Papst Benedikt XVI. ein „Botschafter des Friedens“

Religionsvertreter und Politiker aus Israel würdigen Heiligen Vater.
Erstellt von Radio Vatikan am 16. Februar 2013 um 22:20 Uhr
Israelische Flagge

Jerusalem (kathnews/RV). Als „Botschafter des Friedens“ würdigt die Versammlung der katholischen Ordinarien im Heiligen Land den scheidenden Papst Benedikt XVI. In ihrem Schreiben spricht die Versammlung stellvertretend für alle Religionsgemeinschaften – Juden, Christen, Muslime und Drusen – im Heiligen Land, für deren friedliches Zusammenleben Papst Benedikt XVI. sich wiederholt eingesetzt hatte.

Die „Konferenz der Lateinischen Bischöfe in den arabischen Regionen“ (CELRA) habe ihre große Dankbarkeit über die postsynodale Exhortation „Ecclesia in Medio Oriente“ und den Aufruf des Papstes zu einer „gerechten und dauerhaften Versöhnung“ in der Region zum Ausdruck gebracht. Der maronitische Patriarch von Antiochien, Kardinal Béchara Boutros Raï, habe mit Blick auf Benedikts Rücktrittserklärung von einem „positiven Anstoß“ und einer „Lehre“ für Kirche und Welt gesprochen. Der Schritt gebe ein positives Beispiel für Verantwortungsträger in Religion, Politik und Gesellschaft, so Raï: „Diese Verantwortung muss in der Tat mit vollem Bewusstsein ausgeführt werden“ und als „Auftrag zum Dienst am Gemeinwohl“ verstanden werden, so der Patriarch. Der chaldäische Patriarch von Babylon, Louis Raphaël i. Sako, lobte Benedikt XVI. als „universelles Modell der Demut“: „Der Papst hat der Welt seine ganze Größe gezeigt, das Wunder seines Geistes. Er hat eine Entscheidung getroffen, die die ganze Geschichte erinnern wird, angefangen bei uns Klerikern und der Kirche. Der Pontifex hat einmal mehr gezeigt, dass der Stuhl Petri gemacht ist, um zu dienen und nicht, um bedient zu werden“, wird Sako in der Erklärung zitiert.

Auch der israelische Präsident Shimon Peres würdigte in einem Schreiben Benedikts Einsatz für den Frieden. Er unterstrich besonders die vielfältigen Bemühungen des Papstes um mehr Verständnis zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum. Benedikt XVI. habe viele falsche Vorstellungen in der Kirche zurechtgerückt: etwa, dass die „Juden“ schuld an Christi Tod seien und dass Gott das jüdische Volk verlassen hätte. Auch habe der Papst betont, dass die Juden „die älteren Brüder“ der Christen seien, so Peres. Der Politiker nannte Benedikt XVI. einen Freund und wünschte ihm, bald wieder zu Kräften zu kommen, um seine Weisheit mit der Welt teilen zu können. Der Körper könne altern, die Weisheit jedoch nie, so der israelische Präsident.

Foto: Israelische Flagge – Bildquelle: Wikipedia/Daniel Maleck Lewy