Prof. Menke: Dogmen sind irreversibel

Nach dem Bonner Theologen Prof. Karl-Heinz Menke leben die irrigen Auffassungen des Tübinger Theologen Hans Küng im Denken einiger Professoren fort. Sie bestimmen auch die Papiere der Vorbreitungsgruppen der vier Gesprächsforen des von der DBK und dem ZdK initiierten „Synodalen Weg(es)“.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 30. Dezember 2019 um 15:06 Uhr
Johannes Paul II.

„Professor Hans Küng weicht in seinen Schriften von der vollständigen Wahrheit des katholischen Glaubens ab. Darum kann er weder als katholischer Theologe gelten noch als solcher lehren.“  Zu dieser Feststellung und Entscheidung gelangte die Glaubenskongregation in einer von Papst Johannes Paul II. (siehe Foto) approbierten Erklärung vom 15.12.1979 mit dem Titel „Christi Ecclesia a Deo“.  Seit 1968 hatte die Glaubenskongregation unter Papst Paul VI. Lehrgespräche mit dem Tübinger Theologen Hans Küng geführt. Nach dem Erscheinen von dessen Buch „Unfehlbar? – eine Anfrage“ eröffnete sie gegen ihn eine Lehrverfahren. Weil der in Tübingen lehrende Theologe Küng nicht von seinen Irrtümern Abstand genommen hatte, entzog die Deutsche Bischofskonferenz dem aus der Schweiz stammenden Theologen im Januar 1980 die Lehrerlaubnis.

Epigone Küngs

Dennoch leben Küngs Theorien in den Köpfen einiger Theologen weiter. In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ nannte der emeritierte Bonner Dogmatiker Prof. Karl-Heinz Menke, der auch Mitglied der Internationalen Theologenkommission in Rom ist, ausdrücklich drei Namen der zur Zeit im Geiste Küngs lehrenden Theologen. Es sind  Saskia Wendel, Professorin für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Philosophischen Fakultät an der Universität zu Köln, Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg im Breisgau, und Michael Seewald,  Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Letzter machte in jüngster Zeit durch seine beiden Buchveröffentlichungen  „Reform. Die Kirche anders denken“ und „Dogma im Wandel. Wie Glaubenslehren sich entwickeln“ auf sich aufmerksam. Seine Auffassungen beinflussen das Denken vieler Theologen, Bischöfe, Priester und Laientheologen.

Menkel: Im Grund steht die Sakramentalität der Kirche auf dem Spiel

Prof Menke sagte gegenüber der Tagespost: „Wenn die Dogmen der Kirche nur noch ‚anthropogene“ (GPW: durch Menschen erdachte und beeinflußte) Ausdeutungen des notwendig zu denkenden Absoluten sind, dann ist das Lehramt der Apostelnachfolger, wenn es in Gemeinschaft mit dem Petrusnachfolger eine  verbindliche Trennung wahrer von falscher Christusinterpretationen dekretiert, nur noch ein fehlbares – anthopogenes – Entscheidungsorgan. Kurzum: Die Sakramentalität der Kirche steht gegenwärtig erneut auf dem  Spiel, was nicht  zuletzt die – theologisch unsäglichen! – Papiere der Vorbereitungsgruppen der vier Gesprächsforen des Synodalen Wegen beweisen.“  Offenbarung sei in dieser Sichtweise immer zeitbedingt und damit veränderbar. Damit würde aber die Fassung des Glaubens in ein bestimmtes dogmatisches Bekenntnis unmöglich. Die Tagespost zitiert den Bonner Theologen wörtlich: „Zur Selbstoffenbarung Gottes als Mensch Jesus gehört auch das gemeinsame Verstehen dieses Inkarnationsgeschehens. Natürlich kann man eine Verstehensregel wie das Dogma des ersten Konzils von Nicäa immer tiefer gedanklich und sprachlich ausloten. Aber nach hintern ist diese Bekenntnisformel ‚eines Wesens mit dem Vater‘ abgeschlossen und also irreversibel beziehungsweise unfehlbar richtig.“ Küng habe die Unfehlbarkeit von Sätzen grundsätzlich bestritten, so Menke.

Foto: Papst Johannes Paul II. – Bildquelle: José Cruz/Abr, CC