Laienvereinigung „Pro Missa Tridentina” tagt in Aachen

Hochamt in der klassischen Form des Römischen Ritus.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 27. Juni 2014 um 17:24 Uhr
Alte Messe - Manipel

Aachen (kathnews). Zu den vielen tausend Pilgern, die in diesen Tagen zur Heiligtumsfahrt nach Aachen kommen, zählen auch die Mitglieder der Laienvereinigung „Pro Missa Tridentina“, jener Vereinigung im deutschsprachigen Raum, „die der Feier der heiligen Messe und der anderen Sakramente in der außerordentlichen Form des römischen Ritus verbunden“ ist, heißt es auf der Homepage der Vereinigung. Ihr Ziel ist es, „die tägliche Feier der Liturgie im traditionellen Ritus gemäß dem Motu proprio `Summorum pontificum´ in allen deutschsprachigen Diözesen zu fördern, damit der Göttlichen Majestät ein würdiger Kult dargebracht wird“. Im Karlsjahr 2014 und anlässlich der Heiligtumsfahrt kommen die Mitglieder in die berühmte Karlsstadt am Dreiländereck zu Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Sie verbinden ihre Jahresversammlung in Aachen mit einer Wallfahrt zu den vier großen biblischen Heiligtümern des Aachener Domes. Am Samstag, dem 28. Juni, sind zur Aachener Wallfahrt unter anderem die Verbände herzlich eingeladen.

Ein liturgischer Höhepunkt der Heiligtumsfahrt

Einen liturgischen Höhepunkt des Karlsjahres sowie der Heiligtumsfahrt wird das im Rahmen der Jahresversammlung vorgesehene Hochamt in der klassischen („außerordentlichen“) Form des Römischen Ritus um 10.00 Uhr sein, das in der vom Barockbaumeister Joseph Jakob Couven im 18. Jahrhundert errichteten Kirche St. Michael im Aachener Stadteil Burtscheid Prof. A. Wollbold (München) zelebriert. Das Zweite Vatikanische Konzil wünschte bekanntlich den Erhalt der Gregorianik und der (unsterblichen) Polyphonie (vgl. SC 116). Die Cappella Aquensis unter Leitung von Thomas Beaujean singt das Ordinarium aus einer Messe von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594), die Schola Carolina (Aachen/Mönchengladbach) passend zum Karlsjahr das gregorianische Proprium der Karlsmesse „In virtute tua” unter der Leitung des Dirigenten, Organisten und Musikwissenschaftlers Dr. Michael Tunger. Der Aachener Stadtteil Burtscheid (Lat.: Porcetum) ist nach dem geschichtsträchtigeren Stadtteil Kornelimünster im Süden der Kaisersstadt, der ebenfalls kostbare Reliquien birgt, die zeitgleich mit der Heiligtumsfahrt im Zentrum Aachens den Gläubigen zur Verehrung gezeigt werden, vor allem als Kur- und Badezentrum Aachens bekannt. Aachen ist Badestadt und darf den Titel „Bad Aachen“ führen. Für die Geschichte bedeutender aber ist, dass in Aachen-Burtscheid Kaiser Otto III. 997 eine einflussreiche Reichsabtei gegründet hat, die bis zur Säkularisation bestanden hat. Die Gebeine Otto III. ruhten bis zur napoleonischen Zeit im Aachener Dom.

Martin Mosebach

Aus Frankfurt reist Martin Mosebach nach Aachen. Im Anschluss an das Hochamt hält der bekannte Büchnerpreisträger einen Vortrag zum Thema „Der geerdete Himmel – Über die Stofflichkeit des Glaubens”. Frankfurt und Aachen verbindet nicht nur die gemeinsame Karlsverehrung, sondern auch das Privileg, Krönungsstädte der Könige (später Kaiser) des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation) gewesen zu sein. In Aachen wurden bis 1531 Könige gekrönt. Der letzte in Aachen gekrönte König war der Habsburger Ferdinand I. Danach wurde Frankfurt Krönungsstadt.

Wallfahrt zu den Aachener Heiligtümern

Vor dem Hochamt, während der Mittagspause und nach dem Vortrag von Martin Mosebach haben die Besucher und Wallfahrer Gelegenheit, den Aachener Dom zu besuchen, die großen Stoff-Reliquien sowie den heiligen Karl den Großen zu verehren. Karl wurde am 29. Dezember 1165 im Aachener Dom heiliggesprochen.

Foto: Alte Messe, Manipel – Bildquelle: Berthold Strutz