Protestanten distanzieren sich von Luthers Antisemitismus

Aussagen des Reformators „widerwärtig und unzulässig".
Erstellt von Felizitas Küble am 1. September 2016 um 09:00 Uhr
Dr. Martin Luther

Utrecht (kathnews/CF/deutschlandradiokultur). Die Protestantische Kirche der Niederlande (PKN) hat sich von den anti-jüdischen Schriften des Reformators Martin Luther (1483-1546) distanziert; sie nennt seine diesbezüglichen Aussagen „widerwärtig und unzulässig“. Die PKN weist nun daraufhin, dass diese Schriften zu einem Klima beigetragen hätten, das den Holocaust ermöglichte. Der Reformator hatte etwa in seinem Pamphlet „Von den Juden und ihren Lügen“ im Jahre 1543 dazu aufgerufen, Synagogen in Brand zu stecken, Juden zu vertreiben und sie zu enteignen. Die PKN entstand 2004 durch den Zusammenschluss von zwei reformierten und der lutherischen Kirche der Niederlande. Im vergangenen Jahr war die Kirche von jüdischen Organisationen aufgefordert worden, sich vom Antisemitismus Luthers zu distanzieren.

Textquelle: Christliches Forum und Deutschlandradio Kultur

Foto: Dr. Martin Luther – Bildquele: Kathnews