Kirche ist nicht da, um Geld zu machen

Papst predigt über Ursprünge des Christseins.
Erstellt von Radio Vatikan am 14. April 2015 um 22:02 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Das Ziel eines Christen ist es nicht, materiell, sondern spirituell reich zu werden. In seiner Morgenpredigt in der Casa Santa Marta ging der Papst an diesem Dienstag auf die „Ursprünge des Christseins“ ein. Ausgehend von der Frage, was denn der Heilige Geist einer Gemeinschaft bringe, sagte der Papst, dass es zwei Dinge seien: Harmonie und Allgemeinwohl. Die Erste Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 4, 32-37) zeige, wie dies in der ersten christlichen Gemeinschaft gewesen sei, die durch den Heiligen Geist nach Ostern entstand.

„Es war eine wiedergeborene Gemeinschaft, oder besser gesagt: eine durch den Heiligen Geist wiedergeborene Gemeinschaft, die die Güte der Einheit und Harmonie hatte. Denn nur der Heilige Geist kann uns diese Harmonie schenken, weil der Geist den Vater und den Sohn verbindet. Der Heilige Geist ist sozusagen das Geschenk dieser Harmonie. Und das zweite Geschenk ist das Allgemeinwohl. Denn wie es in der Lesung heißt, es gab keinen unter ihnen, der Not litt. Alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte. Ja, einige von ihnen war reich, aber sie teilten es mit anderen. Das sind die zwei Pfeiler einer Gemeinschaft, die im Heiligen Geist lebt.“

Doch dann folge in der Schilderung der Apostelgeschichte gleich eine „merkwürdige“ Entwicklung, denn in dieser friedlichen Gemeinschaft seien erste Risse festzustellen gewesen, so der Papst. Er erinnerte an den Betrug des Hananias und der Saphira (vgl. Apg 5,1-11): Diese wollten die Apostel bestehlen. „Das sind also jene Herren, die sich der Kirche annähern, um ihr zwar vordergründig helfen zu wollen, die aber gleichzeitig die Kirche für ihre eigenen Geschäfte missbrauchen wollen. Wir dürfen aber auch nicht die Verfolgungen vergessen, die Jesus ankündigte. Bei den Seligpreisungen nach Matthäus heißt es ja: Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein (vgl. Mt 5,11-12). Genau das verspricht uns Jesus, abgesehen von anderen Dingen wie dem Frieden und der Fülle. Er sagt: Ihr werdet über hundert Mal mehr haben als eure Peiniger.“

Der Papst erinnerte eindringlich daran, dass die erste christliche Gemeinde in Armut lebte. Denn die aus dem Heiligen Geist geborene neue Gemeinschaft brauche nur Frieden und Harmonie – sonst nichts. „In dieser zweiten Woche nach Ostern tut es uns allen gut, an unsere Gemeinschaft zu denken – egal ob das jetzt die eigene Diözese oder die Pfarrei, die Familie oder sonst eine Gruppe ist. Bitten wir den Herrn darum, dass Er uns die Gabe der Harmonie und der Einheit schenken möge, die Geschenke des Heiligen Geistes sind. Und bitten wir dem Herrn um die Gnade der Armut, aber nicht des Elends. Mit Armut meine ich, dass ich mit meinem Besitz gut umgehe und ihn für das Allgemeinwohl mit Großzügigkeit einsetze… und bitten wir dem Herrn auch um Geduld.“

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, Kathnews