Neuntägige Andachten im familiären Umfeld Jesu

Zwei Kleinschriften aus dem EOS-Verlag vorgestellt. Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 30. September 2021 um 22:15 Uhr
Hl. Gottesmutter Maria

Im vergangenen Jahr bereits hat Msgr. Andreas Heinz, emeritierter Professor für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Trier, im Eos-Verlag der Missionsbenediktiner von St. Ottilien seine Novene zur Muttergottes Novene zur Muttergottes | EOS Editions (eos-verlag.de) herausgegeben. Aus dem kleinen Eifeldorf Auw an der Kyll gebürtig, wo er heute noch lebt, ist Heinz von Kindesbeinen an mit der Volksfrömmigkeit und der Marienverehrung vertraut und verbunden, ist doch sein Heimatort seit der Barockzeit mit einer Wallfahrt zu Maria als Himmelskönigin verknüpft.

Das heute verehrte Gnadenbild könnte aus Wiener Umkreis stammen, das ursprüngliche befindet sich lange schon in der Kirche des Nachbarorts Hosten und wirkt schlichter und volkstümlicher in Machart und Ausdruck, dabei jedoch nicht weniger eindrucksvoll. Die Marienwallfahrt nach Auw, das nicht mit dem gleichnamigen Ort bei Prüm verwechselt werden darf, war seit alters von großer Ausstrahlung für die – wie das Auwer Wallfahrtslied sagt – rauhen Eifelberge und den schönen Moselstrand und oft in der Geschichte zusätzlich von markanten Geistlichen als Pfarrern betreut, vielfach echte Originale. Dies zum Hintergrund, der den Autor der Novenen sicherlich inspiriert hat. In der Muttergottesnovene greift Heinz neun traditionelle Anrufungen der Lauretanischen Litanei heraus, um Leitmotiv und Thematik der einzelnen Tage der Andacht zu gewinnen, die jeweils in einer Betrachtung und einem passenden Gebet besteht.

Jesu Verwandtschaft als Kreis von Fürsprechern

Gleichsam als Fortsetzung der an Maria gewandten Novene hat Andreas Heinz 2021 in Ausstattung, Aufbau und Gestaltung entsprechend eine Novene zu den Verwandten des Herrn Novene zu den Verwandten des Herrn | EOS Editions (eos-verlag.de) folgen lassen. Die Gestalten, die vor das geistige Auge des Beters treten, sind wiederum Maria sowie die Heiligen Joseph, Joachim, Anna, Zacharias, Elisabeth, Johannes der Täufer als Vorläufer des Herrn, Jakobus und Johannes, der Apostel und Evangelist. Sie alle werden angerufen, sich bei Gott für das drängende Anliegen, dem man in Nachahmung apostolischen Vorbilds (vgl. Apg 1, 13f.) und frühchristlichen Brauchs der Pfingstnovene durch Gebet an neun aufeinanderfolgenden Tagen Nachdruck verleiht, als Fürsprecher einzusetzen.

Beide Gebetshefte sind Kleinschriften im Umfang von jeweils 32 Seiten, werden als Broschüren angeboten und sind preisgünstig zu haben. Jedes kostet nämlich nur € 1,-. Damit eignen sich die beiden Novenen in jeder Hinsicht bestens für den Schriftenstand und können sie bei Abnahme größerer Stückzahlen beim Verlag wahrscheinlich sogar zu noch weiter reduzierten Staffelpreisen bezogen werden.

Insbesondere die in diesem Jahr erschienene Novene, die die heilige Verwandtschaft Jesu in den Blick nimmt, eignet sich auch besonders schön für das aktuelle Josephsjahr, das noch bis zum 8. Dezember 2021 dauert. Der zweite Novenentag ist nämlich dem gesetzlichen Vater Jesu gewidmet und ruft Heinz auch das Gebet in Erinnerung, das nach Anweisung Papst Leos XIII. zum Abschluss des Rosenkranzgebetes im Oktobermonat zu beten vorgeschrieben ist. Als Gebet zum hl. Josef für die Kirche wurde es von Heinz ganz am Schluss des zweiten Novenenheftes platziert (vgl. S. 32 unten).

Eine leise Kritik ist angebracht

Die präsentierte deutsche Fassung des Gebetes stellt zugleich die einzige inhaltliche Kritik dar, die diese Rezension zu erwähnen verpflichtet ist. Ein Vergleich mit dem Ad te, beate Joseph zeigt eine stellenweise sehr freie Übersetzung auf, vereinzelt auch Auslassungen der deutschen Version gegenüber dem lateinischen Text. Nun waren schon früher gerade solch sozusagen paraliturgischen Gebete in ihrer Ausformulierung fast von Diözese zu Diözese verschieden, aber vielleicht hätte Heinz besser beispielsweise zur Übersetzung Pater Martin Ramms FSSP im Volksmissale (vgl. Auflage 32017, S. [536]) gegriffen und diese übernommen. So wäre auch der Interpunktionsfehler nach „wegen der väterlichen Liebe“, wo ein Beistrich fehlt, namentlich aber der sinnentstellende Druckfehler „schau gnädig auf das Erde“, wo es natürlich Erbe heißen muss, im Novenenheft vermieden worden.

Nachdem die Ablasskongregation die Anregungung gegeben hat, dieses Josephsgebet während des dem heiligen Joseph geweihten Jubiläumsjahres jedem Rosenkranz anzuschließen (also nicht nur wie sonst strenggenommen nur im jetzt bevorstehenden Rosenkranzmonat) und dies momentan mit der Gelegenheit zu einem vollkommenen Ablass einhergeht, ist es aber überhaupt erfreulich und verdienstvoll, dass Heinz dieses vielerorts ganz in Vergessenheit geratene Gebet in seine neue Publikation aufgenommen hat.

Beide Novenen sind, gerade auch wegen der stark biblischen Verankerung der Betrachtungsimpulse, sehr zu empfehlen.

Foto: Hl. Maria Muttergottes – Bildquelle: Kathnews

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