Vatikan geht strenger gegen Missbrauchsvertuscher vor

Neue Gerichtssektion für entsprechende Fälle bei Glaubenskongregation vorgesehen.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 10. Juni 2015 um 19:49 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/KNA). Papst Franziskus will konsequenter gegen Bischöfe vorgehen, die sexuellen Missbrauch durch Priester vertuschen. Er billigte eine Empfehlung des für die Kurienreform zuständigen Kardinalsrats („K9-Rat“), wonach bei der Glaubenskongregation eine neue Gerichtssektion für solche Fälle errichtet werden soll, wie Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch mitteilte. Die Anzeige dieser Delikte solle bei den für Bischöfe zuständigen Behörden, bei der Bischofskongregation, der Missions- oder der Ostkirchenkongregation erfolgen. Für die rechtliche Beurteilung und Entscheidung soll demnach die neue Sektion der Glaubenskongregation zuständig sein. Für sie werde ein eigener Sekretär ernannt. Am Montagnachmittag hatte der Bostoner Kardinal Sean Patrick O’Malley Empfehlungen der Päpstlichen Kinderschutzkommission vorgetragen. Der Kardinalsrat habe seine Empfehlungen einmütig gebilligt und dem Papst vorgelegt; dieser habe sie angenommen und die Bereitstellung entsprechender Ressourcen für ihre Umsetzung angeordnet, erläuterte Lombardi. Der neun Mitglieder des Kardinalsrates für die Kurienreform tagen seit Montag, meist in Anwesenheit des Papstes. Es ist die insgesamt zehnte Konferenzrunde.

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Foto: Petersdom – Bildquelle: Wolfgang Stuck