Papst Franziskus stellt sich schützend hinter Kinder

Mittwochskatechese bei der Generalaudienz über die Familie.
Erstellt von Radio Vatikan am 10. April 2015 um 09:12 Uhr
Jugendliche

Vatikan (kathnews/RV). Ein ausgestoßenes und auf der Straße lebendes Kind ist „eine Beleidung gegen Gott“. In seiner Mittwochskatechese bei der Generalaudienz ging Franziskus in seiner Reihe über die Familie auf die Rolle der Kinder in der Gesellschaft ein. Franziskus sprach vor allem über die Verantwortung aller gegenüber „den jüngsten Mitgliedern“ der Gesellschaft. Jeder sei für sie verantwortlich. Niemand dürfe Kinder „ablehnen“. „Es gibt sogar Eltern, die es bereuen, Kinder zu haben. Solche Worte sind eine Schande!“, so der Papst. Politik und Gesellschaft müssten Eltern und allgemein Familien so gut es geht unterstützen, rief der Papst auf. Konkret heißt das: Eltern müssen auch Erholungsmomente haben. Zu den Problemfällen sagte der Papst:

„Leider gibt es Kinder an der Peripherie der Gesellschaft, die in den Händen von Kriminellen sind. Diese nützen sie aus für ihre kriminellen Handlungen oder setzen sie in Kriegshandlungen oder Gewalt ein. Aber auch in reichen Ländern gibt es viele Kinder, die in dramatischen Situationen leben, weil die Familie in der Krise steckt oder weil sie keinen Zugang zu Bildung haben. Doch keines dieser Kinder ist vom Himmlischen Vater vergessen worden! Ihre Tränen fallen nicht umsonst! Dennoch: jeder von uns ist für die Kinder verantwortlich.“

Oft müssten Kinder die Fehler und unreife ihrer Eltern „aushalten“, so der Papst weiter. Und hier sei die Kirche gefordert, ihre Dienste anzubieten. „Stellt euch einmal eine Gesellschaft vor, die sich ein für alle Mal für dieses Grundprinzip entscheidet: Wir sind nicht perfekt und machen viele Fehler, doch stehen wir für die Kinder ein. Kein Opfer der Erwachsenen soll als zu teuer oder übertrieben eingestuft werden, nur um nicht zu sagen, dass es sich nicht gelohnt hat, Kinder zu haben. Ich sage zu dieser unserer Gesellschaft: viele der zahlreichen Fehler kann man vergeben, nicht aber die Fehler gegenüber Kindern.“ Denn über Kinder sei nicht zu scherzen, so der Papst. Ein tosender Applaus der tausenden Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz stimmte seine Worte zu.

Foto: Jugendliche – Bildquelle: camera-colonia / Wikipedia