Neid und Intrigen verdunkeln das Licht Gottes

Predigt des Papstes während der Morgenmesse in der Vatikan-Residenz Santa Marta.
Erstellt von Radio Vatikan am 20. September 2016 um 11:28 Uhr
Sonne und Wolken

Vatikan (kathnews/RV). Neid, Streitsucht, Intrigantentum: Verhaltensweisen wie diese verdunkeln das Licht Gottes. Das sagte Papst Franziskus an diesem Montag in der Predigt seiner Morgenmesse in der Vatikan-Residenz Santa Marta. Und er setzte einen wohlgezielten Seitenhieb gegen die Mafia: Zum Bösen anstiften ist „mafiös“, von daher „ist jede Mafia dunkel“. Im kalabrischen Nicotera fand an diesem Wochenende mit allem Pomp eine medial viel beachtete Hochzeit unter Angehörigen eines Mafiaclans statt, das Brautpaar schwebte in einem schwarzen Helikopter ein und landete auf dem Stadtplatz.

„Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett“, heißt es im Tagesevangelium an diesem Montag. Franziskus erinnerte daran, dass in der frühen Kirche die Taufe auch „Erleuchtung“ genannt wurde. Dieses Licht der Taufe sei echt, „kein künstliches Licht“, sondern ein „demütiges, heiteres Licht, das nie mehr erlöscht“. Und Franziskus kam auf gewisse menschliche Verhaltensweisen zu sprechen, die dieses Leuchten dann eben doch unter den Scheffel stellten. Zunächst: Niemals einen Mitmenschen in Not warten lassen.

„Niemals aufschieben. Das Gute verträgt keinen Kühlschrank. Das Gute ist heute, und wenn du es heute nicht machst, ist es morgen weg. Versteck nicht das Gute für morgen. Dieses ,geh, komm morgen wieder´ verdeckt das Licht und ist außerdem eine Ungerechtigkeit. Und noch so ein Tipp: dein Nächster, der bei dir ist und dir vertraut – stifte ihn nicht zum Bösen an. Das ist das kleine Stück Mafia, das wir alle in der Hand haben: wer das Vertrauen des Nächsten missbraucht, um zum Bösen anzustiften, ist ein Mafioso! ,Aber ich gehöre doch nicht zur Mafia…´, doch doch, das ist Mafia, das Vertrauen zu missbrauchen. Und das verdeckt das Licht. Es macht dich dunkel. Jede Mafia ist dunkel!“

Ähnliches gilt für die Versuchung, dauernd mit jemandem zu streiten, Genuss dabei zu empfinden, sich auch mit jemandem in die Haare zu geraten, der „nichts Böses“ getan hat. „Am Ende macht streiten müde“, sagte der Papst. „so kann man nicht leben“. Da sei es besser, den Ärger verrauchen zu lassen und zu vergeben, auch einmal „so zu tun, als sähe man die Dinge nicht“.

Eine weitere Haltung, die das Licht Gottes verdeckt: Neid. „So oft empfinden einige von uns Eifersucht und Neid für jene, die Sachen oder Erfolg oder Macht haben. Aber schauen wir ein wenig auf die Geschichte der Mächtigen. Es ist ganz einfach: dieselben Würmer, die uns fressen werden, fressen auch sie. Am Ende sind wir alle gleich. Neid und Eifersucht! Das verdeckt das Licht.“

Von daher der Rat Jesu: Seid Kinder des Lichts und nicht Kinder der Dunkelheit! Und Franziskus schloss seine Predigt mit einem Wunsch: „Der Heilige Geist, den wir alle in der Taufe empfangen haben, möge uns helfen, nicht in diese hässlichen Angewohnheiten zu fallen, die das Licht zudecken. Er möge uns helfen, das Licht, das wir unentgeltlich empfangen haben, voranzutragen, das Licht Gottes, das Licht der Freundschaft, der Milde, das Licht des Glaubens, der Hoffnung, der Geduld und der Güte.“

Foto: Sonne und Wolken – Bildquelle: Kathnews

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