Vatikan nimmt Papst-Interview aus dem Internet

Franziskus nicht glĂĽcklich ĂĽber Wortlaut.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 15. November 2013 um 19:21 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/KNA). Der Vatikan hat das Papst-Interview von „Repubblica“-Herausgeber Eugenio Scalfari von seiner Homepage genommen. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte am Freitag, es handle sich nicht um einen offiziellen Text, sondern um einen Medienbeitrag ĂĽber eine Begegnung mit dem Papst. Das ausfĂĽhrliche Gespräch Scalfaris mit Papst Franziskus war in der Tageszeitung „La Repubblica“ am 1. Oktober veröffentlicht und tags darauf auch in der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ abgedruckt worden. Zwei Tage später stellte der Vatikan das Interview auf seine Internetseite. Der 89-jährige Scalfari räumte später ein, während des Gesprächs keine Aufzeichnungen gemacht und das Interview aus dem Gedächtnis niedergeschrieben zu haben.

Papst Franziskus soll ĂĽber den veröffentlichten Wortlaut nicht glĂĽcklich gewesen sein, hieĂź es in Vatikankreisen. Aufsehen erregte das Interview etwa mit der Aussage, Höflinge in der Kurie seien die „Lepra des Papsttums“. Nach dem veröffentlichten Wortlaut sagte Franziskus weiter, bei der Begegnung mit manchen Geistlichen werde er „mit einem Schlag antiklerikal“. Auffällig war auch die Wortwahl „religiöse Ă–kumene“ fĂĽr den Dialog mit anderen Religionen; „Ökumene“ bezeichnet ĂĽblicherweise den Austausch zwischen christlichen Kirchen. Raum fĂĽr Missdeutungen bot ferner die Aussage, jeder Mensch habe seine eigene Sicht des Guten und des Bösen; die Kirche mĂĽsse dazu anregen, „auf das zuzugehen, was man als das Gute erkannt hat“. Vatikansprecher Lombardi wies kurz nach der Publikation darauf hin, das Interview habe keinen lehramtlichen Charakter und sei nicht mit einer Enzyklika zu vergleichen.

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Foto: Petersdom – Bildquelle: M. BĂĽrger, kathnews