Piusbrüder rufen zu Gebetskreuzzug auf

Bischof Fellay schreibt Rundbrief an Freunde und Wohltäter.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 13. Dezember 2013 um 21:51 Uhr
Hl. Messe bei der Piusbruderschaft

Menzingen (kathnews/KNA). Die traditionalistische Piusbruderschaft hat zu einem Gebetskreuzzug für die Zukunft der Kirche aufgerufen. „Inmitten einer dekadenten Welt, die die Seelen notwendigerweise in die
Hölle führt“, sollten die Anhänger der von Rom getrennten Bruderschaft zwischen Neujahr und Pfingsten „einen Strauß von fünf Millionen Rosenkränzen winden“, um die der Gottesmutter Maria zugefügten Beleidigungen zu sühnen, schreibt der Generalobere Bernard Fellay in einem Rundbrief an Freunde und Wohltäter. Der Pontifikatswechsel von Benedikt XVI. (2005-2013) zu Franziskus habe „an der verheerenden Lage der Kirche nicht viel geändert“, so Fellay. Das „erneute Herausstellen der unglücklichen Ausrichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils“ lasse jedoch befürchten, dass „die weltweite Lage der katholischen Kirche dramatisch bleibt“. Es sei nicht leicht, „einen Sterbenskranken zu pflegen“, und radikale Behandlungen könnten ihm sogar den Todesstoß geben“.

Die Ankündigung von Franziskus, die päpstliche Leitungsvollmacht zu dezentralisieren, erfüllt Fellay nach eigenem Bekunden mit Sorge, zumal die Auflösung der Papstgewalt in einer erweiterten Kollegialität „von den schlimmsten Modernisten wie Hans Küng mit Beifall bedacht“ werde. Die „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ wurde 1969 von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet. Sie lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Die Konzilslehren hätten die Tradition der Kirche zerstört, so Lefebvre, der selbst am Konzil teilnahm. Die Piusbruderschaft sieht sich als Bewahrerin der Tradition der „Heiligen Römischen Kirche“. Benedikt XVI. hatte sich in seinem Pontifikat bemüht, eine theologische Einigung mit der von Rom getrennten Bruderschaft zu erreichen. Diese lehnt entscheidende Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, unter anderem zur Ökumene, zur Liturgie und zur Religionsfreiheit. Die Gespräche gerieten 2012 in eine Sackgasse.

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Foto: Hl. Messe bei der Piusbruderschaft – Bildquelle: fsspx.info