Sorge um die Einheit in der Katholischen Kirche in Deutschland

Gläubige haben ein neues Dubium an den Vatikan geschickt. Nuntius und Deutsche Bischofskonferenz sind informiert. Wortlaut des Dubium.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 8. Juni 2021 um 15:22 Uhr
Petersdom

Essen/Vatikan (kathnews). Vielen ist noch das Dubium an die Glaubenskongregation zur Frage nach der Erlaubtheit von Segnungen homosexueller Beziehungen in lebhafter Erinnerung. Der Vatikan verneinte diese Frage in einem Responsum und verbot solche Segnungen.

Polarisierung in Deutschland hat Potenzial einer Kirchenspaltung

In ihrer Sorge um die Einheit der Kirche in Deutschland haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein weiteres Dubium an die Glaubenskongregation gerichtet und darüber auch den Apostolischen Nuntius in Berlin sowie die Deutsche Bischofskonferenz informiert. „Die aufkommenden Fragezeichen rund um viele Aspekte des katholischen Glaubens führen zunehmend zu einer Polarisierung in den Ortsgemeinden. Diese Unsicherheiten und Verwirrungen tragen das Potenzial einer Spaltung mit sich“, so die Begründung der Initiatoren für ihr Dubium an die Glaubenskongregation laut katholischem Internetportal Kath.net.

Eklatante Beispiele schismatischer Handlungen

Dieses hat heute den gesamten Worlaut des Dubium veröffentlicht, das Kathnews nachfolgend ĂĽbernimmt. Die Frage, ob ein Schisma in Deutschland vorliegt, stĂĽtzt sich auf fĂĽnf eklatante Akte des Ungehorsams und der Provokation gegenĂĽber dem Papst – die Liste wäre noch um ein Vielfältiges zu ergänzen: die anhaltende Infragestellung der nur Männern vorbehaltenen Priesterweihe, die Anpassung der kirchlichen Sexualmoral an den modernen Zeitgeist, die Segnungen homosexueller Beziehungen, die verbotene Gottesdienstgemeinschaft und die Laienpredigt in der Eucharistiefeier.

Hier der Wortlaut des Dubium

Schisma ist die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche (can. 751).

D U B I U M

  • Wenn auf dem Synodalen Weges in Deutschland die Forderung nach der Priesterweihe fĂĽr Frauen erhoben wird und die Diskussion darĂĽber weitergeht, obwohl Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis von 1994 erklärt hat, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen zu Priestern zu weihen, diese Lehre mit der Offenbarung aufs Engste verbunden ist, zum Depositum fidei gehört und darum die endgĂĽltige Zustimmung der Gläubigen verlangt, weil die Lehre auf dem geschriebenen Wort gegrĂĽndet ist und in der Ăśberlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt und angewandt worden ist und vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar, definitiv und unveränderlich vorgetragen worden ist (vgl. Vatikanum II, Lumen gentium 25, 2);
  • auf dem Synodalen Weg in Deutschland des Weiteren die Veränderung und Anpassung der kirchlichen Sexualmoral vorangetrieben wird;
  • durch die Segnung homosexueller Paare gegen das ausdrĂĽckliche Verbot der Glaubenskongregation gehandelt und damit der Straftatbestand des can. 1371, 2° erfĂĽllt worden ist;
  • wenn die auf dem Ă–kumenischen Kirchentag, der vom 13. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattgefunden hat, praktizierte Form der Interkommunion die Grenzen des can. 844 § 4 eindeutig ĂĽberschritten hat und damit der Straftatbestand der verbotenen Gottesdienstgemeinschaft nach can. 1365 erfĂĽllt worden ist;
  • Laien weiterhin demonstrativ das Predigtverbot in der Eucharistiefeier missachten, obwohl nach can. 767 § 1 die Homilie in der Eucharistiefeier den Priestern und Diakonen vorbehalten ist und nach einer authentischen Interpretation des Päpstlichen Rates fĂĽr die Gesetzestexte vom 20.6.1987 (AAS 79 [1987] 1249) die Bischöfe von dieser Norm nicht dispensieren können, so dass kein Diözesanbischof einen Laien zur Homilie in der Eucharistiefeier beauftragen kann;

liegt dann ein Schisma im Sinne des can. 751 vor?

Bochum, 23.05.2021

Unterschriften der Initiatoren

(Quelle: Kath.net)

Foto: Petersdom – Bildquelle: Wolfgang Stuck

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