Levitenamt in Trier

Alljährliche Trierer Martyrertage in der Basilika St. Paulin. Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 30. September 2022 um 08:46 Uhr

Trier (kathnews). Am 5. Oktober verzeichnet der liturgische Eigenkalender der Trierischen Kirche seit alters das Festum Trevirensium Martyrum innumerabilium, welches auf der gläubigen Überzeugung beruht, dass auch Trier in der Frühzeit der Kirche Ort blutiger Christenverfolgungen gewesen sei, wie sie durch Verfügungen Kaiser Diokletians im Jahre 303 angestoßen wurden.

Genauer gesagt stellte man sich darunter spätestens seit dem 11. Jahrhundert christliche Angehörige der Thebäischen Legion vor, die ob ihres Glaubens in Trier den Martyrertod gefunden hätten. Die als ihre Reliquien verehrten Gebeine befinden sich zusammen mit jenen des heiligen Bischofs Paulinus in der Trierer Basilika St. Paulin. Heute ein hochbarocker Sakralbau von 1757, der vor allem wegen seiner Innenausstattung mit dem bekannten Namen Balthasar Neumanns verbunden ist und mit seiner Üppigkeit überall in Oberbayern stehen könnte.

Traditionsbewusste Katholiken schon öfters gern gesehene Gäste

In dieser Basilika konnten schon wiederholt die in Trier der Alten Messe verbundenen Gläubigen feierliche heilige Messen feiern, so zum Beispiel alljährlich im Rahmen der Heilig-Rock-Tage. Deshalb ist es besonders schön, dass am Samstag, den 1. Oktober 2022, um 18 Uhr in St. Paulin , wo bis heute Anfang Oktober die Trierer Martyrertage begangen werden, zu Ehren aller Trierer Martyrer, wie es im Festtitel des MR1962 nüchterner heißt, ein Levitenamt zelebriert werden wird.

Die unzählbaren, ungezählten oder auch schlicht zahllosen Trierer Martyrer haben überraschenderweise im letzten Trierer Eigenmissale von 1608/10 weder eine Sequenz noch ein Messproprium. Dort ist einfach auf das Formular mehrerer Martyrer verwiesen. Erst 1887 wurde in Trier der römisch-tridentinische Ritus vollständig und mit Ausschließlichkeit übernommen. Im Trierer Anhang der Eigenmessen der Diözese fand sich seitdem ein vollständiges Messformular eigens zur Feier der Trierer Martyrer, das auch 1962 identisch ist.

Oration der Messe vom 5. Oktober, lateinisch und deutsch

Daraus sei hier das Tagesgebet und seine deutsche Übersetzung angeboten. Sehr schön reflektiert das Vokabular mit zahlreichen Anspielungen und Bezügen zum militärischen Sprachgebrauch den Inhalt der Heiligenlegende, ohne interessanterweise auf die große Zahl der Martyrer oder sonstige konkrete geschichtliche Umstände näher einzugehen, so dass seine Aussage auch ein Bild jedes christlichen Lebens und Zeugnisses sein kann:

Omnipotens sempiterne Deus, qui per gloriosa bella certamenis immortalitatis triumphum sanctis Martyribus tuis contulisti: da cordibus nostris dignam pro eorum commemoratione laetitiam et eorum precibus adiumentum. Per Dominum nostrum.

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch glorreiche Schlachten Deinen heiligen Martyrern den Triumph des Kampfpreises der Unsterblichkeit verliehen hast: Gib unseren Herzen bei deren Gedächtnisfeier eine würdige Freude ein, und ob ihrer Bitten Hilfestellung. Durch unsern Herrn.

Foto: Te igitur – Missale FSSP – Bildquelle: Kathnews

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