Kardinal Woelki: Priesterweihe von Frauen theologisch nicht realistisch

Der Kölner Erzbischof äußerte sich in einem Interview mit der „Aachener Zeitung“ auch zur Segnung homosexueller Beziehungen.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 15. August 2021 um 15:17 Uhr
Kardinal Woelki

Aachen/Köln (kathnews). Der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, vollendet am kommenden Mittwoch sein 65. Lebensjahr. In einem Interview mit de „Aachener Zeitung“ aus diesem Anlass erteilt der Kardinal der Priesterweihe von  Frauen erneut eine Absage. Wörtlich sagte er: „Ich bin sehr dafĂĽr, Frauen in der Kirche an Leitung und Entscheidung zu beteiligen. Das tue ich – und das tue ich nicht aus opportunistischen GrĂĽnden. NatĂĽrlich entwickelt sich der Glaube weiter. Aber dass Frauen zum Priesteramt zugelassen werden, das ist theologisch gesehen einfach nicht realistisch.“

Stärkung und Schutz der Ehe

In der jĂĽngsten Erklärung der Glaubenskongregation zum Verbot von Segnungen homosexueller Beziehungen vertrat der Kardinal ebenfalls die katholische Position. Er sehe in der Erklärung „eine Stärkung des katholischen Eheverständnisses und möchte das in keiner Weise als Diffamierung homosexueller Menschen verstanden wissen“. Die Glaubenskongregation habe das auch selbst deutlich gemacht, so der Kölner Erzbischof. Wörtlich sagte er:  „Sie wissen, dass katholische und auch viele evangelische Christen in der Welt die Heilige Schrift so lesen, dass es nicht möglich ist, eine solche Beziehung zu segnen wie man die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau segnet. Dieser Auffassung schlieĂźt sich auch die jĂĽngste Erklärung der Glaubenskongregation mit der Unterschrift des Heiligen Vaters an. Ich stelle mich als Kardinal dahinter. Deswegen wäre es unwahrhaftig, mit dem Segnen einer homosexuellen Beziehung gleichzeitig ein öffentliches Zeichen gegen die Lehre der Kirche zu setzen. Aus meiner Sicht wäre es sehr wichtig, das Thema Homosexualität nicht auf die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen zu reduzieren. Wir mĂĽssen uns als Kirche aktiv gegen die Verfolgung und Benachteiligung von Homosexuellen einsetzen – besonders international, wo es fĂĽr Homosexuelle zum Teil um Leben und Tod geht.“

Hier zum gesamten Interview

Foto: Kardinal Woelki – Bildquelle: Martin Lohmann / LohmannMedia

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