Vatikanum II: Der Wert des menschlichen Schaffens

Durch die Arbeit der Menschen wird das Werk des Schöpfers weiterentwickelt.  
 Je mehr aber die Macht der Menschen wĂ€chst, desto mehr weitet sich ihre Verantwortung. Gaudium et spes 34
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 3. Oktober 2017 um 10:53 Uhr
Vaticanum II, KonzilsvÀter

Viele reden ĂŒber das Zweite Vatikanische Konzil, ohne die Texte je gelesen zu haben. Kathnews bietet eine BlĂŒtenlese ausgewĂ€hlter Texte des Konzils. Im Folgenden Gaudium et spes 34:  (EinfĂŒhrung: hier)

Gaudium et spes 34

Eines steht fĂŒr die Glaubenden fest: das persönliche und gemeinsame menschliche Schaffen, dieses gewaltige BemĂŒhen der Menschen im Lauf der Jahrhunderte, ihre Lebensbedingungen stets zu verbessern, entspricht als solches der Absicht Gottes.

Der nach Gottes Bild geschaffene Mensch hat ja den Auftrag erhalten, sich die Erde mit allem, was zu ihr gehört, zu unterwerfen, die Welt in Gerechtigkeit und Heiligkeit zu regieren und durch die Anerkennung Gottes als des Schöpfers aller Dinge sich selbst und die Gesamtheit der Wirklichkeit auf Gott hinzuordnen, so daß alles dem Menschen unterworfen und Gottes Name wunderbar sei auf der ganzen Erde.

Das gilt auch fĂŒr das gewöhnliche alltĂ€gliche Tun; denn MĂ€nner und Frauen, die, etwa beim Erwerb des Lebensunterhalts fĂŒr sich und ihre Familie, ihre TĂ€tigkeit so ausĂŒben, daß sie ein entsprechender Dienst fĂŒr die Gemeinschaft ist, dĂŒrfen ĂŒberzeugt sein, daß sie durch ihre Arbeit das Werk des Schöpfers weiterentwickeln, daß sie fĂŒr die Wohlfahrt ihrer BrĂŒder sorgen und durch ihre persönliche BemĂŒhung zur geschichtlichen ErfĂŒllung des göttlichen Plans beitragen.

Den Christen liegt es deshalb fern, zu glauben, daß die von des Menschen Geist und Kraft geschaffenen Werke einen Gegensatz zu Gottes Macht bilden oder daß das mit Vernunft begabte Geschöpf sozusagen als Rivale dem Schöpfer gegenĂŒbertrete. Im Gegenteil, sie sind ĂŒberzeugt, daß die Siege der Menschheit ein Zeichen der GrĂ¶ĂŸe Gottes und die Frucht seines unergrĂŒndlichen Ratschlusses sind. Je mehr aber die Macht der Menschen wĂ€chst, desto mehr weitet sich ihre Verantwortung, sowohl die der Einzelnen wie die der Gemeinschaften.

Daraus wird klar, daß die christliche Botschaft die Menschen nicht vom Aufbau der Welt ablenkt noch zur VernachlĂ€ssigung des Wohls ihrer Mitmenschen hintreibt, sondern sie vielmehr strenger zur BewĂ€ltigung dieser Aufgaben verpflichtet.

Foto: KonzilsvĂ€ter auf dem Petersplatz – Bildquelle: Lothar Wolleh / Wikipedia

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