Priester wegen Missbrauchs aus Klerikerstand entlassen

Papst Franziskus fährt wie sein Vorgänger eine klare Null-Toleranz-Linie.
Erstellt von Radio Vatikan am 1. August 2015 um 08:42 Uhr
Statue des hl. Petrus

Vatikan/Würzburg (kathnews/RV). Papst Franziskus hat einem Priester der Diözese Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger mit sofortiger Wirkung alle Rechte und Pflichten entzogen, die mit dem Klerikerstand verbunden sind. Das gibt das Bistum Würzburg in einer Pressemitteilung bekannt. Damit ist der 75-jährige Priester, der zeitweise auch im Bistum Limburg und im Erzbistum Bamberg tätig war, aus dem Klerikerstand entlassen. Das Schreiben vom 26. Juni 2015 ist vom Präfekten der römischen Kongregation für die Glaubenslehre, Gerhard Kardinal Müller, unterzeichnet. Gegen den Ausschluss aus dem Klerikerstand kann der Betroffene keine Rechtsmittel einlegen.

Das Bistum Limburg hatte Anfang 2015 bei der Kongregation für die Glaubenslehre eine Anzeige vorgelegt, nachdem in den vergangenen Jahren im Bistum Limburg neue Vorwürfe gegen den Priester wegen sexueller Missbrauchshandlungen bekannt wurden. Die Anzeige führte zur Entscheidung des Papstes. In jüngster Zeit hatten sich außerdem drei weitere Missbrauchsopfer aus der Zeit der ersten Pfarrstellen des Priesters beim Bistum Würzburg gemeldet. Der nun ehemalige Priester war bereits 2001 strafrechtlich verurteilt und danach vom Bistum in den zwangsweisen Ruhestand versetzt und 2009 vollständig vom priesterlichen Dienst im Bistum entpflichtet, außerdem wurden die Ruhestandsbezüge des Priesters um 20 Prozent gekürzt. Nach seinem Widerspruch gegen die Entpflichtung in Rom bestätigte die Glaubenskongregation im Entscheid vom 18. September 2009 die im Dekret enthaltenen Einzelschritte: Zelebrationsverbot, Verbot der Kontaktaufnahme mit den Opferfamilien, Pensionskürzungen um 20 Prozent.

Foto: Statue des hl. Petrus – Bildquelle: Kathnews