„Macht hoch die Tür“ – 22. Türchen

Der Kathnews-Adventskalender 2020.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 22. Dezember 2020 um 07:37 Uhr
Weihnachtsgeschenke

Am 22. Dezember wird das Messformular vom Vierten Advent genommen. In dessen Oration übernimmt die Kirche eingangs ein weiteres Mal die Excita-Formulierung aus Ps 79, 3 und fleht zu Gott, uns mit der großen Kraft der Hilfe seiner Gnade entgegenzueilen (lat.: succurre). Dieses succurre kennen wir auch aus der marianischen Antiphon, die uns seit dem Advent und noch bis Maria Lichtmess begleitet, als Bitte an die Gottesmutter: succurre cadenti – eile zu den Sinkenden, zu denen, die zu unterliegen drohen. Sehr anschaulich werden in der heute wiederholten Oration die Sünden gleichsam als Stolpersteine benannt, womit wir die Ankunft des Herrn hemmen, wörtlich diesem Kommen ein Bein stellen (lat.: praepediunt) oder auch: durch die wir über die eigenen Füße stolpern.

Die heutige O-Antiphon O Rex gentium bringt Anselm Schott (1843-1896) auf folgenden Reim: „Dein, Völkerkönig, harrt die Welt, * Du Eckstein, der sie eint und hält: * O komme und errette mild * Den Menschen Deiner Hände Bild!“[1] Heute geht durch Schotts Dichtung viel verloren. Wörtlicher würde die Antiphon nämlich lauten: „O, der Heidenvölker König und ihr Ersehnter Du, und Eckstein, der aus zweien eines fügt, komm uns zu! Den Menschen, einst lehmgeformt von Dir, durch Deines Heiles Tun – rette Du ihn nun“ (eigene, poetische Übertragung von Clemens Victor Oldendorf).

Christus ist der Eckstein, von dem es heißt: qui facis utraque unum. Wir können dabei an die beiden Naturen Christi denken, die in ihm geeint sind, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist.

[1] Schott, A., Vesperbuch (Vesperale Romanum), lateinisch und deutsch, enthaltend die Vespern des Kirchenjahres, Freiburg im Breisgau u. a. 41913, S. 100.

Foto: Weihnachtsgeschenke – Bildquelle: Sigismund von Dobschütz

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