenen Priesters wird am kommenden Freitag, dem 24.10.2o14, um 15.00 Uhr in der Kirche St. Mariä Empfängnis in Wuppertal-Vohwinkel gehalten. Zelebrant ist der Kölner Weihbischof Schwaderlapp. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Wölki schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter im pastoralen Dienst der Erzdiözese: „Als Erzbischof bin ich dem Verstorbenen über das Grab hinaus für seinen Dienst in großer Dankbarkeit verbunden.“

Foto: Petersdom in Rom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews