Piusbruderschaft reagiert auf Hetzfilm „Kreuzweg“

Ein Gastbeitrag von Friedrich Reusch.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 24. März 2014 um 22:32 Uhr
Kreuzigung Christi

Stuttgart (kathnews/pius.info). Nach dem Kinostart des auf der Berlinale ausgezeichneten Films des Regisseurs Dietrich Brüggemann hat die Piusbruderschaft, laut Presseheft des Filmes ja reales Vorbild für den religiösen Fundamentalismus im Film, reagiert. Am 20. März kam Brüggemanns Film „Kreuzweg“ in die Kinos. Der Film zeigt das freud- und trostlose Leben des 14-jährigen Teenagers Maria, die in einer traditionellen katholischen Familie aufwächst. Aufgrund der restriktiven Erziehung ihrer fanatisierten Mutter hungert sie sich zu Tode. Schließlich erstickt sie an der Hostie, als ihr – bereits sehr krank – die heilige Kommunion gereicht wird. Hätte der Regisseur des Filmes selbst zugegeben, in dem Film die Realität krass zu überzeichnen, so könnte man diesen Film vielleicht als moderne Kunst abtun. Doch lautet Brüggemanns Selbstbeschreibung des Streifens laut SPIEGELonline tatsächlich „Dem System Katholizismus bei der Arbeit zusehen“. Man darf sich freilich fragen, wo denn die zu Tode gehungerten Kinder und die düsteren Gesichter sind, die also scheinbar den katholischen Glauben so gut repräsentieren. Die zig Millionen abgetriebenen Kinderleichen, die aufgrund eines mörderischen Schönheitswahns oder durch zerstörte Familien in den Suizid getriebenen Teenagerleichen, Produkte des Systems Antikatholizismus, wenn man so will, sind im Gegensatz dazu problemlos zu verifizieren.

Die subtile Botschaft des Filmes spricht eine provozierende Sprache und will wohl einer entchristlichten Gesellschaft als selbstschmeichelnde Gewissensberuhigung dienen: nicht diejenigen sind verrückt, denen nichts heilig ist und die keine Instanz über sich akzeptieren, sondern diejenigen, die ihr Handeln vor einer höheren Instanz verantworten wollen und sich durch normative Grundsätze leiten lassen – wer Lust auf ein trauriges Leben hat, werde doch bitteschön katholisch; Hungerdiäten führen zu einem sexuell wiederverwertbaren Körper, christliches Fasten endet natürlich auf dem Friedhof. Auch ist der Inhalt des Filmes Ausdruck einer interessanten Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung: wenn bei sich besonders links-chic produzierenden Kunstschaffenden Glaube und Religion thematisiert wird, dann muss es mittlerweile automatisch immer „fundamentalistischer“ Glaube sein. Menschen, die mit ihrem Glauben zufrieden sind und ihn selbstbewusst leben, finden in diesen öffentlichen Darstellungen keinen Platz. Pater Johannes Reinartz, der Prior der Bruderschaft in Stuttgart, fand deshalb in seinem Gemeindeblatt deutliche Worte über den Film: „So ein Blödsinn. Jeder Kenner und ‚Insider‘ der ‚traditionellen Szene‘ weiß, dass es bei uns neben allem aufrichtigen, demütigen Streben viel Menschliches, allzu Menschliches gibt. Von Fundamentalismus keine Spur, abgesehen von einigen Überspanntheiten hier und da. Stattdessen hätten sich die Geschwister Brüggemann lieber kritisch mit der Scientology-Sekte auseinandergesetzt. Oder mit der Gefahr, die im Genderismus und dem Bildungsplan der rot-grünen Landesregierung in Baden-Württemberg liegt. Aber da kann man wohl nicht so viel Applaus unserer fast gleichgeschalteten Medien erwarten?“

Die Jugendorganisation der Piusbruderschaft hat anlässlich des Films ein Imagevideo ihrer Arbeit erstellt, in dem die „originalen Jugendlichen“ der Bruderschaft zu Wort kommen. Es ist auf der eigens erstellten Seite kreuzweg.tv einzusehen. Im Video begegnen dem Zuschauer eben nicht depressive und magersüchtige Eiferer, sondern begeisterte Jugendliche, die ihre Überzeugung in der heutigen Zeit mit der Gelassenheit eines guten Gewissens leben können. Darin kommt gut zum Ausdruck, was der Blog koptischer Christen, koptisch.wordpress.com, anlässlich des Films kommentierte: „Das Christentum und das Katholische hat viel mit Freude und auch Spaß zu tun (nicht umsonst waren mittelalterliche Feiern rund um den dörflichen Kirchturm die Messe um die Kirche = Kir – mes mit der Feier der heiligen Messe in der Kirche als Mittelpunkt), aber nicht mit Freude und Spaß, der endlos in billiger Beliebigkeit verkommt und hat schon gar nichts mit dem Mainstreamspaß zu tun, der für viele Jugendliche in den Sog billiger Unterhaltung führt, sie in ein Lotterleben mit Sex und Drogen oft genug schlittern lässt und christlichen Werten abträglich ist.“

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez