Jesus Christus ist der Heiland

Mystagogische EinfĂŒhrung und Homilie 5. Sonntag im Jahreskreis B (04.02.2018) L1: Ijob 7,1-4.6-7; L2: 1 Kor 9,16-19.22-23; Ev: Mk 1,29-39 (ordentliche Form des Römischen Ritus).
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 3. Februar 2018 um 11:58 Uhr
Monstranz

Aufgabe einer mystagogischen EinfĂŒhrung ist es, die GlĂ€ubigen mit wenigen Worten (bevissimis verbis) in das Geheimnis der liturgischen Feier einzufĂŒhren. Ausgangspunkt sind die Gebete des Sonn- und Festtages.

In der Homilie „ sind das Kirchenjahr hindurch aus dem heiligen Text die Glaubensgeheimnisse und die Normen fĂŒr das christliche Leben darzulegen“ (can. 767 § 1 CIC/1983). Zum heiligen Text innerhalb der Liturgie gehören vor allem die Schriften der Heiligen Schrift. DarĂŒber hinaus auch die Gebete der Liturgie.

Mystagogische EinfĂŒhrung (Gero P. Weishaupt)

Mit den Worten des Psalmisten ruft die Kirche in der Liturgie des 5. Sonntages im Jahreskreis uns auf, Gott zu huldigen. Denn er ist unser Schöpfer und hat uns durch Christus wunderbar neu erschaffen. Hier, im Gotteshaus, ist er gegenwĂ€rtig in seinem Sohn, den er uns schenkt im Sakrament, das „uns ewiges Lebens bringt“ (Gabengebet). In der Einheit mit dem im Sakrament gegenwĂ€rtigen Herrn werden wir zu „Diener(n) der Freude fĂŒr die Welt“ (Schlussgebet).

Homilie (Josef Spindelböck)

An diesem 5. Sonntag im Jahreskreis B verkĂŒndet uns die Kirche einen Abschnitt aus dem Markusevangelium. Darin wird ersichtlich, dass Jesus Christus als Erlöser der Menschen vom himmlischen Vater im Heiligen Geist zu uns gesandt worden ist.

Wovon aber sollen wir erlöst und befreit werden? Was sind die grundlegenden, gleichsam existenziellen Nöte der Menschen? Was zÀhlt wirklich vor Gott und im Hinblick auf unsere ewige Berufung im Reich Gottes?

In der persönlichen Begegnung Jesu mit kranken und leidenden Menschen aller Art wird dies deutlich! Da ist zuerst die Gesundheit des Leibes, die Jesus der kranken Schwiegermutter des Petrus von Gott her wieder schenkt und vermittelt. Sie lag mit Fieber im Bett, wie das zur Zeit fĂŒr so manche Kranke zutrifft, die unter der Grippe leiden oder Ă€hnliche Symptome aufweisen. Die Gesundheit kann man sich nicht kaufen; aller Reichtum dieser Welt kann sie nicht wiederherstellen, und auch die Ärzte und Pfleger sind keine „Götter in Weiß“, die einfach auf Wunsch das Nötige bewirken können. Letztlich ist die Gesundheit immer ein Geschenk Gottes!

Jesus geht es aber nicht nur um die Gesundheit des Leibes, die er den Menschen schenkt. Er ist wirklich ein Arzt fĂŒr den ganzen Menschen. Er befreit sie von seelischen Leiden und auch hier nicht bloß von irgendwelchen Störungen, die einen jeden betreffen können, sondern von jener grundlegenden Störung des GottesverhĂ€ltnisses, die mit der SĂŒnde zu tun hat. Denn wer sich durch die SĂŒnde von Gott getrennt hat, der hat sich selbst vom Quell des Lebens und der Liebe entfernt. Ein solcher Mensch verkĂŒmmert, ja er stirbt geistlich ab! Mag da die körperliche Gesundheit oder die sportliche LeistungsfĂ€higkeit noch so sehr gegeben sein, mag dieser Mensch in Reichtum und Ehren stehen: es wird ihm alles nichts nĂŒtzen, wenn er gleichsam seine Seele verliert.

Diese ganzmenschliche und geistliche Not zeigt sich dann, wenn Menschen die Gefangenen ihres Egoismus sind. Sie sind dann unfĂ€hig zu wahrer Freundschaft und einer Bindung in Liebe. Ihr Herz verkĂŒmmert, weil sie sich selber der Erfahrung wahrer Liebe zu Gott und zu den Menschen berauben. Auch und gerade zu solchen Menschen ist Jesus gesandt! Gott möchte uns das Heil schenken; er eröffnet einem jeden Menschen einen Weg der Umkehr und der Versöhnung. Freilich wird niemand gezwungen. Ein solches Geschenk wie es die Vergebung darstellt kann man nur freien Herzens empfangen.

Was aber sehr wohl möglich ist: Wir können der Gnade Gottes die Wege bereiten! Dies gilt auch im Hinblick auf unsere Mitmenschen. Vielleicht gibt es Menschen in körperlicher oder seelischer Not, denen gerade wir nahe sein können. Wenn wir selbstlos da sind fĂŒr andere, öffnet sich vielleicht das Herz eines enttĂ€uschten und verbitterten Menschen. Dieser schöpft wieder Mut und fasst Hoffnung, weil ihm jemand begegnet, der es wirklich gut mit ihm meint. Auf diese Weise sind wir Boten Christi, des Erlösers! Und vielleicht ist es dann auch möglich, diesen armen, von Gott entfernten Menschen wieder zum Gebet hinzufĂŒhren. In Geduld können so echte Bekehrungen erwirkt und ermöglicht werden! Wir wollen keinen Menschen aufgeben.

Jesus Christus zeigt sich wirklich als der Gute Hirte, als der Arzt fĂŒr Leib und Seele, als Erlöser und Heiland der Menschen. Vertrauen wir uns ihm ganz an im Glauben; fĂŒhren wir unsere Angehörigen und Freunde zu ihm! Der grĂ¶ĂŸte Dienst, den wir einander erweisen können, ist es doch, wenn wir uns gegenseitig auf dem Weg zu Gott hin begleiten und zu Gott hinfĂŒhren.

Geben wir nie auf, denn Gott weiß immer einen Weg! Die Kirche darf in der Nachfolge Christi seinen Heilsauftrag fĂŒr alle Menschen wahrnehmen. Dabei begleitet uns die FĂŒrbitte der Gottesmutter Maria, des heiligen Josef und aller Engel und Heiligen des Himmels. Mag das irdische Leben manchmal grau erscheinen: der Himmel Gottes steht uns offen; die göttliche Sonne will mit dem Strahl der Liebe auch unser Herz erreichen. Dass wir alle aus dieser großen Hoffnung leben und Gott im Alltag treu sind, das wollen wir uns gegenseitig wĂŒnschen, dafĂŒr wollen wir beten! Im Reich des Himmels wird einst Freude herrschen ĂŒber all jene, welche dem Ruf des Erlösers gefolgt sind. Amen. (Quelle: www.stjosef.at)

Foto: Monstranz – Bildquelle: © Franziska Strecker, NIGHTFEVER Kassel

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