Jüngere am Thema Ökumene kaum interessiert

Theologe Peter Neuner über die Zusammenarbeit der Konfessionen.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 31. Mai 2014 um 22:36 Uhr
Figur mit Kreuz

Regensburg (kathnews/KNA). Die jüngere Generation der Christen ist nach Einschätzung des Münchner Theologen Peter Neuner an Fragen zur Zusammenarbeit der getrennten Kirchen wenig interessiert. „Die traditionelle Ökumene, in der Theologen sich mühen, bisher kirchentrennende Kontroversen zu überwinden und Konsense zu finden, erscheint geradezu als Gegenmodell zu moderner Religiosität“, sagte Neuner am Freitag beim Katholikentag in Regensburg. Dieser seien kirchentrennende Lehrgegensätze ebenso fremd wie das Bemühen um eine Einheit. Die Einheitsmodelle der Kirchen gingen durchweg von der jeweils eigenen Vorstellung aus und wollten die anderen Kirchen innerhalb dieses Modells ansiedeln, so Neuner. Die Forderung nach Einheit stehe demnach „notwendig im Verdacht, den anderen vereinnahmen und ihn zur Rückkehr überreden zu wollen, sei es die Rückkehr nach Rom oder auch nach Genf oder Wittenberg oder Konstantinopel“. Dennoch hält Neuner die theologische Bemühung zur Überwindung von Glaubensdifferenzen weiterhin für unentbehrlich. „Vielleicht wird über die christliche Botschaft heute nirgendwo so intensiv nachgedacht wie dort, wo man sie in der Herausforderung der Kirchentrennung neu durchdenken und vor den Fragen der Gegenwart rechtfertigen muss“, sagte der katholische Theologe. So gesehen sei Ökumene „geradezu der Ernstfall von Theologie“.

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Figur mit Kreuz – Bildquelle: Andreas Gehrmann

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