Kölner Weihbischof Schwaderlapp steigt aus Synodalforum „Leben in gelingenden Beziehungen“ aus

Weihbischof Schwaderlapp: „(M)an (hat) sich im genannten Synodalforum für einen anderen Weg entschieden, der nicht der meine ist.“
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 28. Mai 2020 um 16:40 Uhr
Dr. Dominik Schwaderlapp

Frankfurt/Köln (kathnews). In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ begründete der Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp den Dissens mit dem Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“ des Synodalen Weges wie folgt:

„In meinen Augen ist die Kernfrage, an der sich auch die Diskussion entzündet, die Frage der Sinngehalte der Sexualität. Ich muss hier ein wenig ausholen. Gemäß der beständigen Lehre der Kirche integriert die Sexualität zwei Sinngehalte: die Mitteilung von Liebe und die Stiftung von Leben. Beide Sinngehalte sind so unlöslich miteinander verbunden, wie Leib und Seele im Menschen miteinander verbunden sind. Der Mensch lebt von Voraussetzungen, die er sich nicht selbst gegeben hat.“

Diese Lehre der Kirche sei in der Enyzklika „Humanae vitae“ des heiligen Papst Pauls VI. dargelegt und von den nachfolgenden Päpsten weiter vertieft und entfaltet worden, erinnerte der Kölner Weihbischof. Der Dissens mit dem Forum bestehe darin, dass die Lehre der Kirche ersetzt werden solle „durch die These, die Sexualität sei ‚polyvalent‘, das heißt sie integriere verschiedene Werte: nicht nur Fruchtbarkeit und Liebe, sondern zum Beispiel auch Lust und Identität. Innerhalb dieser Werte gäbe es keine Rangordnung. Zudem müssten nicht alle diese Werte gleichzeitig verwirklicht sein. Die Trennung von Fruchtbarkeit und Liebe wird damit – im Gegensatz zum Lehramt der Kirche – für möglich gehalten“.

Empfängnisverhütende Maßnahmen könnte damit ebenso gerechtfertigt werden „wie von der Fruchtbarkeit losgelöste sexuelle Praktiken wie homosexuelle Handlungen oder Masturbation. Und nicht zuletzt kann die künstliche Befruchtung damit gerechtfertigt werden. Schließlich will man damit auch die Situation von wiederverheiratet Geschiedenen neu bewerten. Und genau das ist Absicht der Einführung dieser These.“

Trotz seines Ausstieges aus dem Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“ will der Weihbischof im Dialog mit den Synodalen bleiben und sich im Syondalen Weg einbringen, um die Lehre der Kirche zu vertreten.

Foto: Weihbischof D. Schwaderlapp – Bildquelle: Martin Lohmann