Quid novi? Lateinnachrichten aus den Niederlanden

Niederländischer Bischofskoadjutor Msgr. Dr. Jan Hendriks berichtet künftig auch auf Lateinisch aus dem Bistum Haarlem-Amsterdam.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 1. Juli 2019 um 12:20 Uhr
Kolosseum in Rom

Haarlem-Amsterdam (kathnews). Seit einigen Wochen senden mehrere Sektionen von Vatican News (vormalig Radio Vatikan) ausgewählte Nachrichten auf Lateinisch – hier der deutschen Sektion folgend, die schon seit 2004 wöchentlich Nuntii Latini aus dem Vatikan in die Welt schickt.

Quid novi?

Was dem Vatikan billig ist, kann dem Bistum Haarlem-Amsterdam nur recht sein. Seit vergangener Woche können interessierte Leser auch Nachrichten aus dem niederländischen Bistum Haarlem-Amsterdam in der unsterblichen Sprache des alten Roms (siehe Foto) lesen. Auf seiner Homepage „Arscal“ schreibt der Bischofskoadjutor des niederändischen Bistums, Msgr. Dr. Jan Hendriks, unter der Überschrift „Quid novi. Nuntia quaedam e nostra dioecesi“, zu Deutsch: „Was gibt es Neues. Einige Nachrichten aus unserem Bistum“ über besondere Ereignisse aus seinem Bistum in lateinischer Sprache. Msgr. Hendriks führt kurz die Leser ein:

„Der Vatikan veröffentlicht wöchentlich lateinische Nachrichtenartikel. Kann ich da zurückbleiben? Gelegentlich werde ich einen Bericht in dieser Sprache der Kirche veröffentlichen, aber es geschieht zwischendurch und ein bisschen schnell. Darum sind Latinisten eingeladen, kleine und große Fehler zu melden.“

Anerkannter Latinist

Fehler werden die Latinisten wohl kaum finden. Denn der niederländische Bischof ist selber mit der Sprache der Kirche bestens vertraut. Er ist nicht nur Kirchenrechtler, sondern hatte während seines Kirchenrechtsstudiums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in den frühen 80er Jahren Vorlesungen auf Latein hören können. Die Verteidigung (Italienisch: difesa) seiner Doktorarbeit hat er auf Lateinisch gehalten. Als Kirchenrechter hat er zahllose lateinische Artikel in der Fachzeitschrift „Periodica“, die von der Gregoriana herausgegeben wird, veröffentlicht. Man kann durchaus behaupten, dass Msgr. Hendriks selber ein geübter, kundiger und erfahrener Latinist ist.

Zur Homepage des Koadjutors: Arsacal

Zur Person

Jan Hendriks (geb. 1954) ist Priester des Bistums Rotterdam. Nach dem Abitur an einem altsprachlichen Gymnasium studierte er zunächst Theologie in Amsterdam. Er setzte seine philosophisch-theologischen Studien fort im Priesterseminar des Bistums Roermond (“Rolduc” unweit der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen). 1979 wurde er vom damaligen Bischof von Rotterdam, dem späteren Kardinal und Erzbischof von Utrecht, A. Simonis, zum Priester geweiht. Nach seelsorglichen Tätigkeiten in diversen Pfarreien im Bistum Rotterdam studierte er von 1981 bis 1986 Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, wo er “summa cum laude” promovierte. Die Verteidigung seiner Doktorarbeit hat er – wie gesagt – auf Lateinisch gehalten. Hendriks absolvierte auch “summa cum laude” mit einem Diplom an der “Höheren Schule für lateinische Literatur” in Rom.

Während seines Kirchenrechtsstudiums dozierte er bereits Kirchenrecht im Priesterseminar des Bistums Roermond. Bis 2006 blieb er dem Priesterseminar als Dozent verbunden. 1998 war er vom Bischof von Haarlem-Amsterdam zum Regens des dortigen Priesterseminars ernannt worden. Auch dort dozierte er Kirchenrecht und die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dr. Hendriks hat mehrere Bücher und wissenschaftliche Beiträge im Bereich Kirchenrecht veröffentlicht. Viele seiner Werke sind auch in andere Sprachen übersetzt worden. Seit einigen Jahren ist er Konsultor an der Päpstlichen Kongregation für den Klerus und Mitglied der Apostolischen Signatur in Rom. Darüber hinaus ist Msgr. Hendriks am diözesanen Kirchengericht von Haarlem-Amsterdam als Diözesanrichter und als Domkapitular an der Kathedralkirche in Haarlem tätig.

Foto: Kolosseum in Rom – Bildquelle: Kathnews