Kötter zeigt theologische Defizite der Protestbewegung Maria 2.0

Maria 1.0 bedauert Kötters Austritt, hofft aber, dass sich Maria 2.0 nun in innerkirchlichen Debatten mehr zurücknimmt.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 15. Juli 2021 um 14:54 Uhr
Hl. Gottesmutter Maria

Am heutigen Donnerstag (15. Juli 2021) vollzieht Elisabeth (Lisa) Kötter aus dem Bistum Münster ihren Kirchenaustritt. Für die Initiative „Maria 1.0“ ist dies – ebenso wie jeder andere Kirchenaustritt – bedauerlich, bedarf aber zugleich auch einer deutlichen Stellungnahme: Lisa Kötter ist Mitinitiatorin der Protestbewegung „Maria 2.0“ – und ist einem Irrtum aufgesessen.

Theologische Defizite von Maria 2.2

Lisa Kötter sucht das Rampenlicht, um der Öffentlichkeit von ihrem Kirchenaustritt zu erzählen. Im Interview mit „katholisch.de“, dem offiziellen Internetauftritt der katholischen Kirche in Deutschland, erklärt Frau Kötter die rund 220.000 Kirchenaustritte im Jahr 2020 damit, dass die „Menschen eben mit den Füßen über das abstimmen, was in der Kirche gerade vor sich geht. Solange die Kirche in Deutschland oder überhaupt die römisch-katholische Kirche allem, was ausschließend ist, nicht die Rote Karte zeigt, wird das so weitergehen“. Damit macht Frau Kötter einmal mehr die theologischen Defizite ihrer Protestbewegung Maria 2.0 deutlich.

Wesenskern der Kirche nicht verstanden

Korrigiert wird sie von Clara Steinbrecher, Sprecherin der Initiative Maria 1.0: „Wer annimmt, dass in der heiligen Kirche die gleichen soziologischen Mechanismen greifen wie in einem menschengemachten Verein oder einer Partei, hat den Wesenskern der Kirche nicht verstanden.“ Es seien eben nicht Mehrheitsentscheidungen oder das wankelmütige Volksempfinden, sondern ewige Wahrheiten, die für die Kirche bindend sind, so die 23-jährige Steinbrecher weiter. Sie ergänzt, Kötter irre sich, wenn sie annehme, dass die Kirche sich an vermeintlichen Mehrheiten auszurichten habe. „Einzig Jesus Christus richtet die Kirche inhaltlich aus. Hier auf Erden hat Er Simon Petrus und dessen Nachfolger zu Seinem Stellvertreter ernannt. Papst Franziskus ist der aktuelle Stellvertreter Jesu und insofern auch die derzeit einzig maßgebliche inhaltliche Instanz“, betont die Studentin aus Eichstätt.

Sakramentales Verständnis fehlt

Durch den Kirchenaustritt hat sich Frau Kötter von den Sakramenten ausgeschlossen. Auf Nachfrage von „katholisch.de“, ob sie trotzdem weiterhin das Sakrament der Kommunion empfange, schloss Kötter dies nicht aus. Aus Sicht von Maria 1.0 ein weiterer Beleg dafür, dass es den führenden Köpfen von Maria 2.0 an sakramentalem Verständnis fehle. „Man muss ja Mitleid mit Menschen wie Lisa Kötter haben. Sicherlich ist ihnen das Geheimnis des Glaubens nie richtig vermittelt worden“, nimmt Steinbrecher an. Aber bei allem Mitgefühl für Menschen, die sich aus der Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche, also aus dem Leib Christi, ausschließen, ist für Clara Steinbrecher klar: „Damit hat man sich auch für jeden innerkirchlichen Diskurs disqualifiziert.“ Maria 2.0 sollte sich von ihrer Mitinitiatorin distanzieren und das Sakramentenverständnis in den eigenen Reihen einer ernsthaften Überprüfung unterziehen. „Wie soll man denn ernsthaft auf Augenhöhe diskutieren, wenn zentrale Elemente der Glaubenslehre einfach ignoriert werden?“, fragen sich die Frauen der Bewegung von Maria 1.0 mit Blick auf Kötters Protestbewegung, die auch beim „Synodalen Weg“ über den Glaubenskern der Kirche mitdebattieren will.

Die Schongauer Lehrerin Johanna Stöhr hat die Aktion Maria 1.0 im Mai 2019 als Reaktion auf die Bewegung Maria 2.0 ins Leben gerufen, die sich von Münster aus zu einer bundesweiten Protestaktion gegen das gültige Lehramt der katholischen Kirche und für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern entwickelt hatte. Stöhr ist der Ansicht, „Maria braucht kein Update“. Sie wolle zeigen, „dass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche stehen“. Seit 01. Mai 2021 ist die Studentin (Gymnasiallehramt Mathematik und Schulpsychologie) Clara Steinbrecher Leiterin der Initiative. Sie hat zuvor bereits länger im Team von Maria 1.0 mitgewirkt.

Foto: Hl. Gottesmutter Maria – Bildquelle: Kathnews

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