Salesianer weisen Insolvenzgerüchte zurück

Stellungnahme von Provinzial Pater Josef Grünner SDB.
Erstellt von Radio Vatikan am 2. Dezember 2012 um 11:40 Uhr
San Giovanni Bosco

München (kathnews/RV). Der Salesianerorden hat zu Medienberichten über mögliche finanzielle Folgen eines in Italien anhängigen Rechtsstreits Stellung genommen. Weder die Deutsche Ordensprovinz noch die Ordensgemeinschaft als ganze seien davon betroffen, erklärte der deutsche Salesianerprovinzial Josef Grünner am Freitag auf der Internetseite des Ordens. Spenden an deutsche Einrichtungen seines Ordens oder Zuwendungen für weltweite Zwecke über die Don Bosco Mission in Bonn würden weiterhin voll zugunsten junger Menschen eingesetzt. Hintergrund ist ein langjähriger Rechtsstreit um die „Stiftung Gerini“, mit der einer der reichsten Männer Italiens 1990 dem Orden ein Millionenvermögen hinterließ. Zwei seiner Neffen fochten das Testament an. Nach einer zwischenzeitlich erfolgten Einigung wurde der Schätzwert des Erbes stark nach oben korrigiert, was zu hohen Nachforderungen der befassten Anwälte führte.

Hintergrund

Die Stiftung klagte vor einem römischen Gericht wegen Betruges; der Prozess wurde jedoch am Dienstag niedergeschlagen. Sie müsste nun 99 Millionen Euro nachzahlen, behält sich aber weitere rechtliche Schritte vor. Seither machen Spekulationen über eine bevorstehende Insolvenz des weltweit zweitgrößten katholischen Ordens die Runde. Provinzial Grünner erläuterte, für die Stiftung bürge nicht die gesamte salesianische Kongregation, sondern allein eine rechtlich selbstständige Niederlassung des Ordens in Rom, die „Direzione Generale Opere Don Bosco“. Insofern wirke sich das Urteil nicht unmittelbar auf die Arbeit seines Ordens in Deutschland aus. Dennoch sei die Auseinandersetzung bedauerlich, da sie für Verunsicherung sorge. Seinen Mitbrüdern und den Verantwortlichen in Rom versicherte er „familiäre Solidarität“. Er hoffe weiter „auf einen konstruktiven Weg aus dieser bedrückenden Lage“.

Foto: San Giovanni Bosco – Bildquelle: Carlo Felice Deasti / Wikipedia