Jugend tendiert zur sexuellen Enthaltsamkeit

Internationale Studie zeigt konservative Denkweise junger Menschen.
Erstellt von Felizitas Küble am 22. Dezember 2012 um 19:15 Uhr
Jugendliche

Genf (kathnews/CF). Jugendliche im Alter von 15 Jahren sind in Israel im Vergleich zu Gleichaltrigen aus Europa sexuell weitaus weniger aktiv. Das jüdische Land belegt in einer Vergleich-Studie zu diesem Thema, die in 35 Ländern durchgeführt worden ist, einen der letzten Plätze, nämlich Platz 32. Die internationale Umfrage wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO in Auftrag gegeben. Aus der Studie, die in Israel von Dr. Yossi Harel Fisch und Dr. Iron Buniel von der Bar-Ilan-Universität durchgeführt wurde, geht hervor, daß die dortige Jugend im Vergleich zu 1998 noch konservativer geworden ist: Von den 874 jüdischen Jungen und Mädchen gaben 18,5% an, daß sie bereits Geschlechtsverkehr hatten. Vor 14 Jahren waren es noch 27%. Die häufigsten frühzeitigen Sex-Erfahrungen haben – diesem internationalen Report zufolge – die Jugendlichen in Grönland: dort gaben 59,8% an, bis 15 Jahren bereits Geschlechtsverkehr erlebt zu haben. Danach folgen auf Platz 2 und 3 ebenfalls nordeuropäische Länder: Dänemark (37,7%), Schweden (31,6%), ebenso Österreich (31,6%) – auf Platz 5 folgt England mit 31%.

Höchste Enthaltsamkeitsrate seit Jahren: in zwei katholischen Ländern

Bei den niedrigen „Sex-Zahlen” folgen nach Israel die Ukraine (18%), Polen (15,7%) und die Slowakei (12,7%). Damit belegen zwei katholische Länder (Polen, Slowakei) die höchsten Enthaltsamkeitsquoten bei ihren Jungen und Mädchen – oder anders gesagt: die geringsten Sexquoten. – Nicht zu vergessen die religiös orthodox geprägte Ukraine. Bereits vor zwei Jahren waren die Resultate dieses internationalen WHO-Reports insofern ähnlich: Auch damals wiesen die Slowakei und Polen höchste Enthaltsamkeitsraten auf. Die Jugend in Deutschland gehörte laut Report 2010 zu den eher „enthaltsamen” Ländern (sie steht im hinteren Bereich bzw. elft-letzten Platz: direkt nach Portugal).

Zurück zu Israel und der jüngsten Studie. Die Direktorin des dortigen Ressorts zur Verhütung psychosozialer Schäden im Erziehungsministerium, Hilla Segal, erklärte gegenüber dem Portal „Ynet”: „Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass Eltern und Lehrer in Israel immer häufiger auf eine konservative Linie hinweisen.” Die Expertin fügte hinzu: „Sex im frühen Alter hinterlässt emotionalen und physischen Schaden. Immer wieder wird deutlich, dass Jugendliche in diesem Alter oft unter Druck sexuelle Beziehungen eingehen und ihnen dies später leid tut.“

Foto: Jugendliche – Bildquelle: camera-colonia / Wikipedia