KiKA zeigt: Staatliche Sexualkunde kann nicht funktionieren

Ein Kommentar von Mathias von Gersdorff.
Erstellt von Mathias von Gersdorff am 31. Januar 2018 um 12:57 Uhr

Seit Wochen kommt der Fernsehkanal KiKA (Kinder-Kanal) nicht mehr aus den Schlagzeilen:

1. Zuerst aufgrund einer Sendung ĂŒber die Liebesbeziehung zwischen einem deutschen MĂ€dchen aus Fulda und einem FlĂŒchtling aus Syrien. Nicht nur die Altersangaben waren falsch, denn der „Junge“ war wesentlich Ă€lter als zunĂ€chst angegeben. Die Sendung zeigte auch, dass der Junge psychologisch viel reifer als das MĂ€dchen war (wohl auch des höheren Alters wegen), wodurch er die Situation und die Beziehung dominierte. Nur schĂŒchtern konnte das MĂ€dchen die Überzeugungsarbeit hin zu einer Übernahme islamischer BrĂ€uche abwehren.

2. Wenige Wochen spĂ€ter geht es in KiKA um den weiblichen Busen und wie man mit ihm umgeht. Dabei werden drei Teenager (offensichtlich mit Migrationshintergrund) gezeigt, wie sie einer Schaufensterpuppe von hinten den BH öffnen. Die öffentliche Empörung ließ nicht lange auf sich warten, KiKA nahm den Film aus dem Netz.

Diese beiden FÀlle machen erneut deutlich: Wenn der Staat (in der Schule, im Fernsehen oder wo auch immer) Sexualerziehung und SexualitÀt in die Hand nimmt, geht es schief.

Sexualerziehung primÀr Angelegenheit der Eltern

Die katholische Kirche hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts (Papst Pius XI. in der Enzyklika Divini illius Magistri vom Jahr 1929) klargestellt, dass Sexualerziehung primĂ€r Sache der Eltern ist. Der Staat dĂŒrfe nur im Notfall eintreten, wenn es beispielsweise keine Eltern oder andere Bezugspersonen gibt. Der Grund ist einfach: Nur die Eltern können diese schwierige Materie an den psychologischen Entwicklungsstand des Kindes anpassen. Nur sie besitzen wirklich die nötige SensibilitĂ€t und auch die Liebe, um das Kind nicht zu ĂŒberfordern und zu desorientieren.

Im Grunde behauptete die katholische Kirche etwas, was der gesunde Menschenverstand sagt und Eltern schon allein instinktiv wissen. Dem modernen Staat, der sich tendenziell wenig um das Erziehungsrecht der Eltern schert, interessiert das wenig und er pocht darauf, selbst die Kinder in diese Materie einzufĂŒhren. Unter idealen UmstĂ€nden wĂ€re eine staatliche Sexualerziehung in Schule und Medien möglicherweise akzeptabel. Doch unter den heute herrschenden Bedingungen ist das nahezu unmöglich.

Sexualerziehung ist heute ein Instrument linker Gesellschaftspolitik

Einige GrĂŒnde:

1. Schule und Schulpolitik sind heute zwischen den Parteien hart umkĂ€mpfte Bereiche. Parteiinteressen und Weltanschauung versucht man knallhart durchzusetzen (in Deutschland vor allem seit den frĂŒhen 1970er Jahren). In dieser Auseinandersetzung ist das Wohl des Kindes, das eigentlich das einzig relevante Kriterium sein sollte, nur eines mehrerer politischer Interessen bei der Gestaltung der Sexualerziehung. Insbesondere fĂŒr SPD und andere Parteien links der Mitte war die Sexualerziehung auch ein Instrument der BeschrĂ€nkung des Erziehungsrechts der Eltern.

2. Seit der 1968-Revolution bzw. der sexuellen Revolution der 1960er und 1970er ist SexualitĂ€t zu einem wichtigen Politikum geworden. Die damals konzipierte „emanzipatorische Sexualerziehung“, die in Deutschland maßgeblich die LehrplĂ€ne bis heute beeinflusst, strebt die „Emanzipation“ des Menschen an und wendet hierfĂŒr Methoden des neomarxistischen Klassenkampfes an. Mit anderen Worten: Kaum ein „Unterrichtsfach“ ist so ideologisch geprĂ€gt wie Sexualerziehung. Ergebnis ist meist die Propagierung einer ultraliberalen Sicht von SexualitĂ€t. Sexualerziehung mutierte in den letzten Jahren so nicht selten zu einer reinen VerhĂŒtungserziehung, bar jeglicher ethischer Überlegungen.

3. In den letzten Jahren kommt noch hinzu, dass Schulpolitik immer stĂ€rker nach dem Instrumentarium der Gesellschaftspolitik gestaltet wird. Schule wird sozusagen zu Schmiede einer neuen, linksgrĂŒnen Gesellschaft. Wie hier schon oft erlĂ€utert wurde, sind es gerade die GrĂŒnen, die diese Politik an die Spitze gefĂŒhrt haben. Man denke bloß an die neuen LehrplĂ€ne, die allesamt die Durchsetzung der Gender-Ideologie in den Schulen vorsehen. Gender als Querschnittsaufgabe in den Schulen ist nichts anderes als Gesellschaftspolitik in der Schule. So werden die Schulen immer mehr zu Laboratorien linker Ideologien.

In diesen drei Punkten wurde immer die Schule erwĂ€hnt, doch nicht anders ist es, wenn sich der Staat in anderen KanĂ€len an dieses Thema wagt, wie nun immer wieder in KIKA. Nicht selten ist es noch schlimmer, denn die Produzenten stehen zudem in der Verpflichtung, in einem Massenmedium Quote zu machen, was mit ZurĂŒckhaltung, Ernsthaftigkeit oder christlicher Sexualethik kaum möglich ist.

Was kann man tun?

Trotz dieser Sachlage sind die Eltern alles andere als hilflos. Sie können sich in das Schulgeschehen einmischen, sie können sich zusammentun und sie können protestieren. Die LehrplĂ€ne zur Sexualerziehung ermuntern die Eltern sogar dazu, denn etliche Urteile des Bundesverfassungsgerichts sprechen ihnen ein Wort in der Sexualerziehung zu. In der Regel wollen die Schulen Polemik und wĂŒtende Eltern vermeiden, so dass sie durchaus auf die Kritik der Eltern eingehen (was von Ort zu Ort natĂŒrlich anders aussehen kann).

Dabei sollten die Eltern die Überzeugung haben, dass sie im Recht sind. Die Schulen mĂŒssen in der Sexualerziehung die Ansichten und die Interessen der Eltern wahrnehmen (zu diesem Thema wird demnĂ€chst ein eigener Artikel geschrieben). Man muss aber diesen sexualideologischen Angriff auf die Kinder ebenfalls auf politischer Ebene bekĂ€mpfen. Dazu ist es notwendig, sich Organisationen anzuschließen, die sich dieser Aufgabe widmen, wie etwa unserer Aktion „Kinder in Gefahr“, die das seit 1993, also dieses Jahr seit 25 Jahren unternimmt.

Deshalb möchte ich Sie an dieser Stelle bitten, Ihre Freunde und Bekannte einzuladen, sich in unsere E-Mail-Datei einzuschreiben: E-Mail-Datei

Gerade unter den gegenwĂ€rtigen politischen UmstĂ€nden ist es notwendig, dass wir immer mehr werden, denn nur so können Kinder vor einer Sexualisierung und einer ideologisierten Schulpolitik effektiv geschĂŒtzt werden: Aktion Kinder in Gefahr – DVCK e.V.

Foto: Mathias von Gersdorff – Bildquelle: privat

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. DatenschutzerklÀrung