Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller lässt Katze aus dem Sack 

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller offenbart in einem Interview die wahren Hintergründe der medialen Hetzkampagne gegen den Kölner Kardinal Woelki.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 19. März 2021 um 15:53 Uhr
Kardinal Woelki

Münster (kathnews). Ist der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller einer der Drahtzieher oder sogar der Hauptakteur hinter der (medialen) Hetzkampagne der vergangenen Wochen gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki? Ein Interview in der Münsteraner Zeitung „Kirche und Leben“ legt den Verdacht sehr nahe.

Seit Wochen tobt in den Medien eine Hetze gegen den Kölner Kardinal. Dieser hatte im vergangenen Jahr das methodisch und rechtlich höchst angreifbare Münchner Gutachten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erbistum Köln nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Stattdessen hat er bei der Kölner Anwaltskanzlei Gercke ein neues in Auftrag gegeben, das gestern in Köln vorgestellt worden ist. Das Zurückhalten des Erstgutachens aus München führte zum erneuten Vorwurf des Vertuschens seitens des Kölner Kardinals. Auffallend dabei war die übertriebene mediale Hetzkampagne gegen ihn. Ein Interview mit dem Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller beim Onlineportal der Münsteraner Zeitung „Kirche und Leben“ scheint nun die eigentlichen, die wahren Hintergründe dieser Kampagne zu offenbaren: Man will – entsprechenden den Zielen des Synodalen Weges – eine Veränderung der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche. Schüller wirft dem Kölner Kardinal hingegen „stockkonservative Positionen“ vor. Auch deswegen habe der Kardinal das Münchner Gutachten zurückgewiesen.

Auf die Frage, ob Kardinal Woelki durch das zweite Gutachten nun vollständig entlastet sei, meinte Schüller:

Das wird man so sehen müssen. Er hat nicht selbst missbraucht, er hat nicht aktiv vertuscht wie seine Vorgänger Meisner und Höffner. Aber er ist nicht raus bei der Frage nach den systemischen Ursachen. Er hat ja das Münchner Gutachten unter anderem deshalb nicht veröffentlicht, weil ihm dessen Empfehlungen zu einer veränderten Sexualmoral und einer anderen Priesterausbildung nicht passten. Da bleibt er bei seinen stockkonservativen Positionen. Jetzt hat er ein rein abstraktes juristisches Gutachten, das diese Themen gar nicht aufgreift. Der Auftrag war allerdings ein anderer, es sollte nämlich vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses der Kirche geprüft werden. Bei dieser moralisch-ethischen Dimension hat der Kardinal noch Hausaufgaben zu erledigen. … (D)as Münchner Gutachten (geht) tatsächlich in seinen Empfehlungen an die systemischen Ursachen heran: Wir brauchen eine Revision der überkommenen Sexualmoral, eine positive Einstellung zu Homosexualität, wir brauchen eine Stärkung der Rechte der Frauen. Das will Kardinal Woelki natürlich nicht hören. Er wollte ein lupenreines juristisches Gutachten, das hat er bekommen. Aber er wollte nicht an die systemischen Ursachen heran.

Hier zum ganzen Interview

Foto: Kardinal Woelki – Bildquelle: Martin Lohmann / LohmannMedia

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