Papst Franziskus hält Rückschau auf Afrika

Tiefe Bewunderung für Missionarinnen und Missionare.
Erstellt von Radio Vatikan am 2. Dezember 2015 um 23:23 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Es ist ein schöner Brauch nach jeder Papstreise ins Ausland: In der erster Generalaudienz nach seiner Rückkunft aus Afrika hat Franziskus die Etappen seines Besuchs in Kenia, Uganda und Zentralafrika Revue passieren lassen. Dabei verriet der Papst, die Visite in der Zentralafrikanischen Republik sei seine erste Absicht dieser Reise gewesen, weil das Land versuche, aus einer schwierigen Situation der Gewalt und des Leids herauszukommen. Außerdem sprach Franziskus seine tiefe Bewunderung für Missionarinnen und Missionare aus, die Jahrzehnte ihres Lebens im Dienst an anderen zubringen und durch ihr Zeugnis, nicht durch Proselytismus wirken.

Kenia bezeichnete der Papst als ein Land, „das die globale Herausforderung unserer Zeit repräsentiert: die Schöpfung schützen durch eine Reform des Entwicklungsmodells, das gerecht, inklusiv und nachhaltig sein soll“. Franziskus verwies auf seinen Besuch am Sitz des UN-Umweltbüros in Nairobi. Das Motto der Kenia-Reise, „Seid fest im Glauben, habt keine Angst“ werde in dem ostafrikanischen Land von vielen einfachen Menschen „in adliger Würde“ gelebt, so auch von jenen Studierenden, die am 2. April an der kenianischen Universität von Garissa in einem fundamentalistischen Terroranschlag starben, „weil sie Christen waren“.

Nächste Etappe: Uganda. Hier hob der Papst seine Begegnung mit den Katecheten hervor. Er habe ihnen für ihren Dienst gedankt, der oft auch ihre Familien miteinbeziehe, lobte der Papst. „Zeugnis“ sei auch der aufopferungsvolle Dienst im Caritasheim von Nalukolongo und in vielen anderen Gemeinschaften, die sich um Arme und Kranke kümmerten; „Zeugnis“ legten auch jene Jugendlichen in Uganda ab, die versuchten, nach dem Evangelium und nicht nach den Maßstäben der Welt zu leben; „Zeugnis“ schließlich auch der Dienst der Priester und Ordensleute. All dieser christliche Einsatz sei „Sauerteig“ für das ganze Land, sagte der Papst und nannte zwei Beispiele, in denen sich Uganda auszeichnet: der wirksame Kampf gegen AIDS sowie der Umgang mit Flüchtlingen. Diesen hatte Franziskus an Ort und Stelle ausdrücklich als vorbildhaft gelobt. Das Vorgehen gegen die Ausbreitung von AIDS verzeichnete in Uganda über Jahre große Erfolge, und zwar über den von der Regierung betriebenen sogenannten „ABC-Ansatz“ (Englisch für: abstain, Be faithful, use condoms), also Enthaltsamkeit, Treue und Kondome. Diese Kampagne machte Uganda zum afrikanischen Vorreiter in der Bekämpfung des Virus, auch wenn die Ansteckungsrate seit einigen Jahren wieder steigt.

Der Besuch in der Zentralafrikanischen Republik schließlich war dem Papst seinen Worten zufolge ein besonderes Anliegen. Weil sich das Land in einer schwierigen Situation aus Gewalt und Leid befinde, habe er beschlossen, dort die erste Heilige Pforte des „Jubiläums der Barmherzigkeit“ zu öffnen: als „Zeichen des Glaubens und der Hoffnung für dieses Volk und symbolisch für alle afrikanischen Bevölkerungen, die am meisten der Erlösung und des Trostes bedürfen“. Er habe in Zentralafrika sehr darauf insistiert, dass der Frieden im Gewissen, in der Haltung und in der Absicht jedes Einzelnen beginne, so der Papst. Dafür sei der Beitrag der Religion entscheidend, und so habe er die evangelische Gemeinde und die Moschee von Bangui besucht, wo er „das Gebet und den Einsatz für den Frieden geteilt“ habe.

Großes Lob zollte Papst Franziskus den Missionarinnen. In Bangui habe er eine italienische Ordensfrau getroffen, erzählte er bei der Generalaudienz: „81 Jahre, nicht viel älter als ich. Sie war mit einem Mädchen da, und das Kind nannte sie auf Italienisch: „nonna“ (Großmutter). Sie war dort, seit sie 23 oder 24 war. Das ganze Leben. ,Ich bin eigentlich nicht von hier, ich lebe im Kongo, aber ich bin mit diesem Mädchen im Kanu über den Fluss gekommen.´ So sind die Missionare, mutig! ,Was tun Sie? Ich bin Apothekerin, und dann bin ich Hebamme geworden. Ich habe 3.280 Kinder zur Welt gebracht´, sagte sie mir! Ein ganzes Leben für das Leben, für das Leben der anderen. Und so wie diese eine Schwester gibt es viele andere, so viele Schwestern, Ordensmänner und Priester, die ihr Leben verbrennen für die Verkündigung von Jesus. Es ist so schön, das zu sehen!“

Mission heiße nicht Proselytismus, erklärte der Papst erneut. „Diese Schwester erzählte mir, dass die Musliminnen zu ihnen kommen, weil sie wissen, dass die Schwestern gut zu ihnen sind und ihnen keine Katechese machen, um sie zu bekehren. Zeugnis! Das ist die große heroische Missionstätigkeit der Kirche! Jesus Christus mit dem Leben zu verkünden!“ Und mit einer Einladung wandte sich der Papst auf dem Petersplatz an Jugendliche: Sie sollten ein Leben in der Mission prüfen.

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, Kathnews