Kardinal Lehmann verteidigt Umgang mit „kreuz.net“-Zulieferer

Entschuldigung ist anzunehmen wenn sie glaubwürdig ist.
Erstellt von Radio Vatikan am 15. Dezember 2012 um 12:38 Uhr
Kardinal Lehmann

Mainz (kathnews/RV). Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat den Priester in Schutz genommen, der sich als Zulieferer der inzwischen geschlossenen Webseite „kreuz.net“ zu erkennen gegeben hat. „Wenn jemand sagt, dass er Mist gebaut hat und um Entschuldigung und Vergebung bittet, dann muss ich das annehmen, wenn es glaubwürdig ist“, sagte der Mainzer Bischof laut Vorabmitteilung dem Dokumentationskanal Phoenix in Bonn. Der wegen seiner Kontakte zum extremistischen Internet-Portal „kreuz.net“ in die Kritik geratene hessische Pfarrer Hendrick Jolie hatte sein Verhalten Ende November bedauert und Besserung gelobt. Lehmann hatte die Entschuldigung angenommen und die Bereitschaft des Pfarrers „zur selbstkritischen Umkehr“ begrüßt.

Als Arbeitgeber müsse er sich „an faire Spielregeln halten“, so Lehmann, der sich in der Phoenix-Sendung „Kamingespräch“ äußerte, die am Sonntag um 13.00 Uhr ausgestrahlt wird. Es sei nicht verantwortungsvoll, mit einigen Gruppen liberal umzugehen und mit anderen nicht. Anfang Dezember ging das seit 2004 aktive Portal „kreuz.net“ offline. Die katholische Bischofskonferenz hatte sich mehrfach von der Seite distanziert, welche vom Bundesamt für Verfassungsschutz als grundgesetzwidrig eingestuft wird. Dass Portal verbreitete immer wieder scharfe Polemik gegen Homosexuelle, Protestanten, die im Bundestag vertretenen Parteien, deutschsprachige Medien und katholische Theologen und Bischöfe.

Foto: Karl Kardinal Lehmann – Bildquelle: Publikationen Bistum Mainz / Ndemuth