Maria 1.0: Schonungslose Aufklärung statt Durchsetzung von Eigeninteressen

Was die Katholische Kirche tatsächlich zum Besseren wenden kann! Presseerklärung zum Auftakt der 3. Versammlung des Synodalen Weges.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 3. Februar 2022 um 12:27 Uhr

Eichstätt (kathnews/Maria 1.0). Im Jahre 2020 wurden offiziell mehr als 14.500 Missbrauchsfälle in Deutschland registriert, hinzu kommen fast 18.000 Fälle von Kinderpornographie. Eine bedauerlich hohe Zahl, die sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht und immer wieder das Interesse der medialen Öffentlichkeit erregt. Im Mai 2021 wird die Verurteilung gegen den ehemaligen Fußballspieler Christoph Metzelder wegen Besitz von Kinderpornographie rechtskräftig. Im März 2015 wird das Verfahren gegen den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Ediathy nach einem Schuldeingeständnis mit einer Strafzahlung eingestellt. Ediathy scheiterte 2014 mit einer Beschwerde gegen die Durchsuchung seiner Wohnung aufgrund seiner politischen Immunität. Die Verfahren gegen die Lehrer der Odenwaldschule wurden im Januar 2010 allesamt eingestellt. Der Enthüllungsartikel über den systematischen Missbrauch an der Odenwaldschule wurde 1999 sogar diskreditiert und nur unzureichend rezipiert. Im Januar 2022 schlägt das Missbrauchsgutachten um die Rolle Kardinal Ratzingers hohe Wellen.

Die Unterschiede in der Berichterstattung

An dieser Stelle soll explizit nicht der Versuch unternommen werden, die Verbrechen durch einen Vergleich zu relativieren. Dennoch gibt es drei signifikante Unterschiede in der Berichterstattung, die hier herausgearbeitet werden sollen:

Das mediale Interesse an den Missbrauchsfälle der Katholischen Kirche wird immer wieder an die Öffentlichkeit getragen, während die Berichterstattung in den übrigen Fällen schnell abebbte. Während bei den Missbrauchsfällen der Katholischen Kirche immer die ganze Katholische Kirche in den medialen Fokus gestellt wird, konzentriert sich die Berichterstattung in den übrigen Fällen auf den Täter selbst und nicht das Umfeld wie Sport, Partei, Politik oder Schule. Die Missbrauchsfälle der Katholischen Kirche ziehen immer eine Forderung nach einer Reform der Katholischen Kirche nach sich, während in den anderen Fällen niemand ernsthaft die Abschaffung des Profi-Fußballs, der SPD oder gar eine Reform des Bundestags gefordert hat. Auch die Frage nach Schutz vor Missbrauch an Schule wurde nicht mehr konsequent weiter diskutiert.

Die Missbrauchsfälle als mediale Steuerung

Dies veranschaulicht eindrucksvoll, dass es in vielen Berichterstattungen nicht um eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche, sondern um einen Angriff auf die Katholische Kirche selbst geht. Geschickt platzierte Verlinkungen zu #OutInChrurch entlarven den Versuch über das Thema Missbrauch die Entwicklung der Katholischen Kirche gezielt von außen zu steuern und zu beeinflussen – gerade durch die Lenkung der öffentlichen Meinung. Themen wie synodaler Weg, Demokratisierung der Katholischen Kirche oder der Wegfall des Zölibats werden immer wieder als mögliche „Lösungen“ genannt. Wie die oben genannten Beispiele demonstrieren, kommen Missbrauchsfälle jedoch überall in der Gesellschaft vor. Die medial von der Katholischen Kirche geforderten Reformen hätten konsequenterweise keinerlei Einfluss auf die Missbrauchsfälle selbst. Zynischer Weise scheint es den Kritikern gerade nicht um den Schutz der Kinder zu gehen. Statt schonungsloser Aufklärung geht es meist nur um die Durchsetzung von Eigeninteressen.

Was sind die wirklichen Probleme in der heutigen Gesellschaft?

In den Berichterstattungen zum Missbrauch sollten tatsächlich Ansätze diskutiert werden, wie sich Kinder in der heutigen Zeit besser schützen lassen. Die Jugend von heute erreicht ihre Adoleszenz in einer Gesellschaft, die sexuelle Perversionen und Ausschweifungen zu Norm erhoben hat, in der Kinder omnipräsenten und fast uneingeschränkten Zugang zu Pornographie, Gewalt und Drogen haben. Die sie mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen lässt und einem widernatürlichen familiären Umfeld preisgibt. Einer Gesellschaft, die sich sogar anschickt das Verbot von Abtreibungen aufzuheben. In der die Regierungspartei der Grünen für eine Legalisierung der Pädophilie eingetreten ist und gerade dadurch unserer Generation dieses schwere Erbe einer zerrütteten und kinderfeindlichen Gesellschaft hinterlassen hat.

Wie sollte die Katholische Kirche reagieren?

Die deutsche Bischofkonferenz taumelt – von den Vorwürfen sichtlich getroffen – ohne klares Konzept den Reformern und Kritikern entgegen und stellt sich damit gegen die Weltkirche. Wie über die Reformen der katholischen Lehre Missbrauch an Kindern und Jugendlichen verhindert werden soll, lassen alle Seiten jedoch unbeantwortet.

Gerade hier liegt jedoch der Schlüssel zum Umgang mit den Missbrauchsfällen. Die manchmal unbequeme Wahrheit, welche wir in der katholischen Lehre finden, gilt es wieder neu zu entdecken. Ein jeder Katholik muss danach streben sein Leben wahrhaftig und aufrichtig an der Wahrheit auszurichten und Unwahrheit, also Sünde, aus seinem Leben ausmerzen. Gleichzeitig muss die Kirche als Ganzes einen schonungslosen Blick auf entstandene Netzwerke innerhalb der Kirche werfen, die dazu führen, dass Unwahrheit in ihr gedeihen kann und bisweilen dadurch sogar zur neuen Wahrheit erhoben wurde. Hier fühlt man sich doch etwas an das goldene Kalb der Israeliten erinnert. Nicht in einer Änderung der katholischen Lehre liegt also der Schlüssel, sondern in einer echten Rückbesinnung jedes einzelnen, wie auch der ganzen Kirche auf die Wahrheit. Es bleibt zu wünschen, dass wieder mehr deutsche Bischöfe dies erkennen und sich trauen auf dem bewährten Pfad des Glaubens zum Wohl der Gesellschaft und der Kinder zu wandeln.

Quellen-Nachweise:

1 https://beauftragter-missbrauch.de/themen/definition/zahlen-zu-sexuellem-kindesmissbrauch-in-deutschland

2 https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/kinderpornografie-prozess-urteil-gegen-metzelder-rechtskraeftig,SWMHdLU

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Edathy

4 https://de.wikipedia.org/wiki/Odenwaldschule

5 https://www.focus.de/politik/deutschland/erste-ergebnisse-der-paedophilie-studie-forscher-enthuellen-so-kaempften-gruene-jahrelang-fuer-freien-kinder-sex_id_3077344.html

Foto: Clara Steinbrecher, Vorsitzende von Maria 1.0 – Bildquelle: Privat

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