Papst Franziskus verurteilt Mobbing als Seuche

Einsamkeit ist die schrecklichste Armut.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 26. November 2019 um 08:25 Uhr
Skulptur

Tokio (kathnews/Vatican News). Bei einem Treffen mit Jugendlichen an diesem Montag in Tokio griff Papst Franziskus zu einer ungewöhnlichen Formulierung: Sie sollten doch trotz des gesellschaftlichen Drucks, der auf ihnen laste, nicht „wie Zombies“ werden. Auch in einer hektischen Gesellschaft sei es möglich „Platz für Gott zu schaffen“.

„Nicht selten kann man beobachten, dass ein Mensch, eine Gemeinschaft oder sogar eine ganze Gesellschaft äußerlich bestens entwickelt ist, dass aber ihr Innenleben arm und verkümmert, ihre Seele und ihre Vitalität erloschen sind. Alles wird langweilig, sie träumen nicht mehr, sie lachen nicht, sie spielen nicht, sie haben keinen Sinn für Wunder und Überraschungen. Sie sind wie Zombies, ihre Herzen haben aufgehört zu schlagen, weil sie nicht in der Lage waren, das Leben mit anderen zu feiern.“

Einsamkeit ist die schrecklichste Armut

„Mutter Teresa, die unter den Ärmsten der Armen wirkte, sagte einmal etwas Prophetisches: Die Einsamkeit und das Gefühl, nicht geliebt zu werden, ist die schrecklichste Armut“, fuhr Franziskus fort.

Zudem zeigte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche tief bestürzt über die hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen. Spirituelle Armut und Einsamkeit gelte es zu bekämpfen. Es gelte zu „erkennen, dass das Wichtigste nicht das ist, was ich besitze oder was ich kaufen kann, sondern mit wem ich es teilen kann“.

Franziskus wies seine Zuhörer darauf hin, dass die Zukunft nicht „einfarbig“ sein werde. „Wie sehr muss unsere Menschheitsfamilie lernen, in Harmonie und Frieden zusammenzuleben, ohne dass wir dazu alle gleich sein müssen!“ Mobbing sei eine „Seuche“, gegen die sich alle zusammen wehren müssten.

Quelle: Vatican News

Foto: Skulptur – Bildquelle: Kathnews