Sanierung des Aachener Domes noch nicht beendet

Zum Karlsjahr 2014 soll der Dom in vollem Glanz erstrahlen.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 14. November 2012 um 18:26 Uhr
Aachener Dom

Aachen (kathnews). Kaum sind die aufwendig und gründlich ausgeführten Restaurationsarbeiten an den neobyzantinischen Mosaiken in der Kuppel des Aachener Domes, dem weltberühmten Oktogon, vollendet, steht das Aachener Domkapitel vor einem neuen Sanierungsprojekt. Denn jetzt gehen die Arbeiten in die nächste Sanierungsphase. Ab heute beginnen die Sanierungsarbeiten an der gotischen Nikolauskapelle. Der Dachstuhl bereitet dem Aachener Dombaumeister Sorgen. Die Dachdeckung ist marode, Wasserschäden sind deutlich zu sehen, Balken haben teils ihre Tragfähigkeit verloren und Holzschädlinge ihre Spuren hinterlassen. Vor rund drei Wochen hat die Nikolauskapelle für diese Arbeiten extra ein Wetterschutzdach bekommen. Das Gerüst ist die Voraussetzung für die Sanierung von 25 Kubikmeter Holzbalken und 600 Quadratmeter Schieferdeckung.

Bedeutende Grabes- und Krönungskirche

Der Aachener Dom war die Pfalzkapelle Karls  des Groβen und im Mittelalter 600 Jahre lang Krönungskirche der Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Krönung in der Pfalz- und Grabeskirche Karls des Groβen, in dem sich der Thron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation befindet, war konstitutiv für den Empfang der Königswürde und Voraussetzung für den Erhalt der Kaiserkrone  in der Petersbasilika in Rom aus der Hand des Papstes.

2014 begehen die Stadt Aachen und Europa den 1.200 Todestag Karls des Groβen. Nach seinem Hofbiograph Einhard (Vita Karoli Magni) wurde Karl noch am selben Tage, dem 28. Januar 814, in seiner geliebten Pfalzkapelle, dem heutigen Aachener Dom beigesetzt. Im Zuge des Karlskultes, der vor allem mit der Kanonisierung des groβen Frankenherrschers 1165 durch Kaiser Friedich I. Barbarossa im  Aachener Dom einsetzte, der Königskrönungen und der im Hochmittelalter beginnenden Tradition der Heiligtumsfahrten, wodurch Aachen neben Jerusalem, Rom und Santiago de Compostella zum bedeutendsten Wallfahrtsort im Mittelalter avancierte, muβte die Pfalzkapelle erweitert werden. 1414 wurde die gotische Chorhalle fertigestellt. Ein Kranz von Kapellen schmückt seit dem Mittelalter das Oktogon. Eine dieser Kapellen ist die nun zu sanierende Nikolauskapelle an der  West-Nord-Seite der berühmten Kathedrale.

Ein Doppeljubiläum im Jahr 2014

2014 begeht Aachen ein Doppeljubiläum: den 1.200 Todestag Karls des Groβen sowie die 600-Jahrfeier der gotischen Chorhalle des Domes, die nach dem Vorbild der Sainte-Chapelle (1243/48) in Paris als eine „gläserne Kapelle“ erbaut wurde. In der gotischen Chorhalle befinden sich  der Schrein, mit den Gebeinen Karls des Groβen, und der Marienschrein mit den sogenannten biblischen HeiligtĂĽmern. Bis zur napoleonischen Zeit ruhten im Aachener Dom auch die Gebeine Kaiser Ottos III.

Aachener Dom: erstes deutsches Kulturerbe der UNESCO

Der um 790 bis 800 nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem, der Kirche San Vitale in Ravenna, der Hagia Sophia in Konstantinopel und dem Dekagon von St. Gereon in Köln erbaute Dom mit  seinem markanten Zentralbau, dem Oktogon, ist bau- und kunstgeschichtlich von universeller Bedeutung und eines der großen Vorbilder religiöser Architektur in der Welt. Der Aachener Dom wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Foto: Aachener Dom – Bildquelle: Lokilech