Papstbrief an Kardinal Marx: Kritik am Synodalen Weg und kritische Ermahnung

Der Vatikanist Ulrich Nersinger analysierte in einem Interview mit RND den Brief von Papst Franziskus an Kardinal Marx.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 11. Juni 2021 um 12:36 Uhr

Eschweiler (kathnews). Im Gespräch mit RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) analysierte der bekannte Vatikankenner Ulrich Nersinger den Brief des Papstes, in dem er das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx abgelehnt hat. Es sei auffallend, so Nersinger, dass der Brief relativ lang und im Ton „sehr warmherzig und wohlwollend“ im Stil einer „persönliche(n) Reflexion“ geschrieben ist. Auffallend sei auch die Verwendung der spanischen Sprache. Das weise nach Nersinger darauf hin, „dass Franziskus diesen Brief auch persönlich geschrieben hat“. Das passe aber zur „unorthodoxen Vorgehensweise“ des Papstes, so der aus Eschweiler bei Aachen stammende Vatikanist, Theologe und Historiker.

Synodaler Weg – Reformation

Diesem entging in seiner scharfsinnigen Textanalyse nicht, dass der Brief Formulierungen enthält, „die Kritik enthalten und als Ermahnung verstanden werden können“. So sei im Brief von „Reformation“ die Rede. Das könne als eine kritische Anspielung des Papstes auf den „Synodalen Weg“ in Deutschland verstanden werden. Auch sieht Nersinger in der Betonung von Schuld eine „kritische Ermahnung“.

Im Gespräch mit RND sagte der bekannte Publizist und Vatikanist aus dem Rheinland, dass trotz des negativen Bescheides des Papstes ein RĂĽcktritt später nicht ausgeschlossen sei. „Das ist keine Freibrief. … Es ist die Auffordrung an Marx, das Kapitel aufzuklären.“ Nersinger geht davon aus, dass noch weitere VorwĂĽrfe auftauchen werden.

Foto: Ulrich Nersinger – Bildquelle: Ulrich Nersinger (privat)

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