Sühnegedanke zieht Kreise – Anregung der Piusbruderschaft erreicht Petrusbruderschaft

Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 14. November 2019 um 18:16 Uhr

Die fragwürdige Präsenz sogenannter Pachamamastatuen während der vergangenen Amazonas-Synode im Vatikan hat viele Katholiken, sogar gläubige Christen getrennter Konfessionen, weltweit irritiert und beunruhigt. Der starke Eindruck der Idolatrie stand im Raum, und wenn man sich scheut, zu sagen, Papst Franziskus selbst habe diese begangen, so gibt es kaum einen Weg daran vorbei, einzugestehen, dass der Heilige Vater Zeremonien ermöglicht hat und dabei persönlich anwesend war, in deren Zentrum Pachamama stand.

Der quasi-kultische Rahmen dieser Veranstaltungen schließt es aus, in den hölzernen Figuren reines Kunsthandwerk der Menschen aus der Amazonas-Region zu sehen, mit dem diese einzig ihrem Lebensgefühl und ihrer Kultur legitimen Ausdruck geben würden. Also ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Papst Franziskus jedenfalls zu vom Götzendienst nicht eindeutig abzugrenzenden Handlungen animiert hat. Auch dies bereits ein klarer Verstoß gegen das erste und heiligste aller Gebote Gottes, aus dem sich alle weiteren ergeben oder andernfalls ihrer Grundlage entbehren. Freilich muss gerechterweise hinzugefügt werden, dass dieses Verhalten des regierenden Papstes sich in nichts wesentlich von dem unterscheidet, was Johannes Paul II. 1986 in Assisi getan hat.

Angesichts des aktuellen Skandalons hat der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius‘ X., Pater Davide Pagliarani, alle ihm unterstehenden Priester (und selbstverständlich die drei verbleibenden Weihbischöfe) angewiesen, die Sonntagsmesse am 10. November zur Sühne für die Pachamama-Zeremonien im Vatikan zu zelebrieren und letztlich alle katholischen Priester, die die Situation ähnlich empfinden, eingeladen, sich dieser großen Sühneleistung anzuschließen.

Sühnemesse in Salurn in Südtirol

Ein Beispiel, wo dieser Aufruf auf Resonanz getroffen ist, ist die heilige Messe, die Pater Bernward van der Linden FSSP am vergangenen Sonntag ausdrücklich als Sühnemesse in der Pfarrkirche von Salurn in Südtirol gefeiert hat. Pater van der Linden ist seit einiger Zeit Verantwortlicher für die Koordination des Apostolates der Priesterbruderschaft St. Petrus in Südtirol.

Verschiedene Stabile Gruppen der Gegend, die sich auch sonst für heilige Messen auf der Grundlage des Motuproprio Summorum Pontificum einsetzen, hatten den Gottesdienst vorbereitet, angekündigt und dazu eingeladen. Pater Bernward van der Linden FSSP war dankenswerterweise bereit, der Einladung der Stabilen Gruppen zu folgen und diesen Sühnegottesdienst zu halten. Deutlich mehr als 100 Gläubige fanden sich zu diesem heiligen Messopfer ein, und viele neue Gesichter zeigten dabei, dass das Bewusstsein dafür, das etwas nicht stimmt, in immer breiteren Schichten von Gläubigen heranreift, die eine begeisternde, ermutigende Predigt des Zelebranten hören konnten.

Trotz der Bedrängnis der Entwicklungen ist es ein doch erfreulicher Effekt davon, wenn zwischen Pius- und Petrusbrüdern bestehende Differenzen und Ressentiments überwunden und generell Berührungsängste mit der Tradition abgebaut werden, sobald es unstrittig gilt, für die Werte des unverkürzten, katholischen Glaubens, ja für die Grundlagen des Monotheismus, gemeinsam einstehen zu müssen und vor den Allheiligen Dreifaltigen Gott stellvertretend hinzutreten: Introibo ad altare Dei, ad Deum, qui laetificat iuventutem meam! Mittlerweile ist wirklich ein Stadium erreicht, wo man lernen muss, mehr das Gemeinsame zu sehen, anstatt das Trennende oder endlos vergangene Meinungsverschiedenheiten zu betonen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 12.11.2019 auf der Web-Seite: summorum-pontificum.de

Foto: Pfarrkirche Salurn/Südtirol – Bildquelle: lateinische-messe.tirol