Vatikan will Dialog mit Piusbruderschaft beenden

ErklĂ€rung des GlaubensprĂ€fekten Erzbischof MĂŒller steht kurz bevor.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 8. Juli 2013 um 12:21 Uhr
Hl. Messe bei der Piusbruderschaft

Vatikan (kathnews). Focus-Online berichtete am gestrigen Sonntag, der Vatikan werde den Dialog mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. beenden. Anlass fĂŒr diese Kehrtwende sei die ErklĂ€rung der PiusbrĂŒder vom 30. Juni. 2013, dem 25. Jahrestag der unerlaubten Bischofsweihen, in der man Erzbischof Marcel Lefebvre, dem GrĂŒnder der Priesterbruderschaft, „fĂŒr den heldenhaften Akt“ der Weihe dankte. Lefebvre habe damit nicht gezögert „fĂŒr die Rettung des Glaubens und des katholischen Priestertums die ungerechte Anklage des Ungehorsams auf sich zu nehmen“. Zudem kritisierte die Piusbruderschaft die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils und das römische „Lehramt, das danach trachtet, die katholische Lehre mit den liberalen Ideen zu versöhnen.“ Die Kirche sei von „diesem liberalen Geist erfasst der besonders offen in der Religionsfreiheit, dem Ökumenismus, der KollegialitĂ€t und der neuen Messe zutage tritt“, zitiert Focus-Online die Stellungnahme. Einer vertraulichen Quelle des Nachrichtenmagazins habe der PrĂ€fekt der Glaubenskongregation Erzbischof Gerhard Ludwig MĂŒller gesagt: „Nun reicht es aber wirklich.“ Eine ErklĂ€rung des deutschen GlaubensprĂ€fekten stehe unmittelbar bevor.

Papst Benedikt XVI. förderte wĂ€hrend seines Pontifikats den Dialog mit der traditionellen Priesterbruderschaft um den fatalen Folgen einer Kirchenspaltung entgegen zu wirken. Die Einheit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche war ihm ein Herzensanliegen, so dass er im Jahre 2007 die heilige Messe in der alten lateinischen Form wieder erlaubte und sie mit dem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ als außerordentliche Form des Römischen Ritus einfĂŒhrte. Ferner hob er die Exkommunikation der im Jahre 1988 von Erzbischof Lefebvre unerlaubt geweihten Pius-Bischöfe auf. Die GesprĂ€che zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft fĂŒhrten jedoch bisher nicht zu einem abschließenden Ergebnis. Papst Franziskus hat sich seit seinem Amtsantritt noch nicht öffentlich zur Priesterbruderschaft St. Pius X. und den theologischen Konflikten geĂ€ußert. Jedoch Ă€ußerte sich der Pontifex bereits zum Umgang mit der alten Liturgie. Die von einigen Bischöfen kĂŒrzlich geforderte EinschrĂ€nkung der ĂŒberlieferten lateinischen Messe lehnte Papst Franziskus bereits strikt ab. Laut einem Artikel von katholisches.info am 27. Mai ermahnte Franziskus die KlĂ€ger sogar sich den Schatz der Tradition zunutze zu machen und sie in der Kirche gemeinsam mit der Erneuerung leben zu lassen.

Foto: Hl. Messe bei der Piusbruderschaft – Bildquelle: fsspx.info

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