„kreuz.net” ist offline – und der „Spiegel” nutzt dies erneut für kirchenfeindliche Agitation

Ein Kommentar von Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags.
Erstellt von Felizitas Küble am 4. Dezember 2012 um 10:56 Uhr
Petersdom

Am Sonntag erschien in „Spiegel.de” wieder ein völlig unfairer, antikatholischer Rundumschlag. Äußerer Anlaß ist die Nachricht, daß das unseriöse Radauportal „kreuz.net” (über das unser Christoferuswerk seit vielen Jahren kritisch aufklärt) derzeit „offline” ist, also nicht mehr im Netz erreichbar. Was dies mit der katholischen Kirche zu tun hat? – Das hätten wir auch gern gewußt. Das Hamburger Magazin jedenfalls titelt in typischer Unverfrorenheit: „Kreuz.net – Katholisches Hetzportal ist offline”. Damit wird der irreführende Eindruck erweckt, als handle es sich bei dieser anonymen Webseite gleichsam um eine Einrichtung, ein Web-Produkt der katholischen Kirche. Tatsache ist aber, daß bislang kein einziger Betreiber des primitiven und judenfeindlichen Schmuddelportals enttarnt worden ist. Daher ist diese „Spiegel”-Behauptung von sachlicher Berichterstattung weit entfernt.

„Vermutungen” werden flugs zu Behauptungen

In der ersten Artikelzeile geht es entsprechend weiter („fundamentalistisch-katholische” Webseite). Sodann heißt es: „Beobachter vermuteten die Urheber in erzkonservativen, rechtslastigen katholischen Kreisen (…) weitere Personen werden als Betreiber verdächtigt – sie stehen zum Teil in kirchlichen Diensten”. Damit wird zugegeben, daß es sich lediglich um Verdächtigungen und Vermutungen handelt. Was soll dann also der Titel „Katholisches Hetzportal”? Außerdem schreibt Spiegel-online über „kreuz.net” mit Berufung auf Dr. David Berger: „Zuletzt soll es ein regelrechtes Großreinemachen auf der Seite gegeben haben, möglicherweise, um die Identitäten der Autoren zu schützen.” Hier stellt sich die Frage: Woher kann Dr. Berger dies wissen, wo er doch die Betreiber bislang gar nicht kennt?

„Reaktionäre Katholiken haben die Seite bisher gemacht“

Abschließend berichtet das Hamburger Wochenblatt: „In einer Presseerklärung, die „Stoppt Kreuz.net” am Montag veröffentlichen wird, heißt es dazu: „Sollte Kreuz.net wirklich Geschichte sein, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die reaktionären Katholiken, die bisher diese Seite gemacht, beliefert und gestützt haben, mit neuen Internetseiten wieder auftauchen.” Auch hier wird erneut suggeriert, daß „reaktionäre Katholiken” das Radauportal „gemacht” haben, obwohl die Betreiber von „kreuz.net” doch bislang unbekannt sind – und der „Spiegel” selbst von „Vermutungen” und „Verdächtigungen” spricht.

Die von David Berger und dem Porno-Verleger Bruno Gmünder geleitete Initiative „Stoppt kreuz.net” hat bekanntlich bereits vor Wochen ein Kopfgeld von 15.000 Euro für die Entdeckung der kreuz.net-Betreiber ausgesetzt. Wenn man diese Personen angeblich schon kennt („reaktionäre Katholiken”), warum wird dann die Summe nicht ausbezahlt? Kennt man sie aber nicht, woher will man dann wissen, daß es sich bei den verantwortlichen Machern des unseligen Radauportals um „Katholiken” handelt? Eines jedenfalls ist klar: bei dieser Art bzw. Unart der „Berichterstattung” geht es nicht mit rechten Dingen, geschweige mit fairen Mitteln zu.

Die merkwürdigen Verwirrspiele des Dr. David Berger

Die Bergersche Aktion wirkt zudem teilweise wie ein (umstandsbedingtes oder gezieltes?) Verwirrspiel – hierfür ein weiteres Beispiel: So schreibt Samuel Jakisch Folgendes in „Inforadio.de“ über Bergers Ansichten: „Für ihn sei unverständlich, so der ehemalige Religionslehrer, warum das Mainzer Bistum Hendrick Jolie nicht auch nach den Hintermännern von kreuz.net befragt habe. Dass man ihn da mal zur Brust nimmt und sagt: „Pass auf, du hast da Mist gebaut. Wir belassen das jetzt nicht bei der Buße von fünf Rosenkränzen und zwei Tagen Internetverbot, sondern wir wollen jetzt auch wissen, dass du alles auf den Tisch legst“. – Aber mir ist es auch erklärlich, dass man das nicht gefragt hat. Weil die Ergebnisse zu schockierend wären.”

In der amtlichen Erklärung der Mainzer Bistumsleitung vom 27.11.2012 zum Gespräch mit Pfarrer Jolie heißt es ausdrücklich, daß „kreuz.net” auch für Pfr. Jolie anonym geblieben sei: „In dem Gespräch kam zum Vorschein, dass Herr Pfarrer Jolie Kontakte zu der für ihn stets anonym gebliebenen Redaktion von kreuz.net hatte“. Was soll also angesichts dieses klaren Sachverhaltes die unsinnige Provokation Bergers, warum man den Priester hierzu nicht befragt habe; offensichtlich hat man dies doch – und die Antwort mitveröffentlicht. Offenbar soll mit derlei rhetorischen Tricks der irreführende Eindruck erweckt werden, als hätten Kirchenleitungen in der Causa „kreuz.net” etwas zu „verstecken”.

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews