„Lindert die Not in der Sahelzone!“

Benedikt XVI. würdigt Stiftungsarbeit in Afrika.
Erstellt von Radio Vatikan am 11. Februar 2012 um 16:04 Uhr
Papst Benedikt XVI., Petersplatz

Vatikan (kathnews/RV). Papst Benedikt XVI. ruft die Internationale Gemeinschaft dazu auf, Armut und Not in der Sahel-Zone zu lindern. Vor Vertretern der „Stiftung Johannes Paul II. für den Sahel“ erneuerte Benedikt XVI. an diesem Freitag seinen dringlichen Appell zu mehr Solidarität für die Völker Afrikas, von denen viele angesichts der jüngsten „Jahrhundertdürre“ immer noch um ihr Überleben kämpfen:

„Unglücklicherweise war die Sahelzone in den vergangenen Monaten erneut stark durch eine massive Schmälerung der Lebensmittel und durch eine Hungersnot gefährdet, die durch den Mangel an Regen und die konstante Wüstenbildung verursacht wurden. Ich mahne die internationale Gemeinschaft dazu, sich ernsthaft mit der extremen Armut der Bevölkerung dort auseinanderzusetzen, deren Lebensbedingungen sich verschlechtern. Ich möchte auch die Anstrengungen der kirchlichen Organisationen dazu ermutigen, die in diesem Bereich tätig sind.“

Weiter würdigte der Papst den Einsatz der 1980 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. gegründeten Stiftung, die in Afrika in vielen Ländern mit muslimischer Mehrheit tätig ist. Über die guten Beziehungen zu vielen Muslimen im Kontext der Hilfsarbeit sei er erfreut, so der Papst. Das Prinzip der Barmherzigkeit gehe über die Grenzen der Religionen, Völker und Kulturen hinaus, erinnerte der Papst, der noch einmal seine Afrikareise Revue passieren ließ:

„In engführender und oft demütigender Weise hat man Afrika als Kontinent der Konflikte und der unendlichen und unlösbaren Probleme beschrieben. Im Gegenteil: Afrika empfängt heute die ,Frohe Botschaft‘ und ist für die Kirche der Kontinent der Hoffnung. Für uns und für euch ist Afrika der Kontinent der Zukunft. Ich erinnere an das postsynodale Schreiben, das ich auf meiner letzten Reise nach Benin überbrachte: ,Afrika, du Frohe Botschaft für die Kirche, werde es für die ganze Welt!‘ Die Stiftung ,Johannes Paul II. für den Sahel‘ ist dafür ein großes Zeugnis.“

Weiter rief der Papst die Stiftung, die in diesen Tagen in Rom zu ihrem Jahrestreffen zusammenkommt, zu fortwährender Erneuerung auf: Hier sei vor allem die geistliche und professionelle Ausbildung von Personal wesentlich, so der Papst. Neben dem Präsidenten des päpstlichen „Caritas“-Ministeriums Kardinal Robert Sarah dankte Benedikt XVI. auch der deutschen und italienischen Bischofskonferenz, die die Stiftung beide unterstützen. Die deutsche Bischofskonferenz ist in der Stiftung durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vertreten.

Hilfe für den Sahel seit fast 30 Jahren

Durch Förderung der ländlichen Entwicklung, durch Aufforstung sowie Maßnahmen zur Sanierung des Bodens und zur Wasserhaltung bekämpft die Sahelstiftung seit 28 Jahren insbesondere im Bereich von Bildung und Ausbildung die Desertifikation und die Not der ärmsten Bevölkerungsschichten. Die Projekte werden unabhängig von der Religionszugehörigkeit der Bevölkerung gefördert. Seit 1984 konnten mehr als 40 Millionen Euro für über 3.500 Projekte bewilligt werden. Die Projekte der Sahelstiftung werden zu einem großen Teil aus Erträgen der Spenden deutscher Katholiken anlässlich eines Aufrufs von Papst Johannes Paul II. finanziert. Dieser hatte 1980 in einem eindringlichen Appell um Hilfe für die nach einer Dürrekatastrophe Not leidende Bevölkerung im Sahel gebeten. Damals wurden 30 Millionen DM gespendet.

Foto: Benedikt XVI. – Bildquelle: Andreas Gehrmann

 

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