Kardinal Burke beklagt „Verweiblichung“ der katholischen Kirche

Priesterberufungen seit Einbeziehen von Frauen in die Liturgie rückläufig.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 10. Januar 2015 um 10:28 Uhr

Washington (kathnews/KNA). Der US-amerikanische Kardinal Raymond L. Burke beklagt eine „Verweiblichung“ der katholischen Kirche. In einem Interview auf einer US-Webseite, die sich der Evangelisierung von Männern verschriebenen hat („New Emangelization Project“), kritisiert Burke, radikale Feministen hätten die Kirche verleitet, „konstant Frauenthemen zu Lasten kritischer Themen anzusprechen, die für Männer von Bedeutung“ seien. Dieser „Angriff“ seit den 60er Jahren habe Männer „marginalisiert zurückgelassen“.

Sichtbarer Ausdruck für eine „Feminisierung“ der Kirche ist für den 66-jährigen Burke die Zulassung von Mädchen zum Dienst am Altar. Seit 1983 dürfen Messdienerinnen offiziell Priester bei der Messfeier unterstützen. In den meisten westlichen Gemeinden dienen Mädchen und Jungen heute gemeinsam im Gottesdienst. „Ich denke, das hat zum Rückgang der Priesterberufung beigetragen“, erklärte der frühere Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur. Anteil daran habe auch die zunehmende Einbeziehung von Frauen in die Liturgie gehabt. Dies habe an vielen Orten dazu geführt, „dass Männer sich nicht mehr beteiligen wollen“.

Bei der Bischofssynode über die Familie im Oktober hatte Burke mit deutlichen Worten vor Änderungen in der kirchlichen Praxis gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen gewarnt. Anfang Dezember dementierte der Papst in einem Gespräch mit der argentinischen Zeitung „La Nacion“ Spekulationen über eine angebliche Strafversetzung des profilierten Vertreters des konservativen Flügels im Kardinalskollegium. Die Aufgabe bei den Maltesern sei unerwartet vakant geworden. Burke habe das Amt wohlwollend angenommen.

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Foto: Kardinalsbirett – Bildquelle: Dieter Philippi