Kurienbischof Gänswein: „Kein Papst kann Everybody’s Darling sein“

Authentisch und realitätsnah - laut Kurienerzbischof Gänswein beschreiben beide Begriffe das Leben und Handeln von Papst Franziskus. Zum dessen Redestil sagte Gänswein, dieser enthalte manchmal „kleine Bömbchen".
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 7. April 2015 um 09:56 Uhr
Papst Franziskus

Vatikan (kathnews/KNA). Nach Einschätzung von Kurienerzbischof Georg Gänswein gibt es im Vatikan keine gegen Papst Franziskus gerichteten Strömungen. Zwar gebe es die eine oder andere Stimme, die verärgert sei, sagte Gänswein in einem Interview des österreichischen Senders ORF, insgesamt sei die Stimmung im Vatikan jedoch sehr gut. „Kein Papst kann Everybody’s Darling sein“, betonte Gänswein. „Wer immer es ist, woher er auch kommt, welches Programm, welches Pontifikat er auch ausübt – es wird immer unzufriedene Leute geben.“

Mit Blick auf das Leben, Handeln und die Verkündigung von Franziskus sei Authentizität ein Schlüsselwort, sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses. Der Papst sei auch in der persönlichen Begegnung so, wie er über die Medien wahrgenommen werde. „Er begegnet den Menschen authentisch. Das ist sehr wichtig. Und es ist keine Strategie, um die Werte hochzuschrauben, oder den Applaus zu steigern, oder irgendwie anzukommen. Das spüren die Menschen, ob die jetzt katholisch sind oder nicht katholisch sind.“

Zum Redestil des Papstes sagte Gänswein, manchmal lägen darin „einige kleine Bömbchen“. „Wenn man die nicht entschärft, ist die Gefahr groß, dass die auch mal explodieren können.“ Im Zusammenhang betrachtet, zeige seine Ausdrucksweise jedoch, dass Franziskus in der Realität stehe und ihm seine argentinischen Erfahrungen auch als Basis für seine Sprache dienten. Gänswein: „Das ist sein Recht. Das ist auch seine Freiheit – mit all den Herausforderungen, die damit zusammenhängen.“

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Papst Franziskus – Bildquelle: Kathnews