„Keine Pogromstimmung gegen Kirche“

Bischof Overbeck stellt sich gegen Äußerungen von Kardinal Meisner und Erzbischof Müller.
Erstellt von Radio Vatikan am 9. Februar 2013 um 14:59 Uhr

Essen (kathnews/RV). In der Debatte um die gesellschaftliche Stellung der katholischen Kirche wendet sich der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck gegen die Begriffe „Pogromstimmung“ und „Katholikenphobie“. Die Formulierungen des Chefs der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, und des Kölner Kardinals Joachim Meisner seien „nicht hilfreich, zumal wenn sie historisch besetzt sind“. Das sagte Overbeck den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe am Samstag in Essen. Zugleich stimmte er in der Sache zu, dass es „in letzter Zeit eine aggressive Stimmung gegen die katholische Kirche“ gebe. Die Kirche habe sich dies aber „zum Teil selbst zuzuschreiben“.

Der Freiburger Sozialwissenschaftler und Theologe Michael Ebertz hält die Klage über Gehässigkeit gegenüber der Kirche für einen Ausdruck mangelnder Selbstkritik. „Moralische Arroganz und Überheblichkeit in der Kirche fallen jetzt nur auf sie selbst zurück“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Wenn die Kirche gerade in moralischen Fragen versage, sei es „kein Wunder, dass die Menschen hämisch reagieren“. Der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz warf den Medien eine massive Kampagne gegen die Kirche vor. Sie nutzten jede Gelegenheit, Fehler zu skandalisieren, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur. Immer, wenn sich die Kirche gegen den Mainstream stelle und auf unzeitgemäßen Forderungen beharre, werde ein antirömischer Affekt wieder mobilisiert.

Foto: Gewölbe – Bildquelle: Andreas Gehrmann